NIKOLAUS: Der Samichlaus ist da

Der Auszug des Samichlauses aus der Wiler Stadtkirche St. Nikolaus hat Tradition und diese lebt. Empfangen wurde er von zahlreichen Freunden, darunter waren viele Kinder.

Thomas Riesen
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Zur Belohnung verteilte der Samichlaus Biberli. (Bild: Thomas Riesen)

Zur Belohnung verteilte der Samichlaus Biberli. (Bild: Thomas Riesen)

Thomas Riesen

redaktion@wilerzeitung.ch

«Ho ho ho dr Samichlaus isch do, tüüf usem Wald do chunt er her, er treit de Sack so dick und schwär, ho ho ho dr Samichlaus isch do.» Kinder, die diesen oder einen ähnlichen Reim kannten, hatten an diesem Tag einen besonderen Stein im Brett – beim Samichlaus. Die Belohnung war ein feines Biberli. Aber weil der Samichlaus schliesslich ein Kinderfreund ist, kamen auch jene nicht zu kurz, die sich zwar vorbereitet hatten, aber den Mut doch nicht aufbrachten, dem fremden Mann mit dem weissen, langen Bart im roten Kostüm den Vers vorzutragen. Auch sie bekamen ihr Biberli.

Wenn alle Glocken gleichzeitig läuten

Erwartet wurde der Samichlaus auf dem Platz vor der Kirche St. Nikolaus. Der Platz füllte sich schnell und das war erneut der Beweis, dass diese Tradition lebt und gelebt wird. Er wird jedes Jahr aufs Neue erbracht. Pünktlich um drei Uhr wurde der Auszug eingeläutet und wenige Minuten später erschienen die Samichläuse, selbstverständlich immer in Begleitung eines Schmutzli – der eben jene begehrten Biberli verteilte. Es ist übrigens der einzige Anlass im Jahr, bei dem alle Glocken der Kirche läuten. Damit wird die traditionelle Bedeutung des Auszugs hervorgehoben.

«Hoi, wie geht es?»

Die wartenden Freunde des Samichlaus waren dick angezogen, denn das Thermometer zeigte nur sehr wenige Grad über Null an. Gut wurden Glühwein, Orangenpunsch und Zwetschgen-Lutz angeboten. Das wärmte von innen und war sehr beliebt. Selbstverständlich war die Veranstaltung auch wieder ein gesellschaftliches Ereignis. «Hoi, wie geht es? Schon lange nicht mehr gesehen.» Irgendwie kannte jeder jemanden, der sich den Auszug des Samichlaus ebenfalls nicht entgehen lassen wollte. Es ist eben eine besondere Veranstaltung, die Menschen zusammenbringt und das ist sicher im Sinne des Gastgebers – der nun in der ganzen Region unterwegs sein wird. Zur Freude der Kinder, aber auch vieler Erwachsener.