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«Nur einen Parkplatz markiert»

Ein Nachbarschaftsstreit in der Gemeinde Oberuzwil endete gestern einstweilen am Kreisgericht Wil in Flawil. Eine 61jährige Frau wurde wegen Nötigung und Beschimpfung angeklagt.
Melanie Graf

FLAWIL/OBERUZWIL. Mit Steinen und Wasser gefüllten Blumenkisten, dann mit dem Auto und später mit einem Mäuerchen habe die Beschuldigte dem Kläger die Zufahrt zu seiner Liegenschaft versperrt. Zudem habe sie einen Polizisten beschimpft, ist der Anklageschrift zu entnehmen. Dem Streit liegt ein Grunddienstbarkeitsvertrag zu Grunde, der dem Kläger das Fuss- und Fahrwegrecht einräumt; dieses ist seit 1943 im Grundbuch der Gemeinde eingetragen. An der Verhandlung kam allerdings nur die Partei der Beschuldigten zu Wort. Der Kläger und dessen Anwalt liessen sich von der Gerichtsverhandlung dispensieren.

Die beschuldigte Liegenschaftenbesitzerin weist die Schuld von sich. Sie habe lediglich ihrer Mieterin auf dem Vorplatz ihrer Liegenschaft einen Parkplatz markieren wollen und gab dem Richter bekannt, dass der Kläger die Blumenkisten und das Mäuerchen gewaltsam zerstörte und ihr das Auto abschleppen liess. Die Sache mit dem Polizisten erklärte sie damit, dass dieser sie telefonisch zu einem Termin für eine Vorladung gedrängt habe. Sie sei aber zur Zeit des Telefongesprächs nicht in der Lage gewesen, spontan zum Termin zu erscheinen.

Der Polizist habe ihr gedroht, ins Protokoll zu schreiben, dass sie nicht willens sei, einen Termin zu vereinbaren. Daraufhin habe sie gesagt, wenn er das mache, «wäre er ein verlogener Dreckskerl». «Ich habe ihn damit nicht beleidigt, da ich <wäre> gesagt habe», verteidigt sich die Beschuldigte. Der Anwalt der Beschuldigten machte darauf aufmerksam, dass über die Rechtslage des Fuss- und Wegrechts zur Liegenschaft des Klägers noch ein Zivilverfahren hängig sei. Er forderte den Richter auf, seine Mandantin vom Vorwurf der Nötigung und Beschimpfung freizusprechen, und begründete seinen Antrag damit, dass der Vorsatz zur Nötigung fehle. Bei der Beschimpfung des Polizisten mangle es an Beweisen, warf der Anwalt ein.

Der Richter ging auf die Einwände des Anwaltes ein und sprach die Beschuldigte frei.

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