OBERUZWIL: FDP nominiert Markart – SP und SVP verzichten

Stichtag ist der 14. September. Bis dann müssen die Vorschläge für die Ersatzwahl von Gemeinderat Thomas Müller eingereicht sein. Die FDP hat nun entschieden. Sie schickt Ingrid Markart ins Rennen.

Andrea Häusler
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13 Jahre sass Thomas Müller als Freisinniger im Oberuzwiler Gemeinderat. Der 59-Jährige stand dem Ressort Wirtschaft vor. In seine Amtszeit fielen unter anderem die Steuersenkungen von einst 162 auf aktuell 129 Steuerprozente, die bewilligten Kredite für das Hallenbad, die Schulhausbauten und die neue Gemeindeordnung. Als Hauptgrund für seinen Rücktritt innerhalb der laufenden Legislatur gab Müller die berufliche Belastung als Inhaber und Geschäftsführer der Druckerei Dietschi in Olten an.

FDP setzt auf Ingrid E. Markart-Kaufmann

Die FDP will ihren dritten Sitz im siebenköpfigen Oberuzwiler Gemeinderat verteidigen. Am 16. August nominierten die Freisinnigen erwartungsgemäss die 54-jährige Geschäftsführerin und Rechtsanwältin Ingrid E. Markart-Kaufmann. Die Kandidatin ist in Oberuzwil aufgewachsen und am Brennerweg wohnhaft. Beruflich führt sie seit fünf Jahren das PeLago-Pflegeheim der Region Rorschach. Auch aus früheren beruflichen Tätigkeiten bringt sie einen reichen Erfahrungsschatz mit, insbesondere in den Bereichen Personalentwicklung und Anwaltsaufgaben. Ingrid M. Markart-Kaufmann lebt in einer festen Partnerschaft und hat einen Sohn.

SVP und SP verzichten, CVP klärt ab

Die Qualifikation und Eignung der FDP-Kandidatin ist aus Sicht der SVP unbestritten. «Wir werden keine Kandidatur anmelden», sagt SVP-Präsident Max Rombach auf Anfrage. Obwohl der Anspruch auf einen zweiten Sitz aufgrund des Wähleranteils ausgewiesen wäre, wie er klar macht. Statt eine «ausgewiesene bürgerliche Kandidatur» zu bekämpfen, richte die SVP den Fokus auf die Gesamterneuerungswahlen von 2020. Abschliessend entschieden hat auch die SP. «Wir haben unseren Sitz im Gemeinderat und objektiv kein Anrecht auf einen zweiten», argumentiert Parteipräsident und Gemeinderat Roland Bischof.

Ausstehend ist dagegen der Entscheid der CVP. Die Abklärungen seien nicht abgeschlossen, Gespräche für die nächsten Tage anberaumt, sagt Thomas Francke von der CVP-Parteileitung. Francke lässt jedoch durchblicken, dass seine Partei den mit der Wahl des neuen Schulpräsidenten verlustig gegangenen Sitz gern zurückholen würde. Wenn auch nicht um jeden Preis: «Es wäre schön, der Stimmbürgerschaft eine Auswahl zu präsentieren, aber nicht mit einer Alibikandidatur», betont er.

Ein knapper Monat vor Ende der Eingabefrist für Vorschläge für den ersten Wahlgang steht einzig die Kandidatur von Markart-Kaufmann (FDP) fest. Möglich sind weiterhin Gegenkandidaturen aus dem Lager der CVP oder eine parteiunabhängige.

Wahltag ist der 26. November

Unter Berücksichtigung der Sommerferienzeit, der Rahmentermine der VRSG, der Fristen gemäss Urnenabstimmungsgesetz und der vorgegebenen Blanko-Abstimmungstermine des Bundes hat der Gemeinderat die Ersatzwahl auf den 26. November angesetzt. Ein allfälliger zweiter Wahlgang findet am 4. März 2018 statt, sofern keine stille Wahl zu Stande kommt.

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch