Nun auch noch ein Beisser

Uruguay-Stürmer Luis Suarez ist unverdient zum bekanntesten Spieler an der Fussball-Weltmeisterschaft geworden. Ein einziger Biss war Grund genug, dass sich die Weltpresse gegenseitig mit Schlagzeilen überbot. Nein, er hat nicht auf einen Kirschenstein gebissen und dabei einen Zahn verloren.

Urs Nobel
Merken
Drucken
Teilen
OLYMPUS DIGITAL CAMERA (Bild: Urs Nobel)

OLYMPUS DIGITAL CAMERA (Bild: Urs Nobel)

Uruguay-Stürmer Luis Suarez ist unverdient zum bekanntesten Spieler an der Fussball-Weltmeisterschaft geworden. Ein einziger Biss war Grund genug, dass sich die Weltpresse gegenseitig mit Schlagzeilen überbot. Nein, er hat nicht auf einen Kirschenstein gebissen und dabei einen Zahn verloren. Mit seinem Team hat er auch nicht auf Granit gebissen, im Gegenteil. Uruguay steht nach dem Sieg gegen Italien in den Achtelfinals.

Luis Suarez hat Giorgio Chiellini in die Schulter gebissen und wurde dafür weder mit einer Verwarnung noch mit einem Ausschluss bestraft. Es kann natürlich sein, dass der Schiedsrichter die Aktion nicht gesehen hat und dementsprechend auch nicht reagieren konnte. Nicht so wie seinerzeit bei Alex Frei in Portugal, als er seinem Gegenüber ins Gesicht spuckte und mit jener Aktion für weltweite Entrüstung sorgte. Damals war wenigstens der Assistent an der Seitenlinie aufmerksam und hat richtigerweise interveniert.

Suarez muss aber unbedingt noch bestraft werden. Und zwar mit einem lebenslänglichen Fussballverbot. Was sich dieser Depp – und offenbar schon zum dritten Mal – geleistet hat, gehört nicht zum Fussball. Vielmehr ist der Spieler von Liverpool zu einer psychiatrischen Behandlung zu verknurren, wo er genügend Zeit hat, sich Gedanken darüber zu machen, was von Vorbildern erwartet wird und welchen Schaden er mit seinen Beisserchen anrichtete.

Gespuckt wird heute noch, bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit. Auf der Strasse, in den Schulen und auch auf den Fussballplätzen. Wenn nun auch noch Beissen modern wird und akzeptiert wird, steht es so langsam schlimm um unsere Gesellschaft.

Deshalb soll Suarez aus dem Verkehr gezogen werden und mit ihm auch alle Trainer, die bisher einen von den drei Bissen toleriert haben.

urs.nobel@wilerzeitung.ch