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OBERBÜREN: Ein Fass ohne Boden

Die Schneeschmelze und das nasse Wetter setzen den Spazier- und Wanderwegen zu. Entlang der Thur sind sie teilweise zu Matschpisten verkommen. Speziell dort, wo Ross und Reiter unterwegs sind.
Andrea Häusler
Der Reitweg auf der Höhe der Eichhütte am östlichen Dorfausgang von Oberbüren präsentiert sich derzeit als Schlammpiste. Es handelt sich um einen privaten Weg. Der Unterhalt liegt in der Zuständigkeit der Nutzer. (Bilder: Andrea Häusler)

Der Reitweg auf der Höhe der Eichhütte am östlichen Dorfausgang von Oberbüren präsentiert sich derzeit als Schlammpiste. Es handelt sich um einen privaten Weg. Der Unterhalt liegt in der Zuständigkeit der Nutzer. (Bilder: Andrea Häusler)

«Nach dem Essen sollst nicht ruhn, sondern tausend Schritte tun.» Hans-Karl Sturm aus Oberuzwil hat den gesunden Ratschlag beherzigt und auf dem Hochwasserdamm der Thur in die Tat umgesetzt. Die Reue folgte früh: Statt entspannt zu spazieren, war hüpfen von Punkt zu Punkt angesagt. «Der Thurweg zwischen Oberbüren und dem Golfplatz Niederbüren ist zur bodenlosen Schlammbahn verkommen», schreibt er. Überzeugt davon, dass sich das Problem mit dem Abtrocknen des Bodens nicht von selbst erledigt. Zumal die Pferde, deren Hufe sich im Morast abzeichnen, den Untergrund derart komprimiert hätten, dass das Regenwasser nicht mehr versickere. «Jeder Tritt der «Halbtönner» verdichte den Grund mehr: Die Schlammpiste wird zum Selbstläufer.» Sturm ist überzeugt, dass sich die Situation mit einigen Wagenladungen Kies nicht nachhaltig verbessern lässt, und befürchtet erhebliche Kosten für einen Neubelag zu Lasten der Gemeinden.

Unterhalt an Reitbetriebe übertragen

Für den Unterhalt der Thurwege auf Oberbürer Gemeindegebiet ist die Unterhaltsgenossenschaft der Melioration zuständig. Deren Präsident, Erich Frick, wiegelt ab: Übers Ganze gesehen sei der Zustand der Wege entlang der Thur – unter Berücksichtigung des Tauwetters und der gegenwärtigen Nässe – gut. Dies habe ein kürzlicher Rundgang gezeigt. Von seiner Beurteilung nimmt er den Abschnitt zwischen der Einmündung des Oberbürer Dorfbachs und der Thurbrücke aus. Dort sei der Boden wegen der Bauarbeiten für ein neues Amphibienschutzgewässer sowie Holzschlagarbeiten stark belastet worden. Ausbesserungen würden im Frühling vorgenommen. Probleme mit der Durchlässigkeit des Bodens macht Frick keine aus. Solche stellten sich eher bei den Hofzufahrten, wo heute vermehrt mit schweren Geräten und Lastwagen gefahren werde als noch vor einigen Jahrzehnten. Grundsätzlich bewähre sich die weitgehende Trennung von Reitern und Fussgängern.

Dies zumindest aus der Sicht der Unterhaltsgenossenschaft. Für die Reitwege war über lange Zeit die Thurkorporation verantwortlich. Die Zuständigkeit hat diese zwischenzeitlich an die Nutzer delegiert. Einer der drei Reitställe im Einzugsgebiet (Scheiwiller und Enderli in Oberbüren sowie Wagner in Niederbüren) erhält dafür auch ein Entgelt. Dass dieses lediglich für ein gelegentliches Ausbessern reicht, weiss Hubert Frick, Präsident der Thurkorporation, nur zu gut. «Wenn ein Weg wöchentlich von 70 oder 80 Pferden benützt wird, ist er immer dreckig. Auch dann, wenn zwischendurch Kies eingebaut wird.» Ein Fass ohne Boden – wobei sich der Zustand jetzt, im Frühling, natürlich besonders prekär präsentiere.

Für den Unmut der Spaziergänger hat Frick ein gewisses Verständnis, macht jedoch klar, dass der Unterhalt der als Reitwege definierten, zumeist privaten Bereiche nicht in die Zuständigkeit der Korporation falle.

«Wir haben mit den Reitbetrieben eine praktikable Lösung gefunden», sagt Hubert Frick zusammenfassend. Die allgemeine Nutzung des Waldes, der Wege und Wiesen sei halt ein schwieriges und letztlich ein politisches Thema. «Heute ist es so, dass einzig die Hundehalter, die für ihre Tiere eine Steuer entrichten, im weitesten Sinn einen finanziellen Beitrag leisten.»

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