OBERUZWIL: «Einen solchen Diebstahl gab es noch nie»

Seit Ende Januar verschwand aus der Primarschule in Oberuzwil immer mal wieder ein Laptop. Es kamen 14 Geräte und eine Kamera im Wert von total 30000 Franken weg. Nun wurde der Dieb entlarvt.

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Die Laptops der Primarschule in Oberuzwil sind sowohl tagsüber als auch nachts hinter verschlossenen Türen. Nur mit einem Schlüssel gelangt man zu den Geräten. Sie sind also gesichert – könnte man zumindest meinen. Allerdings fehlte seit Ende Januar immer mal wieder ein Gerät. «Erst ging man davon aus, dass die Laptops in einem anderen Klassenzimmer, aber doch irgendwo im Schulhaus, im Umlauf sind», sagt Gabriela Hollenstein, Ratsschreiberin der Gemeinde Oberuzwil, auf Anfrage. Weil es aber nicht nur bei einem Gerät blieb, sondern ständig weitere Geräte wegkamen, wurden auch die Schülerinnen und Schüler angehalten, nachzuschauen, ob sie nicht versehentlich einen Laptop in ihren Rucksack gepackt hatten. Bald war aber klar, dass es sich hier um einen Diebstahl handeln muss. Insgesamt nämlich fehlten 14 Surfaces (Laptops) der Marke Microsoft sowie eine Spiegelreflexkamera.

Mit den Auswertungen aus dem elektronischen Zutrittssystem konnte die Gemeinde der Polizei entscheidende Hinweise zum Verschwinden der Geräte liefern. Schliesslich kam heraus, dass sich ein Familienmitglied einer Reinigungskraft wiederholt mit deren Schlüssel unrechtmässig Zutritt zum Primarschulhaus verschafft hatte, wie die Gemeinde mitteilt. Aus den abgeschlossenen Räumen entwendete der Dieb seine Beute. Bei der Hausdurchsuchung konnten die Geräte anscheinend nicht mehr gesichtet werden. Ob und wie er sie weitergereicht hat, weiss Gabriela Hollenstein nicht, wie sie weiter sagt. Über den Vorfall zeigte sich die Schule, wie auch die Gemeinde erstaunt: «Noch nie hat es einen solchen Diebstahl gegeben. Zumindest ist mir keiner bekannt», sagt die Ratsschreiberin, die seit über 20 Jahren bei der Gemeinde tätig ist. Sie hofft, dass es sich bei diesem Vorfall um eine einmalige Sache handelt. Da die Geräte ja ohnehin bereits hinter verschlossenen Türen aufbewahrt werden, seien nun keine weiteren Sicherheitsmassnahmen vorgesehen. «Natürlich aber haben jetzt alle vielwachsamere Augen», sagt Gabriela Hollenstein. Bei einem erneuten Verdacht auf Diebstahl würde wohl nicht mehr lange mit einer Anzeige zugewartet werden.

Das entwendete Diebesgut hat einen stolzen Wert von rund 30000 Franken. Um die Laptops möglichst rasch ersetzen zu können, musste der Gemeinderat einen Nachtragskredit bewilligen. Einen Teil des Schadens werde wohl die Versicherung übernehmen. Gabriela Hollenstein ist zuversichtlich, dass nach den Frühlingsferien den Schülern wieder ausreichend Geräte zur Verfügung stehen.

Angelina Donati

angelina.donati

@wilerzeitung.ch