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OBERBÜREN: Viele Wege führen zum Fechten

Einmal pro Woche fechten Kinder und Jugendliche im Oberstufenzentrum Thurzelg. Für die einen ist das ein Hobby, andere träumen bereits von der Profikarriere. Gemeinsam ist ihnen die Faszination an diesem Sport.
Tim Frei
Während zwei Buben mit Maske und Degen miteinander fechten, achten zwei weitere Kinder ohne Masken als Schiedsrichter, dass alles mit rechten Dingen zugeht. (Bilder: Tim Frei)

Während zwei Buben mit Maske und Degen miteinander fechten, achten zwei weitere Kinder ohne Masken als Schiedsrichter, dass alles mit rechten Dingen zugeht. (Bilder: Tim Frei)

«En garde, prêt, allez!» – mit diesen drei französischen Wörtern, deutsch etwa «Stellung! - Fertig? - Los!», geben Kinder in weiss gekleideten Tenues den Startschuss zum Fechten. Als Schiedsrichter achten sie darauf, dass bei den Duellen der anderen alles korrekt abläuft, und zählen die Treffer. Wer zuerst fünf Punkte erreicht, gewinnt. Abgeschlossen werden die Duelle mit einer Verabschiedung, wobei die Kinder ihre Masken abziehen und sich die Hände schütteln. Ebenfalls dazu gehört die Begrüssung – beide Fechter heben dafür, noch ohne Maske, ihren Degen in die Luft und senken ihn anschliessend wieder. Auch an einer elektronischen Trefferanlage wie bei den Profis fehlt es nicht. Damit verwandelt sich das Oberstufenzentrum Thurzelg in Oberbüren einmal wöchentlich in eine kleine Fechtarena, wenn der Fechtverein Fürstenland (FVFL) sein Training für Kinder und Jugendliche ab sieben Jahren austrägt (siehe Infobox).

Seit seiner Gründung im Oktober 2016 ist der Fechtverein gewachsen. «Anfänglich zählten wir fünf junge Fechter, heute sind es bereits vierzehn, darunter zwei Mädchen», sagt J+S-Leiterin Selina Meier, die zusammen mit ihrer Mutter und Vizepräsidentin Petra Walczewski die Trainings leitet. Dieser Zuwachs ist überraschend: Einerseits ist Fechten eine Randsportart, anderseits gibt es heute eine Fülle an anderen Sportarten beziehungsweise -vereinen. Deshalb stellt sich die Frage: Wie kommen Kinder und Jugendliche dazu, sich fürs Fechten zu entscheiden?

Der Reiz des Speziellen

«Für mich ist Fechten mehr als nur ein Sport», sagt Nathalie Brückner aus Abtwil. «Nebst Ausdauer sind auch andere Fähigkeiten wie etwa Denken, Geschicklichkeit und Konzentration gefragt», sagt die 13-Jährige. Dies sei ein grosser Vorteil gegenüber anderen Sportarten und einer der Gründe, weshalb sie sich für Fechten entschied. «Mich reizte es, einen speziellen Sport zu machen», sagt sie und ergänzt: «Fussball hat mich nie interessiert.» Begonnen mit der Sportart hat Nathalie Brückner vor rund fünf Jahren. Seit mehreren Jahren nimmt sie auch an Turnieren in der Schweiz teil. Profi-Fechterin will sie aber nicht werden: «Ich sehe den Sport eher als Hobby an. Später wird dies sicher einmal ein guter Ausgleich zum Berufsalltag.»

Durch den FVFL kennen gelernt haben sich die Buben Leandro Gehrig (Flawil), Darian Rüegg (Niederteufen) und Christian Bissegger (Wuppenau). Sie fechten nicht nur gerne miteinander, sondern sind auch Freunde geworden. Ihre Wege zum Fechten sind unterschiedlich: Leandro Gehrig wurde bei der Lektüre des Ferienplausches darauf aufmerksam, dass es in Oberbüren einen Verein gibt. «Das hat mich gleich begeistert. Ich wollte es sofort ausprobieren», sagt der 9-Jährige, der seit zwei Jahren fechtet. «Mich faszinierte es, etwas mit Waffen machen zu können, ohne jemanden zu verletzten.» Darian Rüegg erinnert sich noch gut daran, wie er zu dieser Sportart kam: «Bereits früh interessierte ich mich fürs Fechten – woher das kam, weiss weder ich noch meine Eltern.» Als ihm die Mutter dann genauer erklärte, was Fechten sei, war er «total begeistert». Vor drei Jahren begann der 10-Jährige dann mit dem Fechten bei einem Verein in St. Gallen. Seit zwei Jahren fechtet er in Oberbüren. «Als ich hörte, dass es in der Region einen Verein gab, wechselte ich sofort.» Christian Bissegger wollte ursprünglich einen anderen Sport ausüben. Als ihm dann ein Freund mit Begeisterung von einem Fecht-Schnupperkurs erzählte, war es auch um ihn geschehen. Der 10-Jährige fechtet seit einem halben Jahr.

Max Heinzer als gemeinsames Vorbild

Alle drei Knaben haben bereits an einigen Turnieren in der Schweiz teilgenommen, Leandro Gehrig bereits an einem in Deutschland. Während Christian Bissegger nicht Profi werden möchte, haben sich die anderen zwei Buben dieses Ziel vorgenommen. Wenig überraschend ist deren Vorbild der Schweizer Fechter Max Heinzer. «Ich finde es beeindruckend, wie er abwartet, um dann mit Geschicklichkeit einen Treffer zu erzielen», sagt Leandro Gehrig. Was beim Training im Thurzelg auffällt: Die jungen Fechter helfen sich gegenseitig – sei es beim Fechten oder beim Aufstellen und Abräumen der Fechtanlage. «Unser Ziel ist es, das Miteinander fördern», sagt Selina Meier.

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