Noch nicht oben angekommen

WIL. 0:5 und 0:10: Dem EC Wil ist der Auftakt in die 1.-Liga-Saison gründlich missglückt. Sportchef Christian Herzog glaubt aber nach wie vor daran, dass der Ligaerhalt realistisch ist. Aus den nächsten beiden Heimspielen fordert er zwei Siege.

Simon Dudle
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Adrian Wachter und die anderen Spieler des EC Wil müssen sich noch an den 1.-Liga-Rhythmus gewöhnen. (Bild: Urs Nobel)

Adrian Wachter und die anderen Spieler des EC Wil müssen sich noch an den 1.-Liga-Rhythmus gewöhnen. (Bild: Urs Nobel)

Er hatte so manches zu ertragen am vergangenen Samstagabend an der «Wega» in Weinfelden. Immer wieder musste Christian Herzog, Sportchef des EC Wil, erklären, was ein paar Stunden zuvor passiert war. Zehn Gegentore gegen Dübendorf hatten «seine» Wiler im ersten Heimspiel als 1.-Liga-Club nach dem Aufstieg am grünen Tisch kassiert. Der Sportchef kam hinterher gar zum Fazit, sie seien mit diesem Resultat noch gut bedient gewesen. «Das war von A bis Z nichts», so Herzog.

Natürlich waren die Zürcher als haushoher Favorit gehandelt worden, natürlich musste man sich im ersten Wiler Heimspiel auf eine Niederlage einstellen. «Dass es so krass wird, hätte ich aber nicht gedacht. Unser Fehler war, dass wir mitspielen wollten», sagt Herzog. Es brachte auch nichts, nach zwei Dritteln auf der Goalieposition einen Wechsel vorzunehmen und Nico Gemperle durch Janos Frey zu ersetzen. Frey musste noch viermal hinter sich greifen.

Auf der Suche

Das Zwischenfazit ist ernüchternd: 2 Spiele, 0 Punkte, 0 Tore, 15 Gegentreffer. «Wir haben nur Checks bekommen, aber keine ausgeteilt», sagt Herzog – und spricht damit die Unterschiede zwischen der 1. Liga und der 2. Liga an. «In der dritthöchsten Liga geht alles viel schneller, es wird härter gespielt und man hat weniger Zeit.»

Noch sind die Wiler Eishockeyaner nicht in der 1. Liga angekommen. In der Vereinsleitung will man den Puck aber flach halten und nicht in Panik verfallen. An der Zielsetzung Ligaerhalt – nach Qualifikation, Zwischen- und Abstiegsrunde steigt der Tabellenletzte ab – wird festgehalten. Das Kader soll jedoch verstärkt werden. Nach einem «Stängeli» stellt sich aber die Frage, auf welcher Position. «Eigentlich müsste ich vom Goalie bis zu den Stürmern überall etwas machen», sagt Herzog.

Nur 240 Zuschauer

Der Wiler Sportchef ist der Überzeugung, dass die Transfers im Sommer richtig waren, und es einfach noch etwas Zeit braucht, um in der neuen Spielklasse anzukommen. Mit Chur und Dübendorf sind die Äbtestädter zum Saisonstart auf zwei etablierte Erstligisten getroffen. Von den beiden nun bevorstehenden Heimspielen gegen Arosa und Pikes Oberthurgau werden zwei Siege gefordert. «Das sind zwei Teams auf Augenhöhe. Gut wäre, wenn wir sechs Punkte gewinnen würden. Wenn es nur fünf werden, können wir auch damit leben», sagt Herzog.

Enttäuschend war im ersten Heimspiel die Zuschauerzahl. Nur 240 Fans wollten sich das Spiel im Bergholz ansehen. Die Anspielzeit am Samstag um 17 Uhr steht vorderhand allerdings nicht zur Diskussion. Aus einem einfachen Grund: Das Heimspiel gegen Arosa am nächsten Samstag ist bereits fix terminiert. Danach finden bis zum Ende der Qualifikation alle Partien vor eigenem Anhang mittwochs statt.