Nullsummenspiel mit Zeitverzug

Am 8. März stimmt Uzwils Stimmbürgerschaft über die Verlegung der Sportplätze Looäcker hin zur Sportanlage Rüti und damit über einen Kredit von brutto 5,4 Mio. Franken ab. Die Abstimmungsbotschaft des Gemeinderats liegt nun vor.

Andrea Häusler
Drucken
Teilen
Die Fussballfelder sollen nördlich der bestehenden Anlage – also auf der Wiese rechts im Bild – gebaut werden. Der Feldweg (Wirmetenstrasse) wird neu um das Sportgelände geführt. (Bilder: Andrea Häusler)

Die Fussballfelder sollen nördlich der bestehenden Anlage – also auf der Wiese rechts im Bild – gebaut werden. Der Feldweg (Wirmetenstrasse) wird neu um das Sportgelände geführt. (Bilder: Andrea Häusler)

UZWIL. Auf den Spielfeldern im Henauer Looäcker trainieren die «Rasensportler» auf teurem Terrain. Und auf einer Fläche, die sukzessive schrumpft. Denn der Fussballplatz befindet sich in der Gewerbe-Industriezone, auf begehrtem Bauland. Drei Parzellen wurden in den vergangenen Jahren bereits abgezweigt und an die benachbarte Cleanfix Reinigungssysteme AG verkauft. Eine Nachfrage besteht auch für die verbliebenen 13 353 m² Sportplatzfläche. Für den Uzwiler Gemeinderat Grund und Anlass, den Spielbetrieb – wie seit geraumer Zeit geplant – ins Gebiet der bestehenden Sportanlage Rüti zu verlegen. Umso mehr, als die Voraussetzungen dafür – die Landumzonung und der Landerwerb – inzwischen gegeben sind.

Drei Fussballfelder für 5,4 Mio.

Für die Verlegung der Sportplätze – inklusive Landerwerb – beantragt der Gemeinderat einen Bruttokredit von 5,392 Mio. Franken, wobei sich die Sportvereine mit 300 000 Franken an den Gesamtkosten beteiligen.

Geplant ist der Bau von zwei Fussballfeldern mit den Massen 64 × 100 Metern sowie eines 50 × 64 Meter grossen Juniorenspielfelds auf der Nordseite der bestehenden Sportanlage Rüti. Ein grosses Spielfeld soll als Kunstrasenplatz ausgestaltet werden, die beiden weiteren sind als Faser verstärkte Naturrasenplätze konzipiert. Die Anlage wird über ein Bewässerungssystem verfügen, beleuchtet, eingezäunt und – vor allem hin zur Autobahn – mit Ballfangnetzen ausgestattet sein. Ausserdem sollen 50 zusätzliche Parkplatze gebaut werden. Der Ausbau verlangt schliesslich eine Verlegung des Abreiteplatzes des Reitvereins und der Wirmetenstrasse.

Bestandteil des 5,4-Millionen-Projekts sind letztlich auch bauliche Massnahmen zum Hochwasserschutz: 50 bis 60 Zentimeter hohe Schutzwälle und die neu leicht erhöhte Wirmetenstrasse sollen das Gebiet vor Überflutungen durch den Eichholz- und den Henauerbach schützen. Der Hochwasserschutz, sagte Lucas Keel, wäre allerdings auch ohne Ausbau der Sportanlage auszuführen.

648 000 Franken für Landerwerb

Die Verlegung der Sportflächen war bereits vor rund drei Jahren Thema. Allerdings fehlte damals das nötige Land. Inzwischen sind alle Hürden genommen. Der Kanton habe der Umzonung von 3,3 Hektaren Fruchtfolgeflächen – fast ein Drittel des Jahreskontingents des Kantons – in die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen bewilligt, sagte Lucas Keel. Allerdings unter dem Vorbehalt, dass die Sportplätze gebaut werden können. «Nach einem Nein an der Urne müsste das Land zurückgezont werden.» Ebenfalls fix ist der Kauf des Grundstücks zum Preis von 18 Franken je Quadratmeter – gesamthaft 648 000 Franken – von der Thurwuhrkorporation. Auch dieses Geschäft würde nach einer allfälligen Ablehnung des Projekts durch die Bürgerschaft hinfällig.

Nullsummenspiel

Die Grösse der erweiterten Sportanlage Rüti ist beeindruckend, der Bedarf jedoch ausgewiesen, betonte Lucas Keel. Ausserdem schaffe die Verlegung Werte. «Die Gemeinde kann das Land im Looäcker verkaufen und Betriebe ansiedeln. Bei einem Quadratmeterpreis um die 300 Franken bedeute dies rechnerisch, dass die Sportplatzverlegung aus Baulandverkäufen finanziert werden kann. Ein Nullsummenspiel mit zeitlicher Verzögerung, da die Gemeinde das Bauland nicht vorschnell verkaufen wolle. Bei den Betriebskosten rechnet Keel mit einem Plus von rund 10 000 Franken pro Jahr.

Und wenn die Bevölkerung die Vorlage ablehnt? Laut Lucas Keel gibt es einen Plan B. «Eine Ausweichmöglichkeit böte sich auf dem Kibag-Areal, das sich in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen befindet.»

Kunstrasen wird für das dunkle Feld verwendet, verstärkter Naturrasen für die beiden anderen Felder.

Kunstrasen wird für das dunkle Feld verwendet, verstärkter Naturrasen für die beiden anderen Felder.

Gemeindepräsident Lucas Keel erklärte die Situation in der Rüti.

Gemeindepräsident Lucas Keel erklärte die Situation in der Rüti.