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OBERUZWIL: Das Schorenriet soll wieder ein Moor werden

Das vor Jahrzehnten teilweise trockengelegte Schorenriet wird seit April mit Wasser aus dem Bettenauerweiher vernässt. Damit soll das Torfmoor regeneriert und die Amphibienfauna gefördert werden.
Andrea Häusler
Die freigelegten und mit Weiherwasser gefluteten Moorflächen im Schorenriet bieten Amphibien ideale Lebensbedingungen. (Bild: PD)

Die freigelegten und mit Weiherwasser gefluteten Moorflächen im Schorenriet bieten Amphibien ideale Lebensbedingungen. (Bild: PD)

Seit 2014 leitet Pro Natura St. Gallen-Appenzell ein Programm zur Förderung von seltenen Amphibien entlang von Thur und Glatt. Bis heute wurden an 37 Orten grössere und kleinere neue Laichgewässer angelegt. Finanziert werden die mit Gesamtkosten von 1, 3 Millionen Franken veranschlagen Projekte zu rund 60 Prozent von Bund, Kanton und Gemeinden. Die restlichen Kosten decken der Fonds Landschaft Schweiz, Pro Natura und verschiedene Stiftungen.

Als eines der letzten und zugleich aufwendigsten Projekte des Programms wurde im vergangenen Winter das Aufwertungsprojekt im Schorenriet umgesetzt. Das Gebiet ist nicht nur ein Flachmoor von regionaler Bedeutung, sondern zusammen mit dem im Westen angrenzenden Bettenauerweiher auch ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Mit dem nun umgesetzten und Anfangs April abgeschlossenen Projekt wurde daher auch dem Anliegen Rechnung getragen, die Amphibienfauna zu fördern. Ziel sei es, die Population der sechs regional gefährdetsten Arten zu stärken, sagte Projektleiter Jonas Barandun an der gestrigen Begehung. Wobei die Kreuzkröte – heute noch in Kirchberg und Jonschwil heimisch – die seltenste sei. Gefährdet seien jedoch auch der Laubfrosch, der Kamm- und Teichmolch, die Gelbbauchunke und die Geburtshelferkröte. «Wir brauchen aber nicht nur Lebensräume, sondern die Vernetzung der einzelnen Gebiete, sonst sterben diese Amphibienarten aus», machte Baradun klar.

Schorenriet gerodet und geflutet

Im Schorenriet wurde bis nach 1945 Torf abgebaut. Noch ist eine ein bis zwei Meter dicke Schicht vorhanden, die sich jedoch aufgrund der Trockenheit unter Freigabe grosser Mengen von CO2 zersetzt. Die Wiedervernässung war somit ein Gebot der Stunde. Vorgängig galt es jedoch, das verwaldete Riet zu roden. Erst hernach konnten die bestehenden Entwässerungsgräben mit Spundwänden verriegelt und mit Torf aufgefüllt werden mit dem Ziel, das Wasser länger im Riet zu halten. Damit dieses künftig regelmässig mit Wasser versorgt wird, wurde im Damm des Bettenauerweihers ein Dosierwerk eingebaut. Von hier aus kann Wasser über einen Graben ins Riet geleitet werden.

Im Zusammenhang mit dem Bau des Bewässerungssystems sind zahlreiche flache Gewässer entstanden, welche sich als Amphibienlaichgewässer eignen.

Projekt ist ein begleitetes Experiment

«Bei der Regeneration von Mooren muss mit langen Entwicklungszeiten gerechnet werden», sagte Jonas Barandun. Insbesondere die Ausbreitungsgeschwindigkeit der torfbildenden Torfmoose, welche überall im Moor in kleinen Beständen noch vorkommen, sei nicht abschätzbar. «Wir sprechen hier nicht von Jahren, sondern von Jahrzehnten», sagte er. Das Projekt bezeichnete er daher als ein Experiment, welches fachlich eng begleitet werden müsse und werde. Schnell profitierten hingegen die Amphibien, welche besser geeignete Laichgewässer erhalten hätten. Einen Nutzen aus der Aufwertung zögen nicht zuletzt auch die Erholungssuchenden, die nun einen freien Ausblick auf die Rietlandschaft geniessen. Diese ist und bleibt allerdings aufgrund des instabilen Untergrunds nicht begehbar. Um Fussgänger, Tier- und Pflanzenwelt auch optisch zu trennen, wird im Herbst entlang des bestehenden Weges eine Hecke gepflanzt.

Die Kosten für das Aufwertungsprojekt Schorenriet sind mit 82000 Franken veranschlagt. Jonas Barandun geht davon aus, dass der Betrag tendenziell eher unterschritten wird.

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