OBERBÜREN: Harry Brack kämpft nun parteilos weiter.

Harry Brack ist aus der SVP ausgetreten. Der SVP-Delegierte reagiert mit diesem Schritt auf Meinungsverschiedenheiten im Vorstand der Kreispartei Wil. Obendrein hat er von der St. Galler Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl erhalten.

Hans Suter
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Stelldichein von SVP-Exponenten: Von links Harry Brack, Kreisparteipräsident, und Kantonsrat Bruno Dudli, Nationalrat Andi Glarner, Erwin Hauser von der SVP Wil und Patrick Bischof von der SVP Oberbüren. Die Aufnahme entstand am letztjährigen Fürstenlandtreffen. (Bild: PD)

Stelldichein von SVP-Exponenten: Von links Harry Brack, Kreisparteipräsident, und Kantonsrat Bruno Dudli, Nationalrat Andi Glarner, Erwin Hauser von der SVP Wil und Patrick Bischof von der SVP Oberbüren. Die Aufnahme entstand am letztjährigen Fürstenlandtreffen. (Bild: PD)

Hans Suter

hans.suter@wilerzeitung.ch

«Mit sofortiger Wirkung trete ich aus der SVP aus. Die Delegiertenkarten Kanton und Schweiz gebe ich ab. Ebenfalls trete ich per sofort aus dem OK des Fürstenlandforums aus. Details folgen in den nächsten Tagen. Ich kämpfe jetzt parteilos weiter.» Diesen Eintrag machte das Oberbürer SVP-Mitglied Harry Brack am 3. Juli um 22.58 Uhr in seinem Facebook-Profil. Zwei Minuten später folgte bereits die erste Reaktion. Schnell entwickelte sich eine lebhafte Diskussion zum Verhalten Harry Bracks. Die einen geben ihrem Bedauern Ausdruck und motivieren Brack zum Weitermachen, andere kritisieren, wer austeile, müsse auch einstecken können. Unklar bleibt der Grund, der zum sofortigen Rücktritt führte. Gerüchteweise war zu vernehmen, der Schritt stehe im Zusammenhang mit der Eröffnung der Moschee in Wil. Andere glauben, ein Strafbefehl wegen übler Nachrede sei der Grund.

Auf Anfrage bestätigte Harry Brack sowohl seinen sofortigen Austritt aus der SVP als auch den Erhalt eines Strafbefehls wegen übler Nachrede. Über den Grund für seinen abrupten Austritt mag er sich aber noch nicht äussern. «Viele wollen mich in der Partei halten. Es wird noch Gespräche geben, bis dahin will ich nicht Stellung nehmen», sagte Brack. «Bestätigen kann ich jedoch, dass ich ein gespaltenes Verhältnis zur Kreispartei Wil habe.» Kreisparteipräsident Bruno Dudli bleibt ebenfalls wortkarg: «Es war eine kurze Sache, die für mich eigentlich erledigt ist.» Auf den Kern der Sache mag auch Dudli nicht eingehen. «Es gibt ein Problem mit der Mehrheit des Vorstands», fügt Dudli dann doch hinzu. Es gebe Mitte August ein Gespräch zwischen Harry Brack und der Kantonalpartei, da wolle er nicht reinfunken. Brack ist entschlossen, auch parteilos weiterzukämpfen. «Ich arbeite für die Sache, nicht für die Person oder ein Mandat», sagt er.

Geldstrafe auf Bewährung

Den Strafbefehl wegen übler Nachrede nimmt er gelassen. «Wie dünnhäutig wir doch geworden sind. Mit der Meinungsfreiheit ist es längst vorbei», sagt der SVP-Hardliner. Klägerin ist die ehemalige Zuger Grünen-Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin. Grund für den Strafbefehl sind Aussagen Bracks im Zusammenhang mit der Affäre um die Vorkommnisse am Rand einer Zuger Landratsfeier. Auch der ehemalige Wiler SVP-Stadtparlamentarier Mario Schmitt erhielt vor einiger Zeit von der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl wegen übler Nachrede in Sachen Spiess-Hegglin.

Harry Brack muss eine Busse von 150 Franken sowie Gebühren in der Höhe von 350 Franken bezahlen. Ausserdem wurde eine Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je 50 Franken ausgesprochen, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren. Ob er den Strafbefehl anficht, mochte Harry Brack gestern nicht sagen. Unklar ist auch, ob Jolanda Spiess-Hegglin später noch eine Zivilforderung stellen wird.