NIEDERUZWIL: Wie aus Rüstabfällen Biogas entsteht

Was geschieht mit dem Material, das über die Grün- oder Bioabfuhr entsorgt wird? Ein beachtlicher Teil wird der Kompogasanlage in Niederuzwil zugeführt. Just dorthin ist die Bevölkerung morgen Samstag eingeladen: zum Tag der offenen Tür.

Andrea Häusler
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Die Kompogas AG wurde 1991 von Walter Schmid gegründet. Die Partnerschaft mit dem Schweizer Energiekonzern Axpo besteht seit dem Jahr 2006. Achivbild: Coralie Wenger

Die Kompogas AG wurde 1991 von Walter Schmid gegründet. Die Partnerschaft mit dem Schweizer Energiekonzern Axpo besteht seit dem Jahr 2006. Achivbild: Coralie Wenger

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

Es waren Walter Schmid und die Bühler AG, die in den Jahren 1997/98 auf dem Gelände der früheren Kehrichtverbrennungsanlage eine Kompogasanlage mit einem Betonfermeter und einer Verarbeitungskapazität von 9000 Tonnen pro Jahr errichteten. Das Biogas wurde damals in einem 150-kW-Blockheizkraftwerk verwertet. Später wurde die Anlage, aufgrund des steigenden Grüngutaufkommens, mehrmals bis zur Vollautomatisierung ausgebaut. Einen Meilenstein bildete der Einbau einer Gasaufbereitungsanlage von Energie 360° im vergangenen Jahr.

Die Partnerschaft mit dem Schweizer Energiekonzern Axpo geht auf das Jahr 2006 zurück, die Umfirmierung in Axpo Kompogas AG auf 2009. Vor vier Jahren trat diese das Anlagen-Engineering an die Hitachi Zosen Inova ab und konzentriert sich seither ausschliesslich auf den Betrieb. Axpo betreibt schweizweit – neben fünf Kompostierplätzen – 15 Kompogas-Vergärungsanlagen und bietet mobile Dienstleistungen in den Bereichen Schreddern und Sieben an.

Als Energieträger und Düngemittel genutzt

Die Idee des Kompogasverfahrens besteht darin, nicht vermeidbare Abfälle in einem geschlossenen ökologischen Kreislauf zu nutzen und diese wieder der Natur zuzuführen. Die Vergärungsanlagen fermentieren die vorgängig zerkleinerten, gesiebten und von Fremdstoffen befreiten Substrate in einem anaeroben, thermophilen Prozess. Unter Ausschluss von Sauerstoff werden die Substrate bei mindestens >50 °C von Mikroorganismen zersetzt und anteilig in Biogas umgewandelt. Nach einer minimalen Verweilzeit von zehn Tagen haben die Substrate den Fermenter und damit alle Vergärungsphasen durchlaufen. Das nun hygienisierte Material – die Gärreste – wird aus dem Fermenter ausgetragen und mittels Presse in eine flüssige und eine feste Phase separiert. Die Produkte werden als Düngemittel in der Landwirtschaft eingesetzt. Das entstandene Biogas wird ebenfalls entnommen und als Energieträger verwertet.

Wie die einzelnen Schritte im Detail ablaufen, können Interessierte morgen Samstag, zwischen 10 und 16 Uhr, auf einem Rundgang durch die Kompogas-Vergärungsanlage und die neue Biogas-Aufbereitungsanlage von Energie 360o mitverfolgen. Ebenfalls findet eine Demonstration der Grüngutaufbereitung statt. Ein familienfreundliches Rahmenprogramm rundet den Anlass ab.