Noch immer wählerstärkste Partei – Die SVP Kreis Wil ist bereit für die Wahlen

Die SVP-Kreispartei Wil gibt sich kämpferisch und steigt mit Optimismus in die kommenden Wahlen.

Philipp Stutz
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Bruno Dudli, Präsident der SVP-Kreispartei, und Nationalrat Lukas Reimann, der über den Vorsorgeauftrag informierte.

Bruno Dudli, Präsident der SVP-Kreispartei, und Nationalrat Lukas Reimann, der über den Vorsorgeauftrag informierte.

Bild: Philipp Stutz

Bruno Dudli, Präsident der SVP Kreis Wil, zeigte sich an der Hauptversammlung kämpferisch. «Wir müssen Gas geben», sagte er mit Blick auf die bevorstehenden Urnengänge. Bei den vergangenen Wahlen ins nationale Parlament habe die SVP zwar Federn lassen müssen.

«Doch sind wir noch immer unangefochten wählerstärkste Partei mit den mit Abstand meisten Parlamentssitzen.»

Man befinde sich zurzeit mitten im Wahlmarathon. Als nächstes stehen im März die Wahlen in den Regierungs- und Kantonsrat bevor. Und im Herbst sind die kommunalen Behörden zu bestimmen. Man sei auf das Engagement der Parteimitglieder angewiesen, und dazu seien verschiedene Aktivitäten geplant, sagte Dudli. So will die SVP durch die Gemeinden des Wahlkreises touren und potenzielle Wähler ansprechen. Kandidaten der Jungparteien werden sich an einem Podium in Wil vorstellen. Nationalrat Lukas Reimann wünschte den 18 Kandidierenden auf der vollen SVP-Liste viel Erfolg und zeigte sich zuversichtlich, dass die sechs bisherigen Sitze im Kreis Wil gehalten werden können.

Auch auf kommunaler Ebene aktiv

Bruno Dudli erwähnte auch die Ortsparteien, die sich in kommunale Geschehnisse einbringen. Dazu zählen die Stadtparlamentarier in Wil mit ihren Vorstössen. Aber auch die Problematik im Geren in Lenggenwil, wo sich ein Holzbaubetrieb ansiedeln will und auf Gegenwehr stösst, sei von der Ortspartei aufgegriffen worden. Ebenso wie die umstrittene Sanierung des Dorfbachs in Zuzwil. «Es war einiges los im Kreis Wil», so Dudlis Fazit.

Der Präsident kam auch auf die Spitaldebatte zu sprechen, die auch Wil tangiert und die zu einem Hick-Hack geführt habe. Die von der Regierung im Herbst präsentierte Spitalstrategie sei in aller Munde und gebe Anlass zu verschiedenen Statements. Es sei zu hoffen, dass eine besonnene, wirtschaftstaugliche Kompromisslösung zu Stande komme.

Allgemein sei festzuhalten, dass der Kanton St.Gallen nach einigen finanziell erfolgreichen Jahren wieder in ein Finanzloch mit jährlichen Defiziten in dreistelliger Millionenhöhe schlittern werde. Auf diese Probleme habe er im Kantonsrat wiederholt hingewiesen, betonte Dudli. So komme der Kanton jährlich in den Genuss von rund 400 Millionen Finanzausgleichszuschüssen von Bund und Geber-Kantonen. Und seit Jahren betone die Regierung, die Gesamtausgaben würden so gesteuert, dass die Staatsquote nicht weiter ansteige. Doch bisher seien Einsparungen kaum jemals konkret diskutiert worden.

«Die finanzielle Situation des Kantons ist nicht rosig.»

Die Hauptgründe dafür lägen in der zu grosszügigen Ausgabenpolitik, so Dudli.

«Begrenzungsinitiative ist von grosser Bedeutung»

Nun liege es am Stimmbürger, die Weichen zu stellen. Dies gelte vor allem für die anstehenden Kantons- und Regierungsratswahlen. Aber auch die Volksabstimmung vom 17. Mai über die Begrenzungsinitiative sei von grosser Bedeutung für unser Land. Dudli legte seinen Parteikollegen ein Zitat des Dichters Johann Wolfgang von Goethe ans Herz:

«Erfolgreich zu sein, setzt zwei Dinge voraus: klare Ziele und den brennenden Wunsch, sie zu erreichen.»

Es geht um Selbstbestimmung

Lukas Reimann, Nationalrat und Jurist, orientierte nach der HV über den Vorsorgeauftrag. Er empfahl, einen solchen zu verfassen. Ein Verkehrsunfall, ein Schlaganfall, Altersdemenz – und es ist vorbei mit der Urteils- und Handlungsfähigkeit. Mit den beiden Instrumenten des Vorsorgeauftrages und der Patientenverfügung kann für solche Situationen vorgesorgt werden.

Zu empfehlen ist auch ein Testament. Ein umfassender Vorsorgeauftrag legt fest, wer sich im Fall der Urteilsunfähigkeit des Auftraggebers um dessen Betreuung, um die Verwaltung seines Vermögens und um seine Vertretung im Rechtsverkehr kümmert. Im Vorsorgeauftrag sollte auch die Entschädigung des Auftragnehmers geregelt werden. Die Errichtung desselben ist ein Entscheid von grosser Tragweite und muss deshalb von Hand geschrieben oder öffentlich beurkundet werden.

Laut Reimann kann damit geregelt werden, wer infolge Unzurechnungsfähigkeit für einen zuständig ist. Die rege Diskussion zeigte, dass das Thema unter den Nägeln brennt. Dabei kam auch wiederholt die Funktion der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) zur Sprache. (stu)