NIEDERUZWIL: Villa weiter in öffentlicher Hand

Das herrschaftliche Haus in Niederuzwil wird auch in Zukunft durch die Gemeinde genutzt. Wenn die Finanzverwaltung in den Neubau zügelt, werden wohl die Sozialen Dienste dort einziehen.

Urs Bänziger
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Mit seiner Parkanlage hat die vom Industriellen Gottlieb Naef im Jahr 1885 erbaute Villa im öffentlichen Raum von Niederuzwil eine prägende Funktion. (Bild: Urs Bänziger)

Mit seiner Parkanlage hat die vom Industriellen Gottlieb Naef im Jahr 1885 erbaute Villa im öffentlichen Raum von Niederuzwil eine prägende Funktion. (Bild: Urs Bänziger)

Urs Bänziger

urs.baenziger@wilerzeitung.ch

Je näher das neue Uzwiler Gemeindehaus an der Lindenstrasse vor der Fertigstellung steht, desto mehr drängt sich die Frage auf, was mit dem alten Gemeindehaus an der Flawilerstrasse 2 in Niederuzwil geschehen wird. Einen definitiven Entscheid hat der Gemeinderat zwar noch nicht gefällt. Doch aller Voraussicht nach werden die Sozialen Dienste dort einziehen. Das würde bedeuten, dass die vom Industriellen Gottlieb Naef im Jahre 1885 erbaute Villa auch in Zukunft durch die Gemeinde genutzt wird.

Auftrag erhalten für Detailabklärungen

Er habe vom Gemeinderat den Auftrag erhalten, Detailabklärungen für eine Umnutzung zu treffen, sagt Verwaltungsleiter Thomas Stricker. «Wir gehen davon aus, dass ein Umbau mit bescheidenen Mitteln möglich wäre.» Zurzeit ist die Finanzverwaltung im Herrschaftshaus einquartiert. «Beim Standort der Sozialen Dienste ist die Niederschwelligkeit beziehungsweise die Anonymität wichtig. Zudem benötigen die Mitarbeitenden vor allem Besprechungszimmer», sagt Stricker. «Diese könnten in der Liegenschaft an der Flawilerstrasse im Parterre eingerichtet werden. An ihrem jet­zigen Standort an der Hen­auerstrasse 20 sind die Platzverhältnisse so eng, dass die Mitarbeitenden die Gespräche mit den Hilfsbedürftigen in ihren Büros führen müssen, was in Bezug auf die Sicherheit nicht optimal ist.» Stricker kann sich vorstellen, dass ähnlich ausgerichtete Abteilungen wie etwa der Schulpsychologische Dienst ebenfalls dort untergebracht werden könnten. Womit das Haