OBERBÜREN/FLAWIL: Hochzeitspaar aus Oberbüren kämpft im Fernsehen um eine Traumreise

Tamara und Marcel Schläpfer aus Oberbüren haben am 7. 7. 17 in Flawil geheiratet. Dabei war ein Filmteam der TV-Serie «Vier Hochzeiten und eine Traumreise». Am Montag wird die Sendung ausgestrahlt.

Zita Meienhofer
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Im Ortsmuseum Lindengut in Flawil fanden Tamara und Marcel Schläpfer die idealen Bedingungen für ihre Hochzeit, die am Montag auf dem TV-Sender Vox zu sehen ist. (Bild: Dominic Schläpfer)

Im Ortsmuseum Lindengut in Flawil fanden Tamara und Marcel Schläpfer die idealen Bedingungen für ihre Hochzeit, die am Montag auf dem TV-Sender Vox zu sehen ist. (Bild: Dominic Schläpfer)

Zita Meienhofer

zita.meienhofer@wilerzeitung.ch

Eines der erfolgreichen Formate des deutschen Fernsehsenders Vox ist die Hochzeits-Doku «Vier Hochzeiten und eine Traumreise». Diese wird seit Anfang Dezember 2013 von Montag bis Freitag jeweils nachmittags zwischen vier und fünf Uhr ausgestrahlt. Vier Bräute kämpfen um eine Luxusreise – wohin diese geht ist allerdings noch nicht bekannt. Im vergangenen Juli war das Produktionsteam von Vox im Ortsmuseum Lindengut in Flawil. Es begleitete Tamara und Marcel Schläpfer aus Oberbüren an ihrem besonderen Tag.

Tamara und Marcel Schläpfer gehören nicht zu jenen Menschen, die gerne im Rampenlicht stehen. Trotzdem haben sie sich am vergangenen 1. Mai – aus einer Laune heraus, wie sie heute sagen – für die Teilnahme an diesem Doku-Format beworben. Chancen haben sie sich nicht unbedingt ausgerechnet. Umso überraschter war das Paar als sie postwendend als mögliche Teilnehmer kontaktiert wurden. Bei einem Casting – am Bettenauer Weiher – wurde ihnen erstmals bewusst, was es heisst, vor der Kamera zu stehen. «Wir waren am Schluss total erschöpft», erklärt Tamara Schläpfer. Dann hörte das Brautpaar aus Oberbüren längere Zeit nichts mehr von den Verantwortlichen der Sendung, waren überzeugt, letztlich doch nicht zu den Auserwählten zu zählen.

Liebe auf den ersten Klick und den ersten Blick

Auf Empfehlung eines Bekannten fanden Tamara (38) und Marcel Schläpfer (49) via Dating-Plattform zueinander. «Es war Liebe auf den allerersten Klick und dann auf den ersten Blick», sagen die Verwaltungsangestellte und der Verkaufsleiter, die beide bereits verheiratet waren und je zwei Kinder haben. Über das erste Rendezvous sagt Tamara Schläpfer, die beim ersten Treffen von ihrem jetzigen Mann ein Teelicht erhielt: «Heute weiss ich, dass ich damals noch viel mehr erhalten habe. Einen Mann für mein künftiges Leben». Und er gesteht: «Es hat bei mir sofort gefunkt, ich war vom ersten Moment an fasziniert von dieser Frau». Seit diesem Treffen sind etwas mehr als vier Jahre vergangen. Dazwischen folgte der sehr romantische und ausgefallene Heiratsantrag von Tamara Schläpfer im PrivatSpa Delux im Säntispark und die traditionelle Zeremonie auf einer Malediven-Insel.

Die Zusage kam zwei Wochen vor der Hochzeit

Zwei Wochen vor dem Hochzeitstermin kam unverhofft die Zusage des Fernsehsenders. Tamara und Marcel Schläpfer hatten nicht mehr daran geglaubt. Sie hatten ihre Hochzeit bereits bis ins letzte Detail geplant und alle Involvierten – von den Trauzeugen und Gästen bis zur Make-up-Artistin und zum Musiker – um Erlaubnis gebeten für die Filmaufnahmen. Nur zwei Personen waren damit nicht einverstanden: Die Wahl fiel letztlich auf eine andere Coiffeuse, ein Gast ist auf den Aufnahmen nur verpixelt zu sehen.

Ungewohnte Reaktionen aus ihrem Umfeld blieben aus, da viele die Sendung gar nicht kannten. Vox nimmt keinen Einfluss auf die Planung der Hochzeit und beteiligt sich auch nicht an den Kosten. Einzig, ein Motto hatte das Brautpaar noch zu definieren. Dieses hiess: «Etwas Neues, etwas Blaues und ganz viel Altes». Tamara Schläpfer erklärt: «Etwas Neues bedeutete: ‹Es ist Zeit etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.› Etwas Blaues steht für das Unsichtbare und das Geheimnisvolle, das ­Ungewisse, die Fahrt ins Blaue. Und das ganz viel Alte beschrieb den beständigen und antiken Rahmen der alles zusammenhält».

Die Ziviltrauung fand im Ortsmuseum Lindengut in Flawil statt. Tamara und Marcel Schläpfer hatte dieser Ort auf Anhieb gefallen, passte bestens zum Motto und sie waren begeistert von der wunderschönen Zeremonie der Zivilstandsbeamtin. Später ging es ins Burgrestaurant ­Gebhardsberg nach Bregenz. Über ihren eigenen Hochzeitstag – sie waren das erste der vier Paare – sagen sie heute: «Es fand alles genauso statt, wie wir es geplant hatten. Wir hatten ein sehr angenehmes Dreh-Team, das unseren Tag überhaupt nicht störte».

Die Anstrengung an den drei weiteren Hochzeiten

So entspannt sie ihre eigene Hochzeit geniessen konnten, so anstrengend hat Tamara Schläpfer die Trauungen ihrer drei Konkurrenzbräute empfunden. Diese fanden in Berlin, im Kleinwalsertal (Ritzerln) und in der Nähe von Düsseldorf statt. «Die Kamera war von morgens bis abends auf mich gerichtet», erklärt sie, «der Gesichtsausdruck, meine Bewegungen wurden im Detail festgehalten, das war sehr kräftezehrend». Und dann war da die Sache mit der Sprache. «Ich musste während dieser Drehtage immer wieder daran denken, Hochdeutsch zu sprechen. Das hat nicht immer geklappt und ich habe mich auch nicht so gut ausdrücken können». Den Kontakt mit den anderen Bräuten war nicht besonders eng. Diese hatten bereits bei Schläpfers Hochzeit, welche die erste war, Bekanntschaft und sogar Freundschaft geschlossen.

«Es gab Gezicke hinter und vor der Kamera. Wie gewollt das war, kann ich nicht beurteilen», so Tamara Schläpfer, sie sei auch darauf gespannt, wie die Szenen geschnitten werden, was überhaupt gezeigt und was Froonck dazusagen werde. Allerdings ist sie der Ansicht, dass sie fair – und nicht zu ihrem Vorteil – bewertet hat. Nur schon deshalb, weil es Tamara und Marcel Schläpfer zwar auch ums Gewinnen aber in erster Linie um die Erfahrung ging, bei einem solchen Format mitzumachen. Marcel Schläpfer sagt aus diesem Grund auch: «Es war äusserst interessant zu sehen, wie eine solche Sendung entsteht, ich schaue heute diese TV-Formate mit anderen Augen». Ob Tamara und Marcel Schläpfer letztlich die Traum­reise gewonnen haben und dort ihrem gemeinsamen Hobby der Faszination der Insel- und Unterwasserwelt frönen können, ist im Finale, das am Freitag, 1. Dezember, ausgestrahlt wird, zu sehen.

Hinweis

«Vier Hochzeiten und eine Traumreise» mit Tamara und Marcel Schläpfer: Montag, 27. November, 16 Uhr, Vox. Finale: Freitag, 1. Dezember, 16 Uhr, Vox.