Nur die Volkspartei kann zulegen

Die Kantonsratswahlen bringen im Bezirk Münchwilen lediglich eine Verschiebung: Die SVP legt einen Sitz zu, die BDP verliert ihr einziges Mandat im Hinterthurgau. Damit ist Kolumban Helfenberger nach einer Legislatur abgewählt.

Simon Dudle
Drucken
Teilen

MÜNCHWILEN. Was sich bei den nationalen Wahlen im vergangenen Herbst sowie den St. Galler Kantonsratswahlen gezeigt hat, ist nun auch im Thurgau eingetreten: Die SVP geht als Wahlsiegerin hervor. Im Bezirk Münchwilen ist sie die einzige Partei, die einen Sitz dazugewinnen kann. Diesen sichert sich der Münchwiler Richter Cornel Inauen. Sein Einzug ins Kantonsparlament bezeichnet Bezirkspräsident David Zimmermann als «Zufall». Inauen macht auf der SVP-Liste genau 17 Stimmen mehr als Aadorfs Vizegemeindepräsident Stefan Mühlemann.

Obwohl die SVP die Siegerin des gestrigen Tages ist, gibt es auch einen Wermutstropfen. Denn das Ziel, zwei Sitze dazuzugewinnen, wird nicht erreicht. «Wir spüren, dass bei der Bezirksreorganisation vor ein paar Jahren wählerstarke Gemeinden wie Wuppenau, Schönholzerswilen, Affeltrangen und Märwil an Weinfelden abgegeben wurden», sagt Zimmermann. Somit stellt die Volkspartei ab dem Sommer immer noch einen Vertreter weniger im Kantonsrat als in der Legislatur 2008–2012. Trotzdem überwiegt bei Zimmermann die Freude über das zusätzliche Mandat.

Abwahl nach einer Legislatur

Eine völlig andere Gemütslage herrscht beim Tuttwiler Kolumban Helfenberger von der BDP. Er wird abgewählt und muss den Grossen Rat nach einer Legislatur wieder verlassen. «Ich bin Opfer vom nationalen Abwärtstrend geworden. Im Bezirk Münchwilen haben wir den höchsten Wähleranteil im ganzen Kanton und ich machte fast gleich viele Stimmen wie vor vier Jahren», sagt Helfenberger. Darum sieht er das überraschende Resultat nicht als Votum gegen seine Person. Er blickt auf vier Jahre im Kantonsrat zurück, in denen er keine einzige Sitzung verpasst hat.

Aadorf legt zu

Überraschungen sind ansonsten ausgeblieben. Bei der FDP trat der Münchwiler Hanspeter Wehrle nicht mehr an. Er wird nicht durch Münchwilens Gemeindepräsident Guido Grütter ersetzt, sondern durch die Aadorfer Gemeinderätin Cornelia Hasler-Roost. Für diese kommt die Wahl «völlig überraschend». Ihr könnte der Wohnort in die Karten gespielt haben. Denn ein Gewinner des gestrigen Sonntags ist auch die Gemeinde Aadorf, welche die neue Polithochburg im Bezirk Münchwilen ist. Sechs der 22 Kantonsräte stammen neu aus der grössten Gemeinde der Region, die erst zu Beginn des laufenden Jahrzehnts zum Bezirk Münchwilen gestossen ist. Das sind zwei Grossräte mehr als bisher. Auf Platz zwei folgt Eschlikon mit weiterhin vier Mandatsträgern, gefolgt von Münchwilen und Fischingen mit je drei Grossräten.

Zweimal Ettenhausen

Status quo bei der CVP: Sie verteidigt ihre sechs Sitze und ist weiter zweitstärkste Partei. Die nicht mehr angetretenen Willy Weibel (Balterswil) und Ruedi Heim (Aadorf) werden durch zwei Personen aus Ettenhausen ersetzt: Betriebswirtschafterin Sabina Peter Keller und Bankdirektor Peter Bühler-Trionfini, der von Listenplatz zwölf gewählt wird. ? REGION WIL 34

Aktuelle Nachrichten