Auf dem Weg zum Steuerparadies: Zuzwil will den Steuerfuss erneut senken – auf nur noch 82 Prozent

Die Jahresrechnung der Gemeinde schliesst 1,25 Millionen Franken besser ab als budgetiert. Der Gemeinderat beantragt der Bürgerversammlung deshalb eine weitere Senkung des Steuerfusses um fünf Punkte auf 82 Prozent.

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Der Steuerfuss von Zuzwil soll an der nächsten Bürgerversammlung erneut gesenkt werden.

Der Steuerfuss von Zuzwil soll an der nächsten Bürgerversammlung erneut gesenkt werden.

Bild: PD

(gem/rus) Bei Aufwänden von rund 24,1 Millionen Franken und Einnahmen von 25 Millionen Franken schliesst die Jahresrechnung der Gemeinde Zuzwil mit einem Gewinn von fast einer Million Franken ab. Das ist rund 1,25 Millionen Franken besser als budgetiert. Der Gemeinderat hat vorbehältlich der Zustimmung der Bürgerschaft beschlossen, den Ertragsüberschuss vollumfänglich in die Ausgleichsreserve zu legen.

An der kommenden Bürgerversammlung beantragt der Gemeinderat eine weitere Senkung des Steuerfusses um fünf Punkte auf neu 82 Prozent. Das teilt er im «Zuzwil aktuell» mit, das morgen an die Haushalte verteilt wird.

Familienfreundlicher dank Ausbau der Tagesstrukturen: Tagesbetreuung statt Mittagstisch

Rund 100 Neubauwohnungen werden in Zuzwil kurz und mittelfristig bezugsbereit. Mit dem Ausbau der schulergänzenden Tagesstrukturen, welcher der Bürgerschaft am 27. März beantragt wird, soll einerseits den gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung getragen und anderseits die Familienfreundlichkeit der Gemeinde unterstrichen werden.

Das vorliegende Konzept hat eine Modulstruktur mit fünf Zeitfenstern zwischen 7 und 18 Uhr, wobei jedes Modul separat gebucht werden kann. Die Elternbeiträge liegen, je nach Verpflegung, zwischen 9 und 22 Franken pro Tag. Vorgesehen ist zudem ein Ferienangebot (95 Franken/Tag). Das Projekt ist als Pilotprojekt befristet auf drei Jahren ausgelegt.

Das Bedürfnis ist unbestritten. Dies hat eine im Herbst 2018 durchgeführte Umfrage gezeigt. Weil jedoch Interesse und Nutzung stets abweichen, wird von maximal 27 Kindern ausgegangen. Darauf basieren auch die Tarife. Zum Vergleich: Heute besuchen täglich bis zu 23 Kinder den Mittagstisch.

Ziel ist es, mit dem Angebot am 10. August im Schulhaus Wiesengrund zu starten. Hierfür müsste die Bürgerschaft einem jährlichen Bruttokredit von 315900 Franken inklusive Mittagstisch und abzüglich der zu erwartenden Elternbeiträge (237300 inkl. Mittagstisch) bewilligen. Wobei der jährliche Kreditbedarf von der Auslastung des Angebots abhängig ist. Für 2020 entfallen einmalig 79300 Franken auf die Einrichtungskosten, 236600 Franken auf den Betrieb.

Laut Schulratspräsident Clemens Meisterhans sei eine Kooperation mit der KiTa Summervogel Zuzwil GmbH geprüft und diskutiert worden. Verschiedene Faktoren - unter anderem konzeptionelle Unterschiede und unterschiedliche gesetzliche Grundlagen - hätten dazu geführt, dass keine Einigung erzielt werden konnte.  (ahi)

Das effektive Rechnungsergebnis ist auf verschiedene Positionen zurückzuführen. Zum guten Abschluss haben nebst dem Mehrertrag an Steuern von rund 400'000 Franken auch die Wertberichtigung des Finanzvermögens, die gemäss den Vorschriften des neuen Rechnungsmodells St.Galler Gemeinden (RMSG) getätigt werden musste, beigetragen. Zudem wurde in allen Bereichen – ausser der Umwelt und Raumordnung – weniger ausgegeben als budgetiert.

Gutes Rechnungsergebnis wegen Umstellung auf RMSG

Der Mehraufwand im Bereich Umwelt und Raumordnung ist damit begründet, dass nach der Ablehnung der zwei vorgeschlagenen Varianten für Hochwasserschutzmassnahmen am Dorfbach die angefallenen Projektkosten von über 650‘000 Franken direkt abgeschrieben werden mussten. In den vergangenen Jahren waren ausserordentliche Einnahmen Ursache für die positiven Ergebnisse. Das gute Rechnungsergebnis vom vergangenen Jahr ist vor allem aufgrund der Umstellung auf das RMSG zurückzuführen.

Wegen dieser Umstellung musste das Finanzvermögen neu bewertet werden. Gemäss Entscheid des Gemeinderats wurde das bilanzierte Verwaltungsvermögen aufgewertet. Dadurch erfährt die Bilanzsumme des Gemeindehaushalts gegenüber der Schlussbilanz per 31. Dezember 2018 eine Erhöhung von knapp 3,7 Millionen Franken und beläuft sich per 1. Januar 2019 auf insgesamt rund 44 Millionen Franken. Durch die Auflösung der nicht mehr benötigten Abgrenzungen und Reserven entspricht die Bilanz vollumfänglich den neuen Vorgaben.

Das Budget 2020 rechnet mit einem Aufwandüberschuss von 1‘238‘000 Franken. Die Steuerfussreduktion ist dabei bereits einberechnet.