Oberbüren
Fachkräftemangel und Nachwuchsprobleme: Was den neuen Präsidenten des Gewerbevereins Oberbüren umtreibt

Der Vorstand des Gewerbevereins musste nach verschiedenen Rücktritten neu gewählt werden. Präsidiert wird der Verein künftig vom bisherigen Vizepräsidenten, Bruno Dudli.

Philipp Stutz
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Der neue Vorstand des Gewerbevereins Oberbüren: Damian Keller, Bruno Dudli, Françoise Meier, Michael Stark und Arnold Lemmenmeier (von links).

Der neue Vorstand des Gewerbevereins Oberbüren: Damian Keller, Bruno Dudli, Françoise Meier, Michael Stark und Arnold Lemmenmeier (von links).

Bild: Philipp Stutz

Vizepräsident Bruno Dudli, der das Amt des Präsidenten interimistisch ausgeübt hat, ist an der 37. Hauptversammlung des Gewerbevereins Oberbüren vom Dienstag zum neuen Präsidenten bestimmt worden. Neuer Vizepräsident wird Damian Roth, neue Beisitzerin Françoise Meier. Der Vorstand wird komplettiert durch Kassier Arnold Lemmenmeier und Aktuar Michael Stark. Die Neuwahlen waren nötig geworden, weil Präsidentin Hildi Rutz im vergangenen Jahr ihren Rücktritt eingereicht hatte. Auch Beisitzer Michael Keller hatte seine Demission bekanntgegeben. Zum Ehrenmitglied wurde Vital Brühwiler, zum Freimitglied Albin «Bienli» Odermatt ernannt.

Ein breites Spektrum an Gewerbebetrieben

«Es war nicht einfach, neue Vorstandsmitglieder zu finden», sagt der neue Präsident Bruno Dudli. Also habe er sich entschlossen, das Präsidium zu übernehmen. Dudli, der im Versicherungsbereich tätig ist, entstammt dem kaufmännischen Bereich. «Klassische Gewerbebetriebe sind eher handwerklich und in der Produktion tätig», betont er. Das Gewerbe sei in der Gemeinde Oberbüren in verschiedenen Bereichen tätig: «Die Palette reicht vom Einmann-Geschäft über den Handel bis hin zu Grosstrieben wie die Fust AG oder die Züger Frischkäse AG. Ein derart breites Spektrum können nicht viele Gemeinden vorweisen.»

Probleme bei der Beschaffung von Rohstoffen

Die Coronakrise hat auch vor dem Gewerbe nicht haltgemacht. Der Kanton habe Hilfspakete geschnürt, wobei nur wenige Schnittpunkte zum klassischen Gewerbe festzustellen seien. «Das Gewerbe hat sich gut geschlagen», betont Dudli. Von der Finanzhilfe hätten in erster Linie der Tourismus mit den Seilbahnen, Kulturschaffende und staatsnahe Institutionen wie etwa die Stiftsbibliothek St.Gallen profitiert. Der Krieg in der Ukraine hat laut Dudli die Lieferketten unterbrochen. «Grössere Probleme sind wegen der Beschaffung von Rohstoffen entstanden.» Sorgen bereitet auch der Fachkräftemangel, ebenso die Rekrutierung des beruflichen Nachwuchses.

Der Gewerbeverein Oberbüren zählt 117 Mitglieder. Einem Austritt stehen vier Neumitglieder gegenüber. «Die Mitgliederzahl bleibt konstant», stellt der neue Präsident fest. Der Gewerbeverein setzt vor allem auf gesellige Anlässe. Die Politik steht nicht im Mittelpunkt. Empfehlungen des Kantonalen Gewerbeverbandes werden aber laut dem neuen Präsidenten an die Mitglieder weitergegeben.