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Nur der Spieler der Saison war nicht da

Mit 2:0 ist der FC Wil am Samstagabend erfolgreich gegen den FC Winterthur in die Saison 2018/19 gestartet. Dabei gaben die Tore Silvios unter den Fans genauso zu reden, wie die Abwesenheit eines wahrhaft Grossen.
Christof Lampart
Das erste Spiel – der erste Sieg: Das Publikum fieberte mit. Doch die Ungewissheit war gross, ob es klappen würde. (Bilder: Christoph Heer)

Das erste Spiel – der erste Sieg: Das Publikum fieberte mit. Doch die Ungewissheit war gross, ob es klappen würde. (Bilder: Christoph Heer)

Heinz passt nicht zum Spiel. Zumindest farblich sticht der Kreuzlinger aus der Menge der Fans heraus. Schwarz-weiss, das wäre Wil, rot-weiss Winterthur, aber was um Himmelswillen hat ein weiss-blauer und deutlich zur Schau gestellter Fanschal zum Saison-Auftakt in der IGP-Arena verloren? «Ich bin wegen Nikki hier und bin ganz erstaunt, dass er nicht spielt.» Nikki, so klärt sich im Gespräch, lautet der Vorname des neuen Wiler Innenverteidigers Nikki Havenaar, seines Zeichens ein 1,99 Meter grosser Japaner, dessen Eltern gebürtige Holländer sind. Havenaar spielte bis Ende letzter Saison beim SV Horn in Niederösterreich, schaffte dort den Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse und wechselte vor knapp zwei Wochen in die Ostschweiz.
«Ich gehöre dem SV-Horn-Fanclub SV Helvetia 13 an, welcher Havenaar in der letzten Saison zum Spieler der Saison gewählt hat. Da ist es doch selbstverständlich, dass wir ihn unterstützen, wenn er quasi vor der Haustüre sein Debüt gibt», erläutert der Pflegefachmann fachmännisch.

Nicht überzeugt. Aber: «Die Bratwürste sind gut»

Warum der neue «Turm» in der Äbtestädter Defensive nicht spielt, weiss jedoch niemand auf den Presseplätzen – bis eine Nachfrage beim Mann am Stadion-Mikro für Aufklärung sorgt: «Der Nikki hat die Spielbewilligung noch nicht erhalten», erläutert der Stadionsprecher. Dabei hätten die Wiler den menschlichen Doppelmeter ganz gut gebrauchen können. Denn in der ersten Halbzeit dominierten die Gäste, nach gutem Beginn der Wiler, deutlich. Ja, sie hätten sogar in Führung gehen müssen, wie Schorsch aus Sulgen meint: «Die Winterthurer sind deutlich besser, haben mehr Zugriff aufs Spiel», so der Mann, der eher zufällig unter den Fans weilt. «Ich wollte mir einfach einmal ein Bild von der neuen Mannschaft machen.» Und? «Das, was ich bis jetzt gesehen habe, hat mich nicht überzeugt; aber die Bratwürste hier sind gut», versucht er das für ihn Positive aus der Partie herauszustreichen.

Silvio – ein erfolgversprechender Name

Der Fanbereich ist beim ersten Spiel übersichtlich geblieben.

Der Fanbereich ist beim ersten Spiel übersichtlich geblieben.

Den weit voneinander getrennt stehenden Fankurven sind solcherlei Betrachtungen einerlei. Die Ultras üben sich in Wechselgesängen und hätten wohl auch angesichts des langweiligen Geschehens auf dem Grün gerne eine La Ola inszeniert – doch bei gerade einmal 1100 Besuchern, die sich im 6000-Plätze-Stadion verlieren, ist an ein solches Vorhaben nicht zu denken.
Von Langeweile ist beim elfjährigen Silvio aus Niederhelfenschwil, der sich zusammen mit seinem Papi das Spiel anschaut, nichts zu merken. Der junge FC-Wil-Fan lässt auch zur Halbzeit nichts auf seine Mannschaft kommen. «Also mir gefällt das Spiel, und am Ende werden sie mit eins zu null gewinnen», wagt der Schüler eine Prognose. Keine 15 Minuten später wird sein brasilianischer Namensvetter links unten einnetzen und später sogar noch nachdoppeln. Silvio scheint an diesem Tag als Name wahrhaft ein gutes Omen zu sein.
Auch Paul Brändle, «FC-Wil-Fan seit frühester Jugend», sieht die Wiler gegen Mitte der zweiten Halbzeit auf einem guten Weg: «Man muss dem Team Kredit geben; der Anfang war heute auf jeden Fall gut.»

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