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OBERUZWIL: Kampfwahl um den freien Sitz

Ingrid E. Markart-Kaufmann (FDP) und Patrick Schätti (CVP) kandidieren für den freiwerdenden Sitz im Gemeinderat. An einem überparteilichen Podium vertraten sie ihre Thesen. Finanzen, Gemeindefusion und Bildungsfragen kamen zur Sprache.
Philipp Stutz
Ingrid E. Markart-Kaufmann und Patrick Schätti bewerben sich um den vakanten Sitz im Oberuzwiler Gemeinderat. (Bild: Philipp Stutz)

Ingrid E. Markart-Kaufmann und Patrick Schätti bewerben sich um den vakanten Sitz im Oberuzwiler Gemeinderat. (Bild: Philipp Stutz)

Oberuzwiler haben die Qual der Wahl. Zumindest bei der Besetzung des vakanten Sitzes im Gemeinderat. Die Ersatzwahl vom 26. November ist erforderlich, weil Thomas Müller (FDP) seinen Rücktritt auf Ende Jahr eingereicht hat. Die FDP ist gewillt, das Mandat zu verteidigen, und hat Ingrid E. Markart-Kaufmann als Kandidatin nominiert. Sie ist Rechtsanwältin und Geschäftsleiterin des Pflegeheims Pelago in Rorschacherberg mit rund 140 Mitarbeitenden. Auch die CVP macht Ansprüche geltend und hat Patrick Schätti portiert, der als diplomierter Heimleiter des Beratungs- und Pflegezentrums Wolfgang in Oberuzwil fungiert. «Unsere Kandidatur richtet sich nicht gegen die FDP-Kandidatin, wir wollen Wählern eine Auswahl ermöglichen», sagte Thomas Franck, Co-Präsident der CVP.

«Die Finanzen sind Chefsache»

Max Rombach, Präsident der SVP, hatte sich gut auf seine Aufgabe als Moderator vorbereitet und einen ausführlichen Fragenkatalog ausgearbeitet. Patrick Schätti bezeichnete sich als «bodenständig, teamfähig und kommunikativ». Er sieht sich als Vertreter des Gewerbes und interessiert sich für die Bereiche Soziales, Umwelt und Gesundheit, weniger für Finanzen. «Die Finanzen sind Chefsache.» In-grid E. Markart ist vielseitig interessiert. Die HSG-Absolventin versteht sich als Unternehmerin, und deshalb liegt ihr der Bereich Wirtschaft am Herzen. Beide Kandidierenden betonten, über genug Zeit zu verfügen, um dieses Milizamt ausüben zu können.

Markart sagte mit Blick in die Zukunft, die Schulabsolventen aus Oberuzwil seien bei der Lehrstellensuche weiterhin begehrt. Die Gemeinde wird über eine gute Wohnsituation und eine ebenso gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr verfügen. «Wenn Oberuzwil seine Werte beibehält, bleibt die Gemeinde attraktiv», sagte Schätti.

Eine Gemeindefusion steht nicht zur Debatte

Beide Kandidierenden waren sich darüber einig, dass eine Gemeindefusion mit Uzwil keine Priorität geniesse. Die zwei Dörfer hätten Stärken und Schwächen. «Oberuzwil ist eher ein Wohn-, Uzwil ein Industrieort», sagte Schätti und folgerte: «Das passt nicht zusammen.» Ingrid Markart sprach von Aufgaben, die einer regionalen Lösung harrten. Bewohner müssten einander noch kennen, und deshalb sollte eine überschaubare Grösse nicht überschritten werden. Synergien würden bereits genutzt, doch sei dies noch ausbaufähig.

«Was kann Oberuzwil gegen die Abwanderung junger Berufsleute in die Wirtschaftsballungsräume der Schweiz unternehmen?», fragte Rombach. Massnahmen habe in erster Linie der Kanton zu treffen, sagte die FDP-Kandidatin. Es gelte, mit Neuzuzügern das Gespräch zu suchen und die Situation zu analysieren. «Stärken müssen aufgebaut, Schwächen reduziert werden.» Patrick Schätti vertrat die Ansicht, Oberuzwil leiste gute Arbeit, doch müsse man «am Ball bleiben». Im Vordergrund stünden Schulsystem und Lehrstellenangebot. Wie können leer stehende Gewerberäume genutzt werden? «Manchmal braucht’s eine Initialzündung, damit etwas ins Rollen kommt», sagte Ingrid Mar-kart. Sie erwähnte Start-ups. Patrick Schätti sprach von harmonischem Ausgleich zwischen Wohnen und Gewerbe. Und von guten Raumkonzepten.

Der Schulrat ist nur noch strategisch tätig. Ist dieses Gremium überhaupt noch notwendig? Laut Schätti ist es richtig, dass sich der Schulrat mit strategischen Fragen beschäftigt und den Gemeinderat berät. Der Schulrat besitze Fachkompetenz, sagte Markart. Beide Kandidierenden sind der Ansicht, dass der Schulrat in seiner jetzigen Form weiter bestehen sollte. Oberuzwil verfüge über ein finanzielles Polster, beantwortete In-grid Markart eine entsprechende Frage. Mit den vorhandenen Mitteln werde haushälterisch umgegangen. Die FDP-Kandidatin erinnerte daran, dass Oberuzwil innovativ sei und als Pilotgemeinde ab 2018 auf ein neues Rechnungsmodell umstellen wird. Es gebe Faktoren, die schwer beeinflussbar seien, wie etwa im Asylwesen, sagte Schätti. Bei Steuersenkungen sei auf deren Machbarkeit zu achten.

Die Zukunft der «Alten Gerbi» sei unklar, sagte Schätti. Er gab zu bedenken, dass neben räumlichen Fragen auch Emotionen im Spiel seien. Markart regte an, einen Wettbewerb zu starten und Ideen zu sammeln, wie die Zukunft der «Alten Gerbi» auszusehen habe. «Kulturelle Begegnungsstätten sind wichtig.»

Die Wertschätzung des älteren Menschen stehe an oberster Stelle, sagte Schätti. Das Wohlbefinden in einem Heim müsse gewährleistet sein, ohne die Kostenfrage zu vernachlässigen. In-grid E. Markart sprach von Generationenprojekten, die ein natürliches Zusammenleben ermöglichten.

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