Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Nach Forderung von SVP-Politiker: Nüchternes Nein zu Alkoholverbot am Bahnhof Wil

Der Stadtrat hält nichts davon, den Alkoholkonsum auf dem Wiler Bahnhofplatz zu verbieten.
Gianni Amstutz
Auch in Zukunft darf beim Bahnhof Wil Bier und anderer Alkohol getrunken werden. Bild: Michel Canonica

Auch in Zukunft darf beim Bahnhof Wil Bier und anderer Alkohol getrunken werden. Bild: Michel Canonica

Tatort Bahnhof Wil. Eine Meldung, wie man sie des Öfteren in Polizeimeldungen oder Medienberichten lesen kann. Immer wieder kommt es dort zu Gewalt. Wobei Tätlichkeiten und Körperverletzungen gemäss Aussagen der Polizei sich in einem vergleichbaren Rahmen bewegen wie andernorts. Der Ruf des Bahnhofs Wil könnte trotzdem besser sein. Das hängt auch mit Littering und Verschmutzung zusammen.

Der Wiler SVP-Stadtparlamentarier Erwin Böhi sieht als eine der Ursachen dieser Probleme rund um den Bahnhof im Alkoholkonsum. Herumlungernde Personen würden sich oft am Bahnhof betrinken. Das trage zum schlechten Ruf Wils bei, sagte er gegenüber dieser Zeitung. Er reichte deshalb eine Anfrage an den Stadtrat ein, in der er sich erkundigte, was dieser von einem Alkoholverbot auf dem Bahnhofareal halte.

Stadtrat anerkennt Konfliktpotenzial

Mit Böhis Ansatz kann der Stadtrat nicht viel anfangen. «Ein Alkoholverbot kann die Probleme nicht lösen», schreibt er. Zudem habe sich die Gesamtsituation in den vergangenen Jahren stark verbessert. Nichtsdestotrotz räumt der Stadtrat ein, dass es beim Bahnhof ein gewisses Konfliktpotenzial gibt. Ein Bahnhof wie jener in Wil ziehe von überall her verschiedene Personengruppen an. 4,2 Millionen Pendler sind es gemäss der städtischen Internetseite. Hinzu kommen weitere Nutzungsgruppen. Der Bahnhof sei nicht nur Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs, sondern auch ein Treffpunkt. Es gebe immer wieder «unschöne Vorfälle und Situationen», so der Stadtrat.

Von einzelnen Personen würden die bereits jetzt gesetzlichen Verbote wie Littering, Belästigungen oder gar Tätlichkeiten nicht beachtet. Die Wirkung eines Alkoholverbots betrachtet der Stadtrat als verschwindend gering: «Die Hauptprobleme würden weiterhin bestehen bleiben, und eine Verlagerung in andere Stadtgebiete wie Schulanlagen, Parks oder in die Allee ist anzunehmen», schreibt der Stadtrat. Auch gegenüber der Umsetzung eines Alkoholverbots hegt er Zweifel. Eine solche könnte die Polizei und Sicherheitsdienste an ihre personellen Grenzen bringen.

Schliesslich führt der Stadtrat aus, dass ein Verbot vor allem Personen einschränken würde, die das Bahnhofsareal und den Bahnhofplatz im normalen Sinne nutzten. Eine pauschale Massnahme lehne er ab. Die vorhandenen Gesetze und Reglemente genügten.

Freiwillige sind als Bahnhofpaten im Einsatz

Völlig untätig bleibt man in der Sache aber doch nicht. Bereits vor einigen Monaten hat die Stadt das Projekt Bahnhofpaten initiiert. Diese Freiwilligen sollen unter anderem das subjektive Sicherheitsempfinden am Bahnhof Wil erhöhen. Ausserdem prüfe man ein zeitlich limitiertes Verkaufsverbot für alkoholische Getränke. Auch wenn der Stadtrat durchblicken lässt, dass er sich davon nicht allzu viel versprechen würde.

In anderen Städten, wo ab einer bestimmten Zeit kein Alkohol mehr gekauft werden könne, zeige sich nur eine «extrem begrenzte Wirkung». Der Kauf der Getränke erfolge einfach orts- oder zeitverschoben und werde damit regulär umgangen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.