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Notlandung vor 75 Jahren bei Wil: Der erste US-Bomber in der Schweiz

Am 13. August 1943 landete der erste US-Bomber im Zweiten Weltkrieg in der Schweiz. Dies in der Thurau bei Wil. 157 weitere folgten bis Ende April 1945. Die erste Notlandung markierte auch einen Wendepunkt in der Luftkriegführung der Alliierten gegen das Dritte Reich.
Reto Voneschen
Am 13. August 1943 schwelen die Trümmer der B-24D Liberator mit Spitznamen «Death Dealer» in der Thurau bei Wil. (Bild: Warbird.ch)
Die Besatzung hatte den Langstreckenbomber, der bei einem Angriff auf Wiener Neustadt von Nordafrika aus beschädigt worden war, in Brand gesteckt, weil sie glaubte, sich auf deutschem Gebiet zu befinden. (Bild: Warbird.ch)
Nur die Motoren sowie Teile der Flügel und des Leitwerks wurden vom Feuer verschont. Der Rumpf des Langstreckenbombers brannte vollständig aus. (Bild: Warbird.ch)
Die Motoren, die mit speziellen Turboladern für den Flug in grosser Höhe ausgestattet waren, wurden später von der Schweizer Fliegertruppe in Dübendorf eingehend untersucht. (Bild: Warbird.ch)
Bomberpilot Alva J. Geron kurz nach der Notlandung in der Thurau umgeben von Angehörigen der Schweizer Armee. (Bild: Warbird.ch)
Vom Death Dealer nur Detailfotos bekannt. Der Seitenriss zeigt die Bemalung der Maschine zum Zeitpunkt der Notlandung in der Schweiz. (Bild: Warbird.ch)
Die Bomberbesatzung wird von Schweizer Soldaten bewacht und rasch nach Wil gebracht. (Bild: KEY)
Die zehnköpfige Besatzung des «Death Dealer» wurde in Wil freundlich aufgenommen. Unter anderem erhielten die Männer eine Einladung zur Besichtigung der Hürlimann-Traktorenproduktion. (Bild: Warbird.ch)
Besatzung und Bodenpersonal der B-24D Liberator mit dem Spitznamen «Death Dealer» in Nordafrika. Man beachte die Zeichnung auf dem Rumpfbug des Bombers. Viele US-Kriegsflugzeuge des Zweiten Weltkriegs waren so mit einem Namen und einer dazu passenden Bemalung dekoriert. (Bild: Warbird.ch)
Die Notlandung des ersten US-Langstreckenbombers in der neutralen Schweiz war 1943 ein nationales Medienthema, das es sogar auf die Titelseite der «Schweizer Illustrierten Zeitung» (der heutigen «Schweizer Illustrierten») schaffte. (Bild: Sammlung Reto Voneschen)
Ein Zeitungsartikel über die Notlandung in der Thurau bei Wil. (Bild: Annina Rütsche)
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«Death Dealer»: Der erste US-Bomber im Zweiten Weltkrieg in der Schweiz

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier

Der 13. August 1943 war ein Freitag. Im Fürstenland war es ein schöner, ganz gewöhnlicher Spätsommertag im vierten Jahr des Zweiten Weltkriegs. Und trotzdem ist der Tag vielen älteren Bewohnerinnen und Bewohnern der Region um Wil immer noch in Erinnerung. Grund dafür ist ein Ereignis am späten Nachmittag: Gegen 16 Uhr überflog ein grosses, viermotoriges Flugzeug in geringer Höhe die Region.

Schon das war für jene Zeit ungewöhnlich. Noch aussergewöhnlicher war, was dann kam: Zwischen 16 und 16.20 Uhr – die Quellen gehen in diesem wie in anderen Punkten auseinander – setzte das Flugzeug in der Thurau bei Wil auf einer Wiese auf. Bevor jemand eingreifen konnte, wurde es von seiner Besatzung in Brand gesteckt. Dies in der Annahme, dass man auf deutschem Territorium notgelandet sei.

Von Nordafrika via Wien in die Ostschweiz

Beim vor 75 Jahren in der Thurau bei Wil notgelandeten Flugzeug handelte es sich um den ersten US-Bomber, der im Zweiten Weltkrieg in der Schweiz niederging. Es war eine Maschine vom Typ B-24D Liberator mit dem Spitznamen «Death Dealer». Sie war am Morgen des 13. August 1943, zwischen 7 und 7.30 Uhr, in Bengasi in Libyen gestartet.

