OBERBÜREN: Veganer Mozzarella ist kein Thema

Die Züger Frischkäse AG ist mit einem täglichen Milchverarbeitungsvolumen von knapp 55000 Litern schweizweit die Nummer fünf. Seit 25 Jahren ist das Unternehmen in Oberbüren domiziliert: ein Grund zum Feiern.

Andrea Häusler
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1992 bezogen, wurde der Firmenstandort der Züger Frischkäse AG in Oberbüren schrittweise ausgebaut. Die räumliche Expansionsphase ist nun aber abgeschlossen. (Bild: PD)

1992 bezogen, wurde der Firmenstandort der Züger Frischkäse AG in Oberbüren schrittweise ausgebaut. Die räumliche Expansionsphase ist nun aber abgeschlossen. (Bild: PD)

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

20 Millionen Liter Milch von über 400 Ostschweizer Bauernbetrieben verarbeitet die Züger Frischkäse AG pro Jahr. Diese Verarbeitungskapazität ermöglichen moderne Produktionsanlagen, die seit nunmehr 25 Jahren im weissen Gebäude mit dem blauen Alpaufzug und den grün/blauen Logos am Industriestandort «Haslen» in Oberbüren untergebracht sind. Der Umzug von Niederbüren nach Oberbüren am 15. August 1992 war für die Entwicklung der Firma wegweisend. Die Frischkäserei wurde, unter der Führung von Edwin Züger, zum professionell aufgestellten Industrieunternehmen mit einer breiten Produktepalette und rund 250 Mitarbeitenden.

Innovation innerhalb der Sortimentspalette

Die damalige Standortwahl bezeichnet die Unternehmungsleitung als klares Bekenntnis zu einer Region, in der die Familie Züger verwurzelt ist und aus der die Rohmilch für die Mozzarella-Produkte, den Mascarpone, Ricotta, Hüttenkäse, Quark, Frisch- und Grillkäse sowie die Butter stammt. Die Liegenschaft am Dorfrand, unmittelbar beim Autobahnanschluss A1, wurde in den vergangenen Jahren mehrmals erweitert. Das bestehende Raumangebot soll nun aber für die Zukunft ausreichen. «Eine weitere Expansion ist nicht geplant», sagt Züger-Marketing-Leiterin Claudia Kuratli. Auch nicht sortimentsmässig. Im Frischkäsebereich gebe es kaum ein Segment, das noch nicht abgedeckt sei, begründet sie. Innovation finde innerhalb der bestehenden Produktepalette statt. Beispielsweise würden Produkte wie Hütten- oder Frischkäse mit neuen Geschmacksnoten aus dem Kräuter- oder Früchtegarten angereichert. Entwicklungen, die zumeist auf Anregung und in Zusammenarbeit mit Kunden vollzogen würden, wie Kuratli sagt. «Eine eigene Innovationsabteilung betreibt die Züger AG nicht.» Unabhängig des Trends sind in naher Zukunft keine vegane Frischkäsespezialitäten aus Oberbüren zu erwarten. Aufgrund der zu geringen Nachfrage. «Der Anteil der Konsumenten, der sich vegan ernährt, liegt nach wie vor unter einem Prozent», begründet Claudia Kuratli und verweist auf die lactosefreien Produkte, die das Unternehmen standartmässig anbietet. Selbst dabei handle es sich um Nischenprodukte. Hingegen sei Bio ein grosses Thema. Allerdings in erster Linie im Ausland. «80 Prozent der Bio-Spezialitäten werden ins Ausland verkauft», sagt Kuratli. Wobei in Deutschland, Frankreich oder Italien die Märkte schlicht um ein Mehrfaches grösser seien als in der Schweiz.

Mozzarella weiterhin wichtigstes Exportgut

Ohnehin beträgt der Exportan­-teil der Züger-Produktion rund 50 Prozent. Der grösste Teil geht in den europäischen Raum. Wobei der Mozzarella nach wie vor Zügers Paradeprodukt ist: in Bezug auf die Produktionsmenge das wichtigste Erzeugnis.

Weil das Gewerbehaus an der Industrie Haslen 9a den Grundstein für die Entwicklung der Züger Frischkäse AG zum heute fünftgrössten Milchverarbeiter der Schweiz bildete, wurde dessen 25. Geburtstag firmenintern gefeiert: Gestern war die Belegschaft zu einem Mittagessen im familiären Rahmen geladen.