Oberbürer Familienunternehmen investiert Millionen in Erweiterungsbau

Das Unternehmen Züger Frischkäse in Oberbüren realisiert einen Erweiterungsbau. Diese Massnahme garantiert mehr Platz und auch, dass die Kunden weiterhin termingerecht beliefert werden können – denn: Frischkäse liegt in der Schweiz im Trend.

Philipp Stutz
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Die Züger Frischkäse AG in Oberbüren ist heute der fünftgrösste Milchverarbeiter der Schweiz.

Die Züger Frischkäse AG in Oberbüren ist heute der fünftgrösste Milchverarbeiter der Schweiz.

PD

«Wir haben im Bereich Logistik die Kapazitätsgrenze erreicht und verfügen über zu wenig Platz», begründet Geschäftsführer Christof Züger die Investition. Der Ausbau sei nötig, um die Kunden weiterhin termingerecht beliefern zu können. Die Bauarbeiten sind auf drei Etappen verteilt. Nach den Sommerferien wird die erste davon in Angriff genommen.

Geschäftsführer Christof Züger

Geschäftsführer Christof Züger

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Die Bauzeit wird sich über mehrere Jahre erstrecken. «Der Erweiterungsbau dient in erster Linie der Logistik und der Produktion im Verpackungsbereich des Frischkäses. Hinzu kommt eine Erweiterung der Lagerkapazitäten», sagt Züger.

Produktpalette wird kontinuierlich ausgebaut

Die Produktpalette werde kontinuierlich ausgebaut, weil Frischkäse – besonders Mozzarella und Hüttenkäse – laut Züger leicht und bekömmlich und daher bei der Kundschaft beliebt sind:

«Frischkäse liegt in der Schweiz im Trend.»

Züger ist ein bedeutender Arbeitgeber. Rund 280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind am Standort Oberbüren beschäftigt. Trotz fortschreitender Automatisierung dürfte diese Stellenzahl nach Aussage des Geschäftsleiters stabil bleiben. Das Unternehmen wächst stetig. Bereits Ende 2012 erstellte Züger einen Erweiterungsbau und investierte 30 Millionen Franken. Mit diesem Neubau wurde das Gebäudevolumen verdoppelt.

Weitere 5,5 Millionen Franken wurden in die Erweiterung des vollautomatischen Lagers für Verpackungsmaterial investiert. Im vergangenen Jahr installierte Züger eine Solaranlage mit einer Jahresleistung von rund 450000 kWh.

Mehr als die Hälfte der Produktion wird exportiert

Über 50 Prozent der Käseproduktion von Züger Frischkäse wird exportiert. Unter anderem in Länder wie Spanien, Deutschland, Frankreich, Russland, Saudi-Arabien und China. Um erfolgreich im Export wachsen zu können, ging Züger im Jahr 2016 eine Kooperation mit der süddeutschen AMK Allgäu Käse ein. Christof Züger sagt:

«Mit dieser Kooperation können wir Wirtschaftsräume bedienen, die aus der Schweiz nicht wettbewerbsfähig beliefert werden können.»

Dank der Zusammenarbeit kann Züger seine Präsenz in Europa und Übersee stärken und sein internationales Wachstum vorantreiben. Der Umsatz am Hauptstandort Oberbüren blieb 2019 im Vergleich zum Vorjahr mit rund 200 Millionen Franken konstant. Pro Tag werden hier zwischen 400 und 450 Tonnen Milch verarbeitet.

Ein Familienunternehmen geblieben

Die Züger Frischkäse AG ist ein reines Familienunternehmen. Sämtliche Aktien sind im Familienbesitz. Unter der Führung von Christof und Markus Züger hat sich die Züger Frischkäse AG in den letzten 20 Jahren vom Familien-KMU zu einem bedeutenden Unternehmen entwickelt. Zum Produktsortiment gehören Mozzarella, Pizzamozzarella, Hüttenkäse, Mascarpone, Ricotta, Quark, Frischkäse, Hirtenkäse, Grillkäse und Butter. Die Milch von 400 regionalen Bauernfamilien wird am Standort Oberbüren zu qualitativ hochwertigen Lebensmitteln des täglichen Bedarfs veredelt.

Ein Blick in die Produktionshallen: Hier werden die beliebten Produkte hergestellt.

Ein Blick in die Produktionshallen: Hier werden die beliebten Produkte hergestellt.

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Bekenntnis zum Standort Oberbüren

Es war die Idee von Firmengründer Edwin Züger, statt einer traditionellen Käsesorte die noch wenig bekannten Frischkäseprodukte herzustellen. Nach einer intensiven und langwierigen Entwicklungszeit war schliesslich 1984 der erste Züger-Mozzarella marktreif. Schon bald sollte sich herausstellen, wie entscheidend dieser Schritt für die Entwicklung des Unternehmens war. Christof und Markus Züger prägten mit ihrem unternehmerischen Mut die jüngere Geschichte. Unter ihrer Leitung wurden Exportmärkte erschlossen, neue Spezialitäten wie der Grillkäse entwickelt und verschiedene Convenience-Produkte lanciert. Im Gleichschritt mit den Neuerungen auf der Produktseite ging auch die rein betriebliche, produktionstechnische und ökologische Entwicklung der Unternehmung einher – dies immer mit dem Bekenntnis zum angestammten Produktionsstandort Oberbüren.

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