«Nur das Beste ist gut genug»

Die Herstellung einer Ikone ist kompliziert und nimmt viel Zeit in Anspruch. Susanne Guler spricht von mehreren Hundert Stunden in vielen Fällen.

Drucken
Teilen

Die Herstellung einer Ikone ist kompliziert und nimmt viel Zeit in Anspruch. Susanne Guler spricht von mehreren Hundert Stunden in vielen Fällen. Anstelle einer Leinwand verwenden Ikonenmaler ein ast- und harzfreies Holzbrett, auf welches zuerst ein Stoff aufgeklebt und danach ein Kreidegrund aufgetragen wird. Diese Grundierung wird ganz fein geschliffen.

Mithilfe einer Folie wird auf dem Kreidegrund eine Strichzeichnung des Motivs angefertigt – «um sich eng an die Vorlage zu halten», wie Susanne Guler erklärt. Diese Striche werden danach eingeritzt. Als nächster Arbeitsschritt folgt das Vergolden. Zur Anwendung kommt 23-Karat-Blattgold. «Nur das Beste ist für die Ikonen gut genug», lacht Guler. Erst jetzt beginnt das eigentliche Malen. «Die Maltechnik ist heute nicht mehr üblich», weiss die Ikonographin. Das Farbpulver wird mit sogenannter Eitempera (Emulsion aus Eigelb, Alkohol und Wasser) aufgetragen.

«Die Philosophie dahinter ist, nur Materialien aus der Natur zu verwenden. Alles in der Natur soll seinen Beitrag zum Heiligenbild leisten», sagt Guler. Und: Die Farben überstünden erwiesenermassen Jahrtausende, fügt sie an. Susanne Guler bevorzugt die russische Maltechnik gegenüber der griechischen, bei der die Farben dicker aufgetragen werden. Zum Schluss wird die Ikone mit Ölfirnis behandelt. (ir.)

Aktuelle Nachrichten