Notabene

Das Haar in der Suppe suchen Knapp eine Woche ist es her, dass das olympische Feuer erloschen ist. Nun ist wieder Alltag in den Schweizer Stuben eingekehrt. Es war eine besondere Zeit. Der Geist der Olympischen Spiele packt wohl fast jeden von uns.

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Das Haar in der Suppe suchen

Knapp eine Woche ist es her, dass das olympische Feuer erloschen ist. Nun ist wieder Alltag in den Schweizer Stuben eingekehrt. Es war eine besondere Zeit. Der Geist der Olympischen Spiele packt wohl fast jeden von uns. Basketball, Tontaubenschiessen, rhythmische Sportgymnastik – Sportarten, die ich mir im Fernsehen normalerweise nicht anschaue. Doch im Zeichen der olympischen Ringe ist es faszinierend zu sehen, welche Kraft ein Athlet bei einem Sprung vom Startblock am Schwimmbeckenrand aufbaut oder welche Präzision und Koordination ein Hammerwerfer mitbringen muss, um das Wurfgeschoss präzise durch die kleine Öffnung des Gitterkastens zu schleudern. Egal auf welchem Fernsehkanal, man konnte sich Sport auf allerhöchstem Niveau anschauen. Spannend und entspannend. Ich höre die Nörgler, welche die 14 Milliarden Franken, die Grossbritannien in dieses Sportfest gebuttert hat, kritisieren. Klar tauchen auch immer wieder Fragen auf, zu welchen Leistungen der Muskel eines Menschen ohne unerlaubte Hilfsmittel fähig ist. Die ersten Dopingfälle haben diese Spiele bereits hinter sich – weitere werden folgen. Man kann immer das Haar in der Suppe suchen, aber trotzdem möchte ich keine einzige Sekunde dieser wahrhaft einzigartig dynamischen Bilder missen. Und ein wenig beruhigt mich die Tatsache, dass so mancher Weltrekord, speziell in der Leichtathletik, aus Zeiten stammt, als sich noch ein eiserner Vorhang quer durch Europa zog. Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass der Sport siegen kann.

Monique Stäger

monique.staeger@wilerzeitung.ch