Nun soll ein Tanklager entstehen

Die VTAG Gossau hat die Liegenschaft der ehemaligen Mecan Ecosystems AG an eine auf Chemie- und Erdölerzeugnisse spezialisierte Firma veräussert, die an der Burgauerstrasse 17 ein Chemietanklager in Betrieb nehmen will.

Melanie Graf
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FLAWIL. Die Verwaltungs- und Treuhand AG (VTAG) Gossau ersteigerte Ende September die Firmengebäude der in Konkurs gegangenen Mecan Ecosystems AG an der Burgauerstrasse 17 (die Wiler Zeitung berichtete am 28. September). In den Handänderungen der Gemeinde Flawil von Ende November war nachzulesen, dass die VTAG ihren Besitz an die Firma Centonze SA (ECSA) verkauft hat. Die ECSA mit Sitz in Balerna TI und Mailand ist ein Unternehmen, das im Vertrieb von Chemie- und Erdölerzeugnissen tätig ist. Geht es nach dem Komitee «Nein zur Wiederbefüllung der Tanklager an der Burgauerstrasse 17 in Flawil», soll in den nächsten Wochen an der Burgauerstrasse 17 ein grosses Chemietanklager entstehen. Die Gruppierung soll aus Anwohnern der Burgauerstrasse bestehen, die ihre Behauptungen und Befürchtungen der Redaktion der Wiler Zeitung, absichtlich oder unabsichtlich, anonym per Post zugestellt hat.

Centonze bestätigt Vorhaben

Matteo Centonze, der Sohn des Firmeninhabers Emanuele Centonze, bestätigt das Vorhaben auf Anfrage der Wiler Zeitung. Im Laufe des Jahres 2012 wolle man die Firma wieder zu dem machen, was sie vor der Inbetriebnahme der Mecan Ecosystems AG war: ein Chemietanklager. Die Firma Mecan Ecosystems AG kaufte das Gebäude vor einigen Jahren der Firma Schweizerhall AG ab, der heutigen Brenntag Schweizerhall AG, die, wie die ECSA auch, auf Chemiedistribution spezialisiert ist. Für die Anwohner, respektive die Verfasser des Schreibens an die Zeitung, ist ein Tanklager alles andere als willkommen. Vor kurzem sei es möglich gewesen, die gesamte Liegenschaft anzuschauen. Von aussen erscheine die Firma intakt, von innen aber sei zu sehen, wie alt die ganze Bausubstanz sei.

Das Tanklager und die Rampen im Abfüll- und Lagerbereich seien hauptsächlich mit asbesthaltigen Dämmstoffen und Welleternit verbaut, schreibt das Komitee und macht auf eine weitere Gefahr aufmerksam: Jeden Tag und jede Nacht würden ganz nah neben dem Tanklager an der Burgauerstrasse Personen und Güterzüge durchfahren, was zu elektrischen Spannungen und Reibungen auf Netz und Schienen führen könne. «Es ist doch ein Super-Gau bei all diesen Fakten», schreibt die Gruppe weiter. «Nach der Schliessung der Tanklager durch die Schweizerhall AG war von den Behörden zu vernehmen, hier in dieser Familiensiedlung würde das Tanklager niemals wiederbelebt», so die Gruppe enttäuscht. Ein formelles Gesuch für das Chemietanklager ist bis gestern weder im Gemeindehaus, noch beim Kanton eingereicht worden. Abklärungen und Gespräche seien aber schon seit einer Weile im Gange, weiss Gemeindepräsident Werner Muchenberger.

Gesuch wird genau geprüft

Angesprochen auf das vermeintliche Versprechen der Behörden, dass hier niemals wieder ein Tanklager entstehe, sagt der Gemeindepräsident, ein solches Vorhaben könne man einem privaten Grundstückbesitzer nicht verbieten, wenn er die Bauvorschriften einhalte. Man würde das Gesuch sorgfältig prüfen, fügt er hinzu. Es handle sich um eine namhafte Firma, die nach Flawil komme. Dies bedeute für die Gemeinde auch neue Arbeitsplätze.

Marco Paganoni, Leiter des Informationsdienstes des Amts für Umwelt und Energie, AFU, versichert, sollte ein entsprechendes Gesuch beim Kanton eingereicht werden, würden die Rahmenbedingungen geprüft werden. Man werde die Situation, die Örtlichkeit und die Installationen genau betrachten und auch den Abstand zu den nächsten bewohnten Liegenschaften beurteilen.