Oberbüren – warum wird kein Kreisel gebaut?

«Das sind 29 000 Franken Schaden», Ausgabe vom 31. März

Drucken
Teilen

Zurzeit wird in Oberbüren das neue Logistikzentrum der Fust AG gebaut. Wegen seiner imposanten Grösse ist der Neubau sehr augenfällig. Es dürfte deshalb wohl jedem klar sein, dass nach der Inbetriebnahme der Schwerverkehr in diesem Bereich massiv zunehmen wird. Deshalb will der Kanton St. Gallen auch den Knoten Industrie Haslen in die Kantonsstrasse umgestalten.

Aus mir unverständlichen Gründen wird hier nun jedoch kein Kreisel erstellt. So werden solche Abbiegeunfälle auch in Zukunft wieder passieren. Nach dem tödlichen Unfall einer jungen Velofahrerin im Jahr 2006 mit einem in Richtung Dorf fahrenden Lastwagen, wurde die seitliche Einfahrt als Sofortmassnahme (toter Winkel) aufgehoben. Seither können die Fahrzeuge nur noch rechtwinklig in die Kantonsstrasse einfahren. Trotzdem plant nun der Kanton beim Knoten Haslen wieder eine neue, zusätzliche seitliche Einspurstrecke (Bypass) in Richtung Dorf. Die Neugestaltung soll noch in diesem Jahr vorgenommen werden. Für mich unerklärlich, da ja das Baudepartement St. Gallen in seiner Richtlinie selber folgendes verlangt: Neue Zu- und Wegfahrten auf die Kantonsstrasse haben möglichst rechtwinklig zur Fahrbahnachse zu erfolgen.

Auch die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) hat Bedenken zum vorliegenden Projekt geäussert, weshalb auch aus ihrer Sicht das Projekt nochmals überprüft werden sollte. Die vorgesehene Knotenform mit dem Bypass für den Rechtsabbieger und die separate Linksabbiegespur ist sehr heikel, zumal beim Bypass ein sehr ungünstiger Einmündungswinkel besteht und die Sicht auf den herannahenden Verkehr nur mit dem «Kopfverrenken» gewährleistet ist. Weiter nehmen sich die beiden einmündenden Fahrzeuge durch die separaten Fahrstreifen die Sicht, was vor allem durch das zügige Einmünden durch den Bypass zu gefährlichen Situationen führen kann!

Auch die Verkehrstechnik der Kantonspolizei hat Bedenken zu diesem seitlichen Bypass geäussert. Das Baudepartement St. Gallen, aber auch der Gemeinderat Oberbüren, haben trotzdem ein von mir verlangtes ausführliches Verkehrsgutachten zum ganzen Projekt durch die bfu abgelehnt. Und wer übernimmt bei einem erneuten Unfall die Verantwortung?

Peter Isenring, 9245 Oberbüren