Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

OBERUZWIL: Einbruch in die Bijouterie dauerte nur zwei Minuten

Zwei Anläufe benötigten die Einbrecher, um mit dem Auto die Türe der Bijouterie Schär zu zerstören. Es ist der dritte Einbruch nach demselben Muster. Der Zeitpunkt des Vorfalles ist doppelt ungelegen.
Angelina Donati
Ein Scherbenhaufen: Einbrecher haben den Ausstellungsraum der Bijouterie Schär zerstört. (Bild: pd)

Ein Scherbenhaufen: Einbrecher haben den Ausstellungsraum der Bijouterie Schär zerstört. (Bild: pd)

Susanne Schär macht einen erschöpften und nachdenklichen Eindruck. Vor drei Tagen wurde in ihre Uhren & Schmuckwerkstatt in Oberuzwil eingebrochen.Auf die Frage nach ihrem Wohlbefinden sagt die Geschäftsinhaberin: «Momentan funktioniere ich einfach nur. Ich stehe wohl noch unter Schock.»

Drei Tage ist es her, als sie mitten in der Nacht, um 3.15 Uhr, durch den Alarm aus dem Schlaf gerissen wurde. Ihr erster Gedanke: «Oh nein, nicht schon wieder!» Denn nicht einmal vier Monate sind seit dem letzten Einbruch vergangen. «Dennoch hatte ich die leise Hoffnung, dass es sich um einen Fehlalarm handeln könnte», sagt Susanne Schär. Beim Schauplatz angekommen war sofort klar, dass es sich um einen Ernstfall handelt.

Vor zwei Jahren wurde sie mit Pistole bedroht

Zu diesem Zeitpunkt war die Spurensuche bereits an der Arbeit. «Auf der Videoaufnahme sah ich das Ausmass», sagt Susanne Schär. Um in das Ladenlokal zu gelangen, machten die drei Täter kurzen Prozess: Mit einem gestohlenen Ford Ranger rammten sie die Eingangstüre. Dasselbe Vorgehen wie vor vier Monaten. Die Wahl der vier Täter fiel damals auf einen VW Tuareg. «Bis die Türe nachgab, brauchten sie zwei Anläufe», schildert Susanne Schär das aktuellste Ereignis. «Gerade mal zweieinhalb Minuten dauerte der Einbruch», weiss sie. Was sich nach einer Rekordzeit anhört, ist geradezu langsam im Vergleich zum letzten Fall. «Damals dauerte das Ganze lediglich eine Minute.»

Die gelernte Detailhandelsfachfrau absolvierte ihre Lehre in der Bijouterie in Oberuzwil, arbeitete danach als Angestellte, bevor sie vor acht Jahren das Geschäft übernahm. In Erinnerung bleibt ihr auch der Vorfall von 2009, als Täter ebenfalls mit einem Auto den Eingang zerstörten. Ganz zu schweigen vom Überfall vor zwei Jahren: Mit einer Pistole wurde Susanne Schär zur Geldherausgabe gezwungen. «Zuerst dachte ich, das sei ein Scherz», sagt die Geschäftsinhaberin. «Auf solche Fälle sind wir geschult. Es bringt nichts, die Heldin zu spielen.»

Selbst mit DNA-Spuren sind Täter nicht immer greifbar

Der Eingang des Geschäftes ist derzeit provisorisch mit Brettern abgedeckt. (Bild: Angelina Donati)

Der Eingang des Geschäftes ist derzeit provisorisch mit Brettern abgedeckt. (Bild: Angelina Donati)

In den beiden neuesten Vorfällen, die mit Autos verübt worden sind, sieht die Polizei Parallelen. «Es ist gut möglich, dass es sich um dieselben Täter handelt», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei. Während laut Susanne Schär am 30. September Uhren und Schmuck im Wert von 250 000 Franken gestohlen wurden, waren es am vergangenen Samstag etwa die Hälfte. «Ganz genau weiss ich es nicht. Die Inventur ist nicht abgeschlossen.»

So oder so waren Profis am Werk, wie die Polizei sagt. «Es handelt sich um eine Gruppierung, die weiss, wie sie die Ware absetzen kann.» Mit grosser Wahrscheinlichkeit seien es Personen aus dem Ausland. Selbst wenn DNA-Spuren ausgewertet werden können, bestehe die Problematik, dass die Täter je nach Land «nicht greifbar» seien. «Auf dem Radar bleiben sie dennoch. Und prompt gehen sie eines Tages doch noch ins Netz.»

Pfosten wären diesen Monat eingebaut worden

Dass ein Einbruch in jedem Fall ungelegen kommt, ist klar. Der Zeitpunkt dieses Vorfalles ist für die Bijouterie allerdings äusserst ungünstig. Noch in diesem Monat hätten vor dem Eingang Pfosten eingebaut werden sollen, wie Susanne Schär sagt. Ein Entscheid der Geschäftsinhaberin und der Versicherung nach dem letzten Einbruch. Kommt hinzu, dass die Bijouterie deswegen erst seit knapp einem Monat wieder wie gewohnt in Betrieb ist.

Die Geschäftsinhaberin hofft nun, dass die Versicherung für den Vorfall aufkommt. Ende dieser Woche möchte sie das Geschäft wieder öffnen. Selbst wenn die Pfosten bald definitiv eingebaut und die Türe und die Einrichtung wieder neu sind, hat der Einbruch nicht nur sichtbare Spuren hinterlassen. Ein mulmiges Gefühl nämlich bleibt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.