Nur wenige fahren mit Erdgas

Seit rund acht Jahren betreiben die Technischen Betriebe Uzwil eine Erdgastankstelle und unterstützen den Kauf eines Erdgasfahrzeuges mit einem Förderbeitrag. Trotzdem ist der Treibstoff für die meisten Autofahrer keine Alternative.

Urs Bänziger
Drucken
Teilen
Geschäftsleiter Marcel Gähwiler an der Erdgastankstelle der Technischen Betriebe Uzwil in Oberbüren. (Bild: Urs Bänziger)

Geschäftsleiter Marcel Gähwiler an der Erdgastankstelle der Technischen Betriebe Uzwil in Oberbüren. (Bild: Urs Bänziger)

UZWIL. Der Slogan «Ich fahre mit Erdgas» steht auf allen acht Fahrzeugen der Technischen Betriebe Uzwil (TBU). Einen anderen Treibstoff kann sich Geschäftsleiter Marcel Gähwiler nicht mehr vorstellen. «Das Fahren mit Erdgas ist umweltschonender und auch günstiger als Benzin und Diesel», sagt er. Auch privat sind Gähwiler und die Hälfte seiner Mitarbeitenden mit einem Erdgasauto unterwegs. «Ich merke beim Fahren keinen Unterschied – ausser, dass ich etwas häufiger tanken muss als bei einem herkömmlichen Auto.»

Eigene Tankstelle

Für Gähwiler ist klar: Auch sein nächstes Auto wird wieder ein Erdgasfahrzeug sein. Die Technischen Betriebe Uzwil versuchen zwar, auch andere Autofahrer für den alternativen Treibstoff zu gewinnen, doch sind die Anstrengungen von mässigem Erfolg gekrönt. Vor rund acht Jahren hatten die TBU bei der BP-Tankstelle in Oberbüren eine Erdgastankstelle in Betrieb genommen. Damals habe der Kauf von mit Erdgas angetriebenen Autos einen kleinen Boom erlebt, als innert kurzer Zeit in der Region Uzwil 50 bis 60 neue Fahrzeuge angeschafft wurden. Seither sei die Umstellung aber unter den Erwartungen geblieben, sagt Gähwiler.

Der Kauf eines Autos mit Erdgas sei zwar teurer als ein Fahrzeug mit Benzin- oder Dieselmotor. Dafür sei der Treibstoff um rund einen Drittel günstiger und es müsse in den ersten drei Jahren keine Verkehrssteuer bezahlt werden, erklärt der TBU-Geschäftsleiter. Zudem gebe es Versicherungen, die Prämienrabatte gewähren. Die Technischen Betriebe Uzwil bezahlen ihren Kunden 1000 Franken, wenn sie auf ein Erdgasauto umstellen. In diesem Jahr sind es bis jetzt drei Automobilisten, die diesen Förderbeitrag bezogen haben. Seit Beginn der Aktion vor acht Jahren sei dieser Beitrag für rund 100 Erdgasautos ausbezahlt worden. Die meisten davon seien private Fahrzeughalter. Es gebe aber auch Firmen, die ihre Fahrzeugflotte umgestellt hätten, sagt Gähwiler.

Für viele keine Alternative

Obwohl Erdgasfahrzeuge günstiger und ihr CO2-Ausstoss rund einen Viertel geringer ist, sind sie für die meisten Autofahrer keine Alternative. «Für die Schweizer ist das Auto immer noch ein Statussymbol. Ein Erdgasmobil ist halt nicht so sexy wie ein herkömmliches», sagt Gähwiler zu den Gründen. Natürlich sei die Palette nicht so gross wie bei den Autos mit Benzin und Diesel, aber inzwischen gebe es für jeden Autofahrer ein Modell mit Erdgasmotor, das den Bedürfnissen entspreche. Auch das Tankstellennetz sei ausreichend, gebe es doch schweizweit rund 140 Erdgastankstellen.

Gähwiler und seine Mitarbeiter von den TBU haben mit den Erdgasfahrzeugen gute Erfahrungen gemacht. «Sie sind eine Alternative, die wir aus Überzeugung weiterempfehlen können», betont der Geschäftsleiter.

Aktuelle Nachrichten