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NIEDERWIL: Igelfamilie wird beobachtet

Bäuerin Dorthe Keller aus Niederwil fand in ihrem Schopf eine Igelmutter mit fünf Jungen. Damit die Kleinen ein ausreichendes Gewicht für den Winterschlaf haben, werden sie nun gefüttert.
Zita Meienhofer
Die Igelmama hat mit ihren fünf Jungen, versteckt hinter Brettern, eine gemütliche Bleibe eingerichtet. Nun wurden sie entdeckt. (Bild: Dorthe Keller)

Die Igelmama hat mit ihren fünf Jungen, versteckt hinter Brettern, eine gemütliche Bleibe eingerichtet. Nun wurden sie entdeckt. (Bild: Dorthe Keller)

NIEDERWIL. Sie war überrascht und zugleich erstaunt, als sie in ihrem offenen Schopf einige Bretter an einen anderen Ort stellen wollte. Hinter diesen Brettern entdeckte sie eine Igelmama mit ihren fünf Jungen. Wohlgenährt lagen die fünf eingekugelt in der Nähe ihrer Mutter. «Es war ein herziges Bild», sagte Dorthe Keller aus Niederwil, die die Igel fand. Bei einer Kollegin, die sich in der Igelpflege auskennt, holte sie sich Rat, wie diese Tiere, die zu den geschützten Arten zählen, entsprechend versorgt oder betreut werden sollten.

Genug Gewicht für den Winterschlaf

Monika Montoli, Leiterin der Igelstation Frauenfeld, erklärt, dass es das Wichtigste sei, die Tiere ständig zu beobachten. Es ist für die Igel wesentlich, vor allem, da sie sich jetzt auf den Winterschlaf vorbereiten, dass sie genügend ernährt sind. «Die Jungen müssen im Dezember 500 Gramm wiegen, sonst erwachen sie wegen Futtermangels während des Winterschlafs, und das ist schlecht», sagt Monika Montoli. Sie rät, Tiere, die nicht das entsprechende Gewicht haben, zu füttern. Damit nicht Katzen oder andere Tiere dieser Grösse Zugriff auf das Fressen der Igel haben, soll in eine Kiste ein 10 auf 10 Zentimeter grosses Loch geschnitten werden. Diese wird mit dem Boden nach oben auf die Erde gestellt und mit einem Ziegelstein beschwert. Die Nahrung, das kann Katzenfutter nass oder trocken sein – jedoch kein Fisch –, soll in einer Ecke plaziert werden. Zudem soll Wasser bereitgestellt werden. Beobachtet werden sollen die Tiere aber auch, um auf allfällige Verletzungen oder Krankheiten aufmerksam zu werden. Ist das das Fall, empfiehlt Monika Montoli, sofort die Igelstation zu benachrichtigen.

Gesunde Tiere wieder an den Fundort zurückbringen

Monika Montoli betreut mit zehn Helferinnen die Tiere in der Igelstation in Frauenfeld. Rund um die Uhr kümmern sich die Damen ehrenamtlich um die Igel, die vorübergehend in Frauenfeld untergebracht sind. In der Region befinden sich weitere Stationen in Kreuzlingen und Winterthur. «Das ist eine sehr schöne und befriedigende Arbeit», sagt Monika Montoli. Die Infrastruktur wird von der Stadt zur Verfügung gestellt, für weitere Ausgaben kommt hauptsächlich der Ostschweizer Igelfreunde-Verein auf. Bei Engpässen kann sich Montoli an den Tierschutzverein wenden.

Während der vergangenen Sommermonate wurden in der Igelstation Frauenfeld bis zu 40 Tiere betreut. «Wir hatten diesen Sommer sehr viel zu tun», erklärt die Leiterin. Diese Tatsache begründet sie mit dem langanhaltenden schlechten Wetter. Als es dann schön wurde, bewegten sich die Tiere aus den Verstecken, und die Leute brachten die Verletzten, Kranken und Unterernährten.

In der Igelstation bleiben die Tiere so lange, bis sie wieder an den Standort, an dem sie entdeckt wurden, zurückgebracht werden können. Die Igel gewöhnen sich an die Betreuerinnen während des Aufenthalts, bauen aber keine Beziehung auf. «Ein Igel ist ein Wildtier, ist er gesund, ist er selbständig, stark und er faucht, wenn er berührt wird», so Monika Montoli.

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