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KV und Automobilberufe sind beim BZWU beliebt, an Müllern und Innendekorateuren fehlt es

Zahlen des BZWU zeigen: Nach wie vor sind KV und Automobilberufe bei Jugendlichen in der Region beliebt.
Lara Wüest
Auto reparieren: für viele Jugendliche ein Traumberuf. (Bild: Alessandro Della Bella/KEY)

Auto reparieren: für viele Jugendliche ein Traumberuf. (Bild: Alessandro Della Bella/KEY)

Erst wenige Wochen ist es her, da begann für die meisten Lehrlinge in der Region Wil der Berufsalltag. 672 Schülerinnen und Schüler starteten ihre Ausbildung am Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil-Uzwil (BZWU). Das sind ähnlich viele wie in den Jahren davor. Das zeigen die Zahlen des BZWU.

Im Gegensatz zu anderen Berufsschulen musste das BZWU nicht um seine Klassen bangen. Das Toggenburger Berufs- und Weiterbildungszentrum wusste zum Beispiel im Juni noch nicht, ob die Klasse für Fleischfachfrauen und Fleischfachmänner zu Stande kommt. Kurz vor Lehrbeginn sind dann aber noch weitere Schüler hinzugekommen, sodass der Wattwiler Klasse nichts mehr im Wege stand.

Solche Wackelklassen gebe es am BZWU zurzeit nicht, sagt der Prorektor Gewerbe/Technik, Felix Tschirky, und erklärt: «Für die Grösse unserer Schule haben wir wenig Kompetenzbereiche, dafür aber eine grosse Masse an Schülern. Diskussionen, ob eine Klasse gefüllt werden kann, führen wir deshalb weniger als andere Schulen.» Einzig Innendekorateurinnen und Innendekorateure können nicht am BZWU unterrichtet werden, weil die Anzahl Lernende für eine Klasse nicht ausreichte. Doch das ist bereits seit drei Jahren der Fall, seither steht dieser Lehrgang auf der Kippe. Tschirky:

«Das Interesse an diesem Beruf ist so gering, dass das Amt für Berufsbildung diese Ausbildung wohl aus dem Beschulungsangebot des Kantons streichen wird.»

Ostschweizer Jugendliche, die sich für diesen Beruf entscheiden, müssten dann nach Zürich in die Schule.

Anzahl KV-Schüler deutlich über Kantonsdurchschnitt

Beliebt sind auch in diesem Jahr die gängigen Berufe. Am meisten Neueintritte verzeichnet das BZWU bei den Kaufmännischen Angestellten, dort sind es mit 154 Schülern sogar vier mehr als im letzten Jahr. Das überrascht, sind doch die KV-Schülerzahlen im gesamten Kanton massiv gesunken, um gut 20 Prozent in den letzten fünf Jahren. Dies zeigen aktuelle Zahlen des Amtes für Berufsbildung. Urs Thoma, Prorektor Kaufmännische Berufe/Detailhandel am BZWU, vermutet:

«Das KV hat zwar ein Imageproblem. Aber die Jugendlichen in der Region finden es immer noch spannend, da es eine vielseitige Ausbildung ist, die ein breites Spektrum offen lässt.»

Zudem habe die Schule in der Vergangenheit mit dem neuen Ausbildungsmodell «KV 4.0» viel investiert, um den Beruf attraktiver zu machen.

Fast ähnlich beliebt wie das KV sind Automobilberufe – und das gemäss Felix Tschirky vor allem bei den jungen Männern. «Das Auto hat auf sie eine fast magische Anziehungskraft», so der Prorektor. Eine kleine Klasse bilden dagegen die Mediamatiker, sie besteht aus nur gerade 16 Köpfen. Mediamatiker sind Fachleute im Bereich der Medien und bilden eine Schnittstelle zwischen Marketing und Informatik. Doch trotz der kleinen Klasse ist dieser Beruf nicht auf dem absteigenden Ast. Im Gegenteil, er gewinnt eher an Bedeutung, wie ein Blick auf die Zahlen zeigt. Vor fünf Jahren begannen am BZWU gerade einmal fünf Schüler diesen Lehrgang. Den Grund für den Anstieg vermutet Tschirky darin, dass heute mehr Betriebe nach diesen Multimedia-Spezialisten suchen als früher und daher mehr Lehrstellen anbieten.

Kleine Branche, kleine Klasse

Die kleinste Klasse bilden in Wil die Müllerinnen und Müller. Doch das liegt weniger an der Beliebtheit des Berufs, sondern an der Branche. «Diese ist viel kleiner als andere. Deshalb braucht es weniger Leute», sagt Tschirky. Über die Jahre seien die Schülerzahlen in diesem Bereich stabil. Allerdings müsse man sich Gedanken über die Zukunft der Ausbildung machen.

Was letztendlich den Ausschlag dafür gibt, dass der eine Beruf bei den Jugendlichen beliebt ist und der andere nicht, darüber können die Branchenkenner nur mutmassen. Urs Thoma glaubt, dass die Anschlussmöglichkeiten eine wichtige Rolle spielen. «Die Frage, ob sie später Arbeit finden, ist für viele zentral.» Er beobachtet aber auch, dass Lernende viel Wert auf Fremdsprachen legen. «Sie wissen, dass Sprachen auf dem Arbeitsmarkt ein grosses Plus sind.»

Die Berufsmaturität wollen dagegen immer weniger machen. Am BZWU absolvieren derzeit nur 8 Prozent der Schüler eine solche. Vor ein paar Jahren waren es noch deren 12. Für Felix Tschirky ist das unverständlich. «Diesen Abschluss bräuchte es in der Wirtschaft vermehrt.»

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