Bomber des Typs B-24 Liberator im engen Verbandsflug. In der Theorie sollten sie sich so mit ihren schweren Maschinengewehren gegenseitig gegen Angriffe von Abfangjägern schützen können. (Bild: Sammlung Reto Voneschen)

Bomber des Typs B-24 Liberator im engen Verbandsflug. In der Theorie sollten sie sich so mit ihren schweren Maschinengewehren gegenseitig gegen Angriffe von Abfangjägern schützen können. (Bild: Sammlung Reto Voneschen)

Ziel des Angriffs, an dem diese Maschine beteiligt war, waren Industriebetriebe in Wiener Neustadt, vor allem die Wiener Neustädter Flugzeugwerke (WNF), die Jagdmaschinen des Typs Messerschmitt Me-109 für die deutsche Luftwaffe baute.

Ein Teil des Angriffsverbandes aus über 110 B-24D machte bereits über der Adria kehrt und flog zurück nach Nordafrika. Von den verbleibenden über 80 Bombern musste ein Teil wegen technischer Probleme ebenfalls umkehren, so dass am Ende nur 61 Maschinen ihre Ladung, rund 120 Tonnen Sprengbomben, über dem Ziel abwarfen.

Zwei Motoren ausgefallen

Die Luftabwehr wurde vom Angriff von Süden her komplett überrascht. Nur zwei Maschinen des Bomberverbandes gingen daher verloren. Eine davon war die B-24D mit der Baunummer 42-40611 und dem Spitznamen «Death Dealer». Zudem stürzte ein deutsches Jagdflugzeug bei der Verfolgung des Bomberverbandes ab; der Pilot konnte sich retten.

Die Trümmer der in der Thurau bei Wil notgelandeten B-24 zogen viele Neugierige an. Im Bild sind zwei der vier Motoren zu erkennen. (Bild: Warbird.ch)

Die Trümmer der in der Thurau bei Wil notgelandeten B-24 zogen viele Neugierige an. Im Bild sind zwei der vier Motoren zu erkennen. (Bild: Warbird.ch)

Der Liberator «Death Dealer» hatte schon kurz vor Wiener Neustadt erste technische Probleme: Der Öldruck in Motor Nummer drei fiel; das Triebwerk musste abgestellt werden. Über dem Ziel wurde auch noch Motor Nummer zwei durch die Fliegerabwehr zerschossen.

Im Zickzack durch die Alpen

Eine Rückkehr nach Nordafrika mit nur zwei funktionierenden Triebwerken war für Pilot Alva Jack Geron und seine neunköpfige Crew ausgeschlossen. Sie setzten daher Kurs auf die neutrale Schweiz. Mit viel Glück, auf einem Zickzackkurs und ohne von deutschen Jagdfliegern behelligt worden zu sein, erreichte der beschädigte US-Bomber den Bodensee und flog ungefähr bei Romanshorn in die Schweiz ein.

So beschrieben Augenzeugen die Flugroute der B-24D Liberator am 13. August 1943 über der Region Wil. (Bild: St.Galler Tagblatt)

So beschrieben Augenzeugen die Flugroute der B-24D Liberator am 13. August 1943 über der Region Wil. (Bild: St.Galler Tagblatt)

Von Zuzwil aus flog der Liberator gemäss Augenzeugen am Boden eine weite Schleife westlich um die Stadt Wil. Dann setzte ihn der erfahrene Pilot auf dem freien Feld in der Thurau auf. Nach über 600 Metern kam die Maschine zum Stehen. Vorher war allerdings beim Durchbrechen eines Zauns das Bugfahrwerk eingeknickt.

In Wil freundlich aufgenommen

Die zehnköpfige Besatzung blieb unverletzt. Das Flugzeug wurde – mit Ausnahme der Motoren sowie Teilen der Flügel und des Leitwerks – ein Raub der Flammen. Die Überreste, die viele Neugierige anzogen, wurden innert weniger Tage von den Schweizer Behörden geborgen und nach Dübendorf transportiert.

