«Nur das Positive zählt»

Das Erlebnis Bergrennen Hemberg verlief für den Rennfahrer Bruno Eigenmann fast durchwegs positiv. Seine hohen Erwartungen hätten sich mehr als erfüllt, sagt der Flawiler Garagist und meint auch, was er sagt.

Urs Nobel
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AUTOMOBIL. Als Bruno Eigenmanns Dallara-F3-Opel mit ziemlich genau 180 km/h über die Ziellinie in Hemberg brauste, stoppte die Zeit bei 1:00:29. Der Flawiler siegte somit in der Kategorie «Einsitzige Rennwagen 1601 bis 2000 ccm». Diese Zeit bedeutete gleichzeitig die drittbeste Tageszeit aller Kategorien.

Während die Uhr oben im Ziel nach der Durchfahrt Eigenmanns anhielt, war die Fahrt für den Rennfahrer noch nicht zu Ende. Sein Dallara slidete nämlich bei der Bremszone ab, schlug ins Wiesenbord und anschliessend in die mit Strohballen gesicherte Betonwand ein. Um sich ein Bild von der Szene machen zu können, sei angemerkt, dass die Betonwand etwas mehr als 200 Meter hinter dem Ziel lag. Der schöne Dallara erlitt grösseren Schaden, Bruno Eigenmann konnte jedoch ungehindert aus dem Fahrzeug steigen. Er erlitt lediglich Quetschungen und Prellungen und meinte gestern auf Anfrage, dass ihm die Brust und der Rücken noch etwas schmerzen.

Viele «Eigenmann-Fans»

Bruno Eigenmann blickt trotzdem positiv auf das Rennwochenende in Hemberg zurück. «Wer von Hemberg der Rennstrecke nach hinunterblickte, dem musste es kalt den Rücken hinunter laufen. Eine solche Masse an Leuten habe ich während meiner gesamten Rennfahrer-Laufbahn noch nie an einem Bergrennen gesehen.»

Gefreut hätten ihn auch die zahlreichen Zuschauer, die extra wegen ihm gekommen seien. «Wenn der Fahrertross zwischen den beiden Trainingsläufen und dem Rennen an den Start fuhr, haben sie sich jeweils bemerkbar gemacht und das erhöhte meine Freude zusätzlich.» Während den Trainingsläufen und während dem Rennen hat er selbstredend von diesen Fans nichts mitbekommen. Aber in den Boxen seien viele bei ihm vorbeigekommen und hätten in zu guten Leistungen motiviert.

Zweimal zwei Sekunden

Die Trainingsläufe fanden um 11 Uhr und 16 Uhr statt, der Rennlauf erst um 18 Uhr. Kleinere Änderungen am Fahrzeug brachten im Vergleich zum ersten Trainingslauf eine Zeitverbesserung von rund zwei Sekunden im zweiten Trainingslauf. Auf das Rennen hin wurde das Fahrzeug nochmals leicht verbessert. Zudem nahm sich Bruno Eigenmann vor, später zu bremsen, die Kurven schneller zu fahren und so auch schneller aus diesen herauszukommen. Das Rezept ging auf, Eigenmann ging nicht nur als Sieger aus dem Rennen hervor, sondern fuhr auch in einer Superzeit. Wie nahe Glück und Unglück beieinander liegen, erlebte er danach. Der Crash mit der Betonwand war erst der dritte Unfall in seiner langjährigen, erfolgreichen Karriere.