Notabene

Der Frühling darf kommen Frühling war früher, wenn die Eishockeysaison zu Ende ging. Wenn die Entscheidungen in der Meisterschaft fallen, so ist jedoch längst noch nicht Schluss. Dann findet nämlich noch die Weltmeisterschaft statt. Auf nichts, was früher war, ist heute noch Verlass.

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Der Frühling darf kommen

Frühling war früher, wenn die Eishockeysaison zu Ende ging. Wenn die Entscheidungen in der Meisterschaft fallen, so ist jedoch längst noch nicht Schluss. Dann findet nämlich noch die Weltmeisterschaft statt. Auf nichts, was früher war, ist heute noch Verlass.

Eines ist aber stets gleich geblieben. Wenn die Sonne scheint, strömen die Menschen aus dem Haus und halten sich gerne in Zentren wie beispielsweise in der Oberen Bahnhofstrasse in Wil auf. Sie sind fröhlich und gutgelaunt, freuen sich über jeden Schwatz mit Bekannten, die sie seit Monaten nicht mehr gesehen haben.

In Anbetracht der Temperaturen, die momentan noch herrschen, ist es aber verständlich, dass sich die Leute warm anziehen. Gutes Schuhwerk und wasserundurchlässige Jacke sind momentan noch unabdingbar. Doch weibliche Teenager halten sich nicht an diese Regel. Sie wollen gesehen werden und nehmen dafür in Kauf, sich zu erkälten. Ein freier Rücken ist schliesslich schick und ein Blick auf den gepiercten Bauchnabel soll auch erlaubt sein.

«Meine Mutter hätte mir den Arsch versohlt, wenn ich so herumgelaufen wäre», so die Reaktion einer älteren Dame, welche die Welt nicht mehr versteht. Doch wahrscheinlich hat sie eines vergessen. Auch sie durfte an Ostern mit Kniestrümpfen auf die Strasse und an Pfingsten barfuss gehen. Bei toleranter Auslegung vergleichbar mit freiem Rücken und Sicht auf den Bauchnabel: Was die damit verbundene Erkältung angeht, damit waren wir auch schon früher konfrontiert.

Urs Nobel

urs.nobel@wilerzeitung.ch

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