Oberleutnant Alva Jack Geron, der Pilot des «Death Dealer», mit einem Schweizer Bewacher. (Bild: Warbird.ch)

Oberleutnant Alva Jack Geron, der Pilot des «Death Dealer», mit einem Schweizer Bewacher. (Bild: Warbird.ch)

Die Bomberbesatzung, die in Wil freundlich empfangen wurde, wurde interniert. Pilot Alva J. Geron wurde im März 1944 in einer Austauschaktion nach Hause geschickt. Zwei Besatzungsmitglieder flohen aus der Schweiz – einer der Männer schloss sich in Frankreich der Résistance an, einer wurde beim Grenzübertritt in Zivilkleidung von den Deutschen erwischt und als Spion erschossen. Der Rest der «Death Dealer»-Besatzung kam im Februar 1945 nach Grossbritannien zurück.

Der erste von 158 US-Bombern

Dank lokaler Medien und Internetauftritte ist die erste Landung eines US-Bombers in der Schweiz im Zweiten Weltkrieg gut dokumentiert. Das Ereignis vor 75 Jahren hat allerdings eine Bedeutung, die über das Lokalhistorisch-Nostalgische hinausgeht.

Die B-24D von Wil war nur der erste von vielen US-Bombern, die in den folgenden zwanzig Kriegsmonaten in der Schweiz Schutz suchten.

Der Bericht des Generals über die Jahre 1939 bis 1945 registriert 158 Notlandungen und Abstürze solcher Flugzeuge. «Rekordtag» in dieser Auflistung ist der 18. März 1944. An jenem Tag wurden 16 US-Bomber nach Angriffen auf süddeutsche Ziele in der Schweiz interniert – darunter waren Maschinen in Altenrhein, Dietschwil bei Kirchberg und bei Diessenhofen. 14 US-Bomber landeten oder stürzten allein am 24. April 1944 in der Schweiz ab – einer davon in Altenrhein.

Die «Fliegenden Festungen»

82 US-Bomber, die zwischen dem 13. August 1943 und dem 20. April 1945 die Schweiz erreichten, waren Consolidated B-24 Liberator, 76 entfielen auf verschiedene Versionen der Boeing B-17 Flying Fortress. Dieser Typ gab allen US-Langstreckenbombern ihren populären Namen: Im Volksmund hiessen die für die damalige Zeit gewaltigen und gut bewaffneten Bomber schlicht «Fliegende Festungen».

Die B-24 und die B-17 wurden von der US Army Air Force (USAAF) von 1942 bis 1945 für Tagangriffe auf strategische Ziele im Einflussbereich des Dritten Reichs eingesetzt. Sie ergänzten die Angriffe der britischen Luftwaffe, der Royal Air Force (RAF), die mit eigenen viermotorigen Bombern der Typen Lancaster, Halifax und Stirling strategische Ziele in Deutschland bei Nacht attackierte.

