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OBERBÜREN: Beim Schiessen alles andere ausblenden

Derzeit ist der Schiessstand fest in der Hand von Jugendlichen. Der Grund: Sie machen am Jungschützenkurs des MSV Oberbüren-Niederwil mit. Ein Augenschein vor Ort zeigt, dass der Reiz an diesem Sport von Person zu Person verschieden ist.
Tim Frei
Jungschützenleiter geben ihren Jungschützen Tipps, damit diese mit dem Sturmgewehr 90 die 300 Meter entfernte Zielscheibe möglichst genau in der Mitte treffen. (Bilder: Tim Frei)

Jungschützenleiter geben ihren Jungschützen Tipps, damit diese mit dem Sturmgewehr 90 die 300 Meter entfernte Zielscheibe möglichst genau in der Mitte treffen. (Bilder: Tim Frei)

Es herrscht schon fast eine idyllische Ruhe. Abgesehen von ein paar Windzügen, pfeifenden Spatzen und leisen Atemzügen ist nichts zu hören. Doch plötzlich wird die Stille durchbrochen von Adrian Eberle, dem Jungschützenleiter des MSV Oberbüren-Niederwil. Er sagt: «Ihr könnt loslegen!» Es vergehen wenige Sekunden, da macht es «klack» und die drei in Stellung liegenden Jungschützen haben das Magazin in ihr Sturmgewehr 90 eingeführt. Noch dauert es seine Zeit bis zum ersten Schuss – schliesslich müssen die Jungschützen zuerst zielen. Oder in Fachsprache: Das Korn genau auf die Scheibe fixieren. «Das benötigt höchste Konzentration. Alles andere muss man komplett ausblenden», sagte Eberle vor dem Schiessen auf der 300-Meter-Distanz.

«Halte das Gewehr so locker wie möglich»

Doch dann geht es Schlag auf Schlag: Sobald der erste Schuss gefallen ist, folgen im Fünf-Sekunden-Takt die nächsten. Jeder Schütze wird dabei von einem Betreuer unterstützt. Nebst Eberle sind zwei weitere ausgebildete Jungschützenleiter dabei. Immer wieder geben sie ihren Schützlingen Tipps. Das tönt dann so: «Entspanne dich, halte das Gewehr so locker wie möglich.» Oder: «Das war zu schnell. Drücke den Abzug langsamer, so wie beim ersten Mal, dann klappt es.» Wie zu Beginn herrscht auch in dieser Phase mehrheitlich Ruhe. Mit Ausnahme der Begleiter sagt niemand ein Wort.

Was macht für junge Personen eigentlich der Reiz am Schiesssport aus? Ein Schütze, der seine erste Schussrunde als Erster beendet, ist Adrian Eigenmann. Er nimmt bereits zum zweiten Mal am Jungschützenkurs teil. «Für mich ist es ein Wettkampf. Nicht gegen die anderen Schützen, sondern gegen die Zielscheibe», sagt der 17-jährige Oberbürener, der eine Lehre zum Automechaniker macht. Er fügt an: «Wie ein Fussballer, der ein möglichst spektakuläres Tor erzielen will, ist es mein Antrieb, möglichst in die Mitte der Zielscheibe zu treffen.» Den 15-jährigen Schüler Dominik Keller reizt es, dass man sich konzentrieren muss und dass Präzision gefordert ist. «Das hilft mir später auch im Beruf, denn diese Fähigkeiten sind dort auch sehr wichtig», sagt der Oberbürener, der ebenfalls zum zweiten Mal dabei ist.

Philipp Tanner aus Niederwil nimmt gar zum dritten Mal am Kurs teil. Der 19-Jährige sagt: «Klar, das Schiessen macht mir Spass. Doch die Technik, die dahintersteckt, interessiert mich noch viel mehr.» Diese Faszination kommt nicht überraschend, ist er doch gelernter Gebäudetechnikplaner. «Technik ist etwas, das mich seit jeher interessiert», sagt Tanner. Doch nicht nur die Technik dahinter hat es ihm angetan, sondern auch die Geschichte des Schweizer Militärs. «Zum Beispiel die Entstehungsweise von Bunkern oder anderen militärischen Anlagen im Zweiten Weltkrieg.» Seine grosser Traum überrascht vor diesem Hintergrund nicht. «Es wäre schön, sich bei der Technikentwicklung eines Geschützes beteiligen zu können.»

Über den Bruder zum Jungschützenkurs

Die drei Jungschützen haben etwas gemeinsam – wie sie zum Kurs kamen. Bei allen hat es mit einem Bruder zu tun: Eigenmann begleitete seinen Bruder, der bereits Jungschütze war, auf den Schiessstand. Dort durfte er erstmals schiessen. «Mein Bruder sagte mir auch, dass der Jungschützenkurs eine ideale Vorbereitung auf die Rekrutenschule sei», sagt Eigenmann. Wie es der Zufall will, fand Tanner ebenfalls über den Bruder von Eigenmann zum Schützenkurs. Bei Keller waren es sein Bruder und sein Götti, die ihn zum Schiesssport rieten.

Mittlerweile hat auch der letzte Jungschütze seine Schiessübung beendet. Obschon dies der erst dritte von insgesamt fünf Schiesstagen war, merkt man, dass Adrian Eberle seine Schäfchen gut im Griff hat. Ohne Ankündigung gehen sie in den Waffenraum, um den Lauf der Gewehre zu fetten. Am Schluss herrscht nochmals Ruhe, ehe Eberle ankündigt, welche Jungschützen nächstes Mal die Gewehre reinigen müssen. Die Begeisterung hält sich bei den Auserwählten allerdings in Grenzen.

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