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OBERBÜREN: Viel Wirbel um Hanfplantage in Oberbüren

Im Industriegebiet Bürerfeld ist eine Indoor-Hanfanlage geplant. Obwohl es sich um ein normales Bewilligungsverfahren handelt und der Anbau legal ist, halten sich die Betreiber bedeckt.
Angelina Donati
Ein Bauer hat einen Dieb erschossen, der seinen Hanf stehlen wollte. (Bild: Keystone)

Ein Bauer hat einen Dieb erschossen, der seinen Hanf stehlen wollte. (Bild: Keystone)

Angelina Donati

angelina.donati@wilerzeitung.ch

"Um was geht es nochmals?", "Eine Hanfanlage? – das sagt mir nichts", "Dazu kann ich nichts sagen": Wenn es um die geplante Indoor-Industrie-Hanfanlage im Bürerfeld in Oberbüren geht, werden die Bauherren, die Vermieterin und die Gemeinde plötzlich wortkarg und es müssen Rücksprachen gehalten werden. Dabei handelt es im Grunde genommen um ein normales Bewilligungsverfahren. Speziell ist einzig, dass der Kanton unter anderem in punkto Feuerschutz involviert ist, wie schliesslich von Alexander Bommeli, Gemeindepräsident von Oberbüren, zu erfahren ist.

Das Beispiel in Oberbüren veranschaulicht exemplarisch, dass der legale Hanf in der Schweiz noch nicht richtig akzeptiert ist oder zumindest Vorurteile bestehen, die sich nicht leicht abbauen lassen. Knapp zwei Jahre ist es her, seit in der Schweiz der Markt für Cannabidiol-Gras (CBD) anzog und einen unerwarteten Boom auslöste. CBD gilt als ein nicht-berauschender Wirkstoff. Ein Hersteller nach dem anderen versucht seither sein Glück. Während die Ersten sich noch ein goldenes Näschen verdient hatten, gab es bald ein Überangebot. Dementsprechend schwierig gestaltet sich das Geschäft für die Nachfolgenden.

Angebot und Nachfrage weiter im Auge behalten

Versuchen möchte es die noch junge Firma Nemesis Hexagon AG mit Sitz in Herisau dennoch, wie von einem Vertreter der Bauherrschaft zu erfahren ist. Von der Tatsache, dass schon viele der in den Markt eingestiegenen Anbieter auf keinen grünen Zweig kamen und aufgeben mussten, lässt sich Nemesis Hexagon offenbar nicht beirren. "Ein Punkt ist sicher die Qualität, mit der man sich von seinen Konkurrenten abheben kann", ist sich der Vertreter sicher. "Nur wer etwas wagt, hat auch die Chance, etwas gewinnen zu können." Ohnehin müsse die Marktsituation weiter analysiert und beobachtet werden, wie sich Angebot und Nachfrage künftig entwickeln. In einer Halle, in der einst Heizkörper produziert wurden, sollen die Pflanzen gedeihen. Geruchsemissionen soll es keine geben. Der Tabakersatz, wie er vom Vertreter genannt wird, werde nach den Richtlinien des Bundesamtes für Gesundheit erzeugt. Noch bis 1. Februar liegt das Baugesuch in der Gemeindeverwaltung auf. Beim geplanten Standort im Bürerfeld handle es sich allerdings um die reine Produktion, und nicht etwa um den Verkaufsstandort des Grases, wie der Vertreter betont. Abnehmer der Firma Nemesis Hexagon seien Grosshandelskunden.

Bürokratie und hohe Zollgebühren

Der Hype um den legalen Cannabis ist weltweit gross, besonders in den USA. Um im hart umkämpften Schweizer Markt bestehen zu können, erschliessen zahlreiche Schweizer Produzenten auch andere Länder und somit neue Kundengruppen. Vor allem der EU-Raum ist interessant, wie vom Vertreter der Herisauer Firma zu erfahren ist. In der Schweiz muss bei der Herstellung des CBD-Grases der Anteil des Drogenhanfs Tetrahydrocannabinol (THC) unter einem Prozent liegen, die EU-Richtlinien schreiben einen Grenzwert von unter 0,3 Prozent vor.

Ob sich auch die Nemesis Hexagon auf den ausländischen Markt konzentrieren wird, lässt der Vertreter der Bauherrschaft offen. So oder so sei es schwierig, Fuss zu fassen. Die ausländischen Produzenten würden ebenfalls nicht schlafen und könnten ihr Produkt ohne die hohen Zollgebühren zudem günstiger absetzen. Für den Standort Schweiz wirke sich zudem der administrative Aufwand erschwerend aus. In Spanien oder Slowenien etwa seien keine Baugesuche notwendig, die das Vorhaben verkomplizieren, verzögern oder gar verunmöglichen. Geschützt werden könne der Markt mit einem Gesetz, das die Herstellung in der Schweiz erlaube, den Import hingegen verbiete. "Eine Lobby hat es allerdings keine."

Zukunftsaussichten, die demnach genauso wenig berauschend sind wie das CBD-Gras?

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