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Noch ist es nur ein Aufruf: Bürger sollen schonend mit dem Wasser umgehen

Würden die Wasserversorgungen in der Region seit knapp 40 Jahren nicht zusammenarbeiten, wäre die heutige Lage prekär. Dennoch werden die Bürger gebeten, den Wasserverbrauch zu reduzieren.
Angelina Donati
Armin Bachofner schaut sich den Bestand des Quellwassers an und klettert dazu in den Sammelschacht in Langenau. (Bilder: Angelina Donati)

Armin Bachofner schaut sich den Bestand des Quellwassers an und klettert dazu in den Sammelschacht in Langenau. (Bilder: Angelina Donati)

Im Quellsammelschacht im Gebiet Langenau in Oberuzwil fliesst das Wasser in das Becken. Wobei es mehr ein Tröpfeln als ein Fliessen ist. Der Strahl, der aus dem Rohr fliesst, ist äusserst dünn. Hier im Untergrund lässt sich eindrücklich veranschaulichen, dass – trotz des lange ausbleibenden Niederschlags – Quellwasser zusammenkommt. Allerdings nicht in den Mengen, die sich normalerweise ansammeln und schliesslich weiter ins Reservoir Egg geleitet werden.

Als prekär bezeichnet Armin Bachofner die Lage dennoch nicht. Bachofner präsidiert sowohl die Wasserkorporation Oberuzwil als auch die Gruppenwasserversorgung Vogelsberg, der die Technischen Betriebe Uzwil, die Wasserkorporationen Oberuzwil, die Wasserversorgungen Henau und Oberbüren sowie die Dorfkorporationen Schwarzenbach und Jonschwil angehören. «Die Lage wäre aber prekär, wenn die Wasserversorgungen der Region nicht zusammenarbeiten würden. Die Wasserressourcen Oberuzwils etwa wären schon längst ausgeschossen.» Die Zusammenarbeit wurde vor 39 Jahren vollzogen. Doch bereits zehn Jahre zuvor waren erste Diskussionen im Gang. Anfangs bestand die Gruppe aus elf Dorf- beziehungsweise Wasserkorporationen. Infolge Inkorporationen sind es heute sechs.

Wasserverbrauch bleibt hoch

Zwar bezieht jede Wasserversorgung nach wie vor Wasser von ihren eigenen Quellen oder Grundwasser. Durch ein Leitungsnetz sind aber alle Regionen miteinander verbunden und so wird in der Not einander ausgeholfen und damit die Wasserversorgung sichergestellt. Auch mit benachbarten Versorgungen wird eng zusammengearbeitet, wie Armin Bachofner weiter erzählt. Die Trink- und Löschwasserversorgung bleibe damit stets bestehen. Diese Reserve mache ein Viertel des Reservoirvolumens aus. Durch die gemeinsame Bewirtschaftung und Vernetzung sei diese jederzeit sichergestellt, wie Bachofner weiter ausführt.

Trotz des fehlenden Niederschlags ist Quellwasser im Gebiet Langenau in Oberuzwil vorhanden. Der Strahl des Wassers ist aber äusserst dünn.

Trotz des fehlenden Niederschlags ist Quellwasser im Gebiet Langenau in Oberuzwil vorhanden. Der Strahl des Wassers ist aber äusserst dünn.

Die momentane Situation hält die Korporationen auf Trab. Normalerweise werden alleine in der Region Uzwil im Schnitt pro Tag rund 7000 Kubikmeter Wasser verbraucht. Miteingerechnet seien aber nicht nur die privaten Haushalte, sondern auch die Industrie, also Grossbezüger. Seit April steigt der Wasserverbrauch in Uzwil und den umliegenden Gemeinden stetig an. Ab Ende Juni hat sich dieser Wert durch die Sommerhitze noch verstärkt. Was heisst, dass die Marke von 10000 Kubikmeter Wasser pro Tag geknackt wurde. «Selbst während der Sommerferien ging der Wasserverbrauch nicht zurück», sagt Bachofner. Üblicherweise gebe es während dieser Zeit einen Einbruch. Was nun wiederum verdeutlicht, dass die Bürgerinnen und Bürger öfters duschen, den Pool füllen oder den Garten bewässern.

Stark angewiesen auf Thur-Grundwasser

Gleichzeitig geht die Menge des Wassers aus den 50 Quellen in der Region massiv zurück. «In Oberuzwil sind es aktuell etwa 50 bis 100 Kubikmeter Wasser pro Tag», sagt Bachofner. «Im Schnitt sind es aber 400 bis 500 Kubikmeter oder gar 1000 Kubikmeter, wenn es mal länger regnet.» Glücklicherweise aber können die Reservoirs aus dem Thur-Grundwasser angezapft werden. Und dies, obwohl sich im eigentlichen Flussbett wenig Wasser befindet. Im Untergrund befänden sich aber dank den kieshaltigen Ablagerungen grossflächige und mächtige Grundwasserreserven. «Ein sehr robustes System.» Und Reserven, auf die Wasserversorgung Vogelsberg zwingend angewiesen ist. «Seit Juli beziehen wir 60 bis 70 Prozent des Trinkwassers aus dem Thur-Grundwasser.»

Wassersparen beginnt bereits im Kleinen

Bisher würde sich der Grundwasserspiegel der Thur nur gering absenken. Um aber auch mittel- und langfristig die Wasserressourcen zu schonen, werden nun die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, den Wasserverbrauch zu reduzieren. «Jeder hat die Möglichkeit, einen Beitrag zu leisten.» Noch sei es eine Bitte und keine offizielle Einschränkung, wie Armin Bachofner sagt. Das Sparen beginne bereits im Kleinen, etwa, indem man nicht gedankenlos Wasser aus dem Hahnen laufen lasse. Aber auch auf das Waschen des Autos sollte derzeit verzichtet werden. Hilfreich sei auch, wenn nur die wichtigsten Pflanzen im Garten bewässert werden. Den Rasen dürfe man getrost braun werden lassen.

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