Eine spätere Version der B-24 Liberator mit MG-Türmen im Bug und im Heck. Die bei Wil notgelandete B-24D war noch erheblich schwächer bewaffnet. (Bild: Sammlung Reto Voneschen)
Eine frühe B-24D Liberator bei einem Testflug in den USA. Man beachte das alte Hoheitszeichen für US-Flugzeuge: ein weisser Stern mit rotem Punkt auf blauem Kreis. Der rote Punkt wurde nach dem Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg rasch beseitigt. Die Verwechslungsgefahr mit dem japanischen Hoheitszeichen - ein grosser roter Kreis - war im Luftkampf zu gross. (Bild: US Air Force)
B-24 Liberator besammeln sich über Grossbritannien für einen Angriff auf Nazi-Deutschland. Die auffällig farbig bemalte Maschine ist ein kriegsmüdes Exemplar. Es dient als auffälliger Markierungspunkt für die Besammlung der Formation und wird den Angriff nicht mitfliegen. (Bild: US Air Force)
Eine durch spätere Versionen im Kriegseinsatz ersetzte B-24D dient weiss gestrichen und mit auffälligen farbigen Punkten versehen als «Lead Ship» zur Besammlung von Bomberformationen. (Bild: US Air Force)
Die B-24J mit dem Spitznamen «Boomerang» mit Besatzung und Bodenpersonal. (Bild: US Air Force)
B-24D Liberator über den brennenden Ölfeldern und Raffinerien im rumänischen Ploesti. Der erste Angriff auf dieses Ziel wurde am 1. August 1943 von Nordafrika aus geflogen. Der zwei Wochen später bei Wil notgelandete Death Dealer war Teil dieser für die beteiligten Bomberverbände sehr verlustreichen Aktion. (Bild: US Air Force)
«This is it!» Ein B-24 Liberator einer späteren Version. Die Maschine flog von Grossbritannien aus Angriffe auf Ziele auf dem europäischen Festland. (Bild: US Air Force)
Eine weit auseinandergezogene Formation B-24 Liberator 1944 über den Alpen. (Bild: US Air Force)
Ein B-24 Liberator lässt seine Bombenlast auf ein Ziel fallen. (Bild: US Air Force)
B-24J im Einsatz über dem deutschen Reich. (Bild: US Air Force)
Die B-24M Liberator «Bolivar Junior» war im Pazifik gegen die japanischen Streitkräfte im Einsatz. Hier wurde der Flugzeugtyp aufgrund seiner grossen Reichweite geschätzt. Die im Vergleich zur B-17 Flying Fortress schwierigeren Flugeigenschaften, die geringere Maximalflughöhe und die geringere Widerstandsfähigkeit gegen Schäden spielten angesichts der weniger starken japanischen Flugabwehr weniger eine Rolle. (Bild: US Air Force)
B-24 Liberator in Not: Die Maschine zieht aufgrund eines brennenden Triebwerks eine Rauchschleppe hinter sich her. (Bild: US Air Force)
Bombereinsätze über dem Dritten Reich blieben bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs risikoreich: Diesem B-24 Liberator wurden von der Fliegerabwehr Teile des Leitwerks weggeschossen. (Bild: US Air Force)
Das Ende einer B-24: Nach einem Volltreffer der Fliegerabwehr in den Bombenschacht brennt ein Liberator 1944 über einem österreichischen Ziel lichterloh. Der Besatzung blieb in einer solchen Situation nichts anderes übrig als der Versuch, sich mit dem Fallschirm zu retten, bevor die vollgetankte Maschine explodierte. (Bild: US Air Force)
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B-24 Liberator: Der kleinere und wenig geliebte Bruder der «Fliegenden Festung»

Luftangriffe schrittweise ausgedehnt

In einer ersten Phase erfolgten die US-Tagangriffe ab Herbst 1942 mit zahlenmässig kleinen Verbänden von Grossbritannien aus auf die von den Deutschen besetzten Gebiete Westeuropas. Im nächsten Schritt wurden diese Angriffe auf Ziele in Norddeutschland und im Ruhrgebiet ausgedehnt.

Ab August 1943 wurden die Einsätze geografisch massiv ausgeweitet: Mit immer grösser werdende Bomberverbänden griff die USAAF nun auch Industrie-, Transport- und Treibstoffziele in Süd- und Ostdeutschland sowie in Österreich an. Der Wiler Liberator «Death Dealer» war an den ersten Angriffen dieser Art beteiligt: Am 1. August 1943 gehörte er zum Bomberverband der das rumänische Ploesti und seine Erdölanlagen angriff. Am 13. August 1943 flog er dann auch noch nach Wiener Neustadt (und dann zur Notlandung in der Thurau bei Wil).

Materielle Schäden, psychologische Kriegführung

Durch die Ausdehnung der Bombenangriffe wurden die deutschen Kriegsanstrengungen materiell in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem ersten Angriff vom 13. August 1943 auf die Wiener Neustädter Flugzeugwerke beispielsweise fiel dessen Me-109-Produktion von rund 280 auf 180 Maschinen pro Monat. Zudem wurden dreissig fabrikneue Jagdflugzeuge zerstört, 81 mussten vor der Auslieferung an die Luftwaffe repariert werden.

Boeing B-17G Flying Fortress: Das Flugzeug war robuster, widerstandsfähiger gegen Beschuss und einfacher zu fliegen als der B-24 Liberator. (Bild: US Air Force)
Eine enge Formation von B-17F Flying Fortress. (Bild: US Air Force)
Zwei Rumpfschützen in einer B-17F. Im Zweiten Weltkrieg führten US-Langstreckenbomber bis zu zwölf auf verschiedene Gefechtsstände verteilte schwere Maschinengewehre mit sich. In der Theorie sollten sie sich und ihre Formation damit gegen Jagdflugzeuge verteidigen können. In der Praxis erwies sich das als schwierig. Unter anderem darum, weil die deutschen Jäger Kanonen mit grösserer Reichweite einsetzen konnten. (Bild: US Air Force)
Eine B-17F beim Wegflug von einem deutschen Ziel: Da die Sichtbedingungen hervorragend sind, wurde das Flugzeugwerk neben der Flugpiste im Hintergrund von einem dicht konzentrierten Bombenhagel getroffen. (Bild: US Air Force)
B-17F am 17. August 1943 über Schweinfurt: Der Angriff auf die dortigen Kugellagerfabriken erwies sich als äusserst verlustreich. Über 70 Fliegende Festungen wurden von den Fliegerabwehrkanonen und Jagdflugzeugen abgeschossen. (Bild: US Air Force)
Nach einem Volltreffer einer grosskalibrigen Fliegerabwehrkanone stürzt eine B-17 ab. (Bild: US Air Force)
Noch einmal davongekommen: Nach einem Angriff auf Oschersleben begutachtet eine B-17-Besatzung Beschussschäden am Leitwerk ihres Flugzeugs. (Bild: US Air Force)
Trotz des Volltreffers einer deutschen 8,8-Zentimeter-Fliegerabwehrkanone im Rumpfbug ist diese B-17G 1944 zu ihrem Stützpunkt nach England zurückgekehrt. (Bild: US Air Force)
Auch viele B-17, die zwischen 1943 und 1945 in der neutralen Schweiz Zuflucht suchten, landeten notfallmässig auf dem Bauch. Im Bild eine Maschine, die es trotz Jägerangriffen 1944 über Deutschland zu ihrem Stützpunkt in England zurück geschafft hat. (Bild: US Air Force)
Die USA bauten im Zweiten Weltkrieg nicht nur technisch gute Flugzeuge, sie bauten sie auch in grosser Zahl. Wie hier die B-17 im Boeing-Werk in Seattle. (Bild: Boeing)
Eine B-17G Flying Fortress, die den Zweiten Weltkrieg überlebt hat und heute noch an Flugtagen in der Luft zu bestaunen ist. (Bild: Sammlung Reto Voneschen)
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B-17 Flying Fortress: Die «Fliegende Festung» aus den USA

Weiter hatten die Luftangriffe auf den ganzen nationalsozialistischen Einflussbereich psychologische Wirkung, und zwar auch in der Schweiz: Sie zeigten, dass die von der Nazi-Propaganda beschworene «Festung Europa» kein Dach habe, schrieb beispielsweise die «Schweizer Illustrierte Zeitung» bereits nach der Notlandung vom August 1943 bei Wil.

Zivile Opfer nicht vergessen

Allerdings, und das geht bei der medialen Aufarbeitung der Geschichte der Bomberlandungen und Bomberabstürze in der neutralen Schweiz zu gerne vergessen: Der Bombenkrieg gegen das Dritte Reich kostete nicht nur vielen Soldaten das Leben, es gab dadurch auch viele zivile Opfer. Nur schon beim vergleichsweise leichten ersten Angriff auf Wiener Neustadt vom 13. August 1943 starben am Boden 134 Menschen (darunter 26 französische Zwangsarbeiter), 934 wurden verletzt und 1500 obdachlos.

Zweites Buch in Vorbereitung

Dass die Geschichte der Bomber-Notlandung in der Thurau bei Wil so umfassend erzählt werden kann, ist auch das Verdienst von Warbird.ch. Der durch den Rheintaler Dani Egger und sein Team betreute Internetauftritt listet Abstürze und Landungen von Flugzeugen der Kriegführenden in der Schweiz von 1939 bis 1945 auf. Sein erstes Buch über diese Ereignisse in der Ostschweiz ist schon vergriffen. Im Herbst soll nun sein zweiter Band erscheinen: Darin sind alle Ereignisse in Zusammenhang mit dem Luftkrieg 1939 bis 1945 in der Schweiz beschrieben. (vre)

www.warbird.ch

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