Dieser Erfolgsgeschichte fehlt nur noch WM-Gold

Der Verein Kunstradfahren Uzwil feiert am Samstag sein 100-jähriges Bestehen. Fast hundert Meistertitel, mehrere WM-Medaillen und ein Traumduo prägten die Geschichte des Vereins. Ein Blick auf die Meilensteine.

Tim Frei
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Nach Silber im Vorjahr streben Lukas Burri und Fabienne Hammerschmidt in Basel den Weltmeistertitel an. (Bild: PD/Kunstradfahren Uzwil)

Nach Silber im Vorjahr streben Lukas Burri und Fabienne Hammerschmidt in Basel den Weltmeistertitel an. (Bild: PD/Kunstradfahren Uzwil)

Zehn WM-Medaillen, 20-mal Edelmetall an Europameisterschaften, 94-facher Schweizer Meister: Kunstradfahren Uzwil gehört zu den erfolgreichsten Schweizer Radsportvereinen. Umso bemerkenswerter: Erst seit Ende der 1980er-Jahre setzen die Uzwiler auf Kunstradfahren. Davor betrieben sie vor allem Einradfahren.

Im Mai 1919 wurde der Verein als Arbeiter Touring Bund gegründet. Damals dachte wohl kaum jemand, dass die Untertoggenburger einmal solche Erfolge erzielen würden. Seit 2010 nennt sich der Verein Kunstradfahren Uzwil, was die Weiterentwicklung widerspiegelt.

94 Meistertitel

Der erste Meistertitel ist immer etwas Besonderes. Für Uzwil war es 1992 so weit, als Eliane Zeller und Petra Schnetzer- Storchenegger in der Kategorie Schüler siegten. Bis heute folgten 93 weitere Titel, davon 44 bei den Aktiven. Die letzten zwei liegen rund drei Wochen zurück: Lukas Burri setzte sich beim Heimspiel in Oberbüren im Einer durch und siegte mit Fabienne Hammerschmidt im Zweier, womit die beiden ihren sechsten gemeinsamen Titel in Serie gewannen. Im Einer der Aktiven ist Burri bei ebenso vielen Triumphen angelangt, Hammerschmidt gewann im Einer bei den Schülerinnen einen Titel, danach konzentrierte sie sich auf den Zweier.

Erste WM-Medaille

An Weltmeisterschaften, dem bedeutendsten Grossanlass im Kunstradfahren, gewannen die Uzwiler einmal Silber und neunmal Bronze. Erneut waren es Zeller und Schnetzer-Storchenegger, die den Bann brachen und an der WM 2001 im japanischen Kaseda City Bronze im Zweier holten. Es war alles andere als ein überraschender Erfolg, hinter den zwei deutschen Teams galten Zeller und Schnetzer-Storchenegger als drittstärkstes Duo. «Ich erinnere mich, wie Petra Schnetzer-Storchenegger auf mich zugesprungen ist», erinnert sich der damalige Trainer Roland Bischof, der in Japan auch Kampfrichter war.

Nach ihrem zweiten WM- Edelmetall im Jahr 2005, erneut ein dritter Rang, beendeten Zeller und Schnetzer-Storchenegger ihre Karriere. Es sollte nicht die letzte WM-Bronzemedaille im Zweier der Frauen bleiben. Rahel Nägele schaffte es zusammen mit Fabienne Gamper aus Wülflingen von 2015 bis 2017 dreimal hintereinander auf den dritten Rang.

Premiere für die Männer

2007 fuhren erstmals zwei Uzwiler Männer aufs WM-Podest. Joel Schmid und Beni Jost sicherten sich Bronze in Winterthur, der Heimat ihrer Trainerin Claudia Jiricek, die heute das Duo Burri/Hammerschmidt coacht. «Ich weiss, dass diese Medaille Claudia besonders stolz macht. Es war eine tolle Stimmung, wir wurden von unseren Anhängern grossartig unterstützt», sagt Bischof, der 20 Jahre sportlicher Leiter im Verein war und für gewisse Zeit auch als Präsident amtete. 2009 doppelten Schmid und Jost mit der zweiten WM-Bronzemedaille nach, ehe sie ihre Karriere ebenfalls beendeten.

Das Traumduo

Sieben WM-Medaillen sind schon ein bemerkenswertes Palmarès. Das technisch begabteste und erfolgreichste Duo ist aber eindeutig Hammerschmidt/Burri. 2018 erreichten die beiden als erstes Uzwiler Zweierteam WM-Silber. Ein Jahr zuvor und 2015 hatten sie Bronze geholt. Anfang Dezember an der Heim-WM in Basel strebt das Duo Gold an. «Das ist ein ambitioniertes Ziel. Aber Burri und Hammerschmidt haben sicher Chancen auf den Titel», sagt Bischof mit Verweis auf ihren ersten Weltcup-Sieg, den sie in diesem Jahr erzielt haben. Burri traut er im Einer zudem zu, Bronze und damit die erste Uzwiler WM-Medaille in dieser Disziplin zu holen.

Gute Aussichten

2018, an der einzigen EM in den vergangenen 20 Jahren, gewannen Burri und Hammerschmidt ebenfalls Silber. Burri schaffte es zudem im Einer auf den dritten Rang. Den bisher einzigen Titel an einem Grossanlass erreichten Stefanie Haas, Tina Schönenberger, Selina Niedermann und Valerie Unternährer in diesem Sommer an der Junioren-EM im französischen Geispolsheim. Es scheint also, dass die sportliche Zukunft der Uzwiler gesichert ist.

Festivitäten in Niederuzwil

Am Samstag von 14 bis 17 Uhr feiert der Verein Kunstradfahren Uzwil sein 100-jähriges Bestehen mit einem öffentlichen Jubiläumsanlass in der Turnhalle des Berufs- und Weiterbildungszentrums in Niederuzwil. Dabei sind je zwei Kunstrad- und Radball-Showblöcke zu sehen. So zeigen die Uzwiler Kunstradfahrer in den vier Disziplinen Einer, Zweier, Vierer und Sechser ihre Küren. Interessierte können das Einrad- und Kunstradfahren ausprobieren. (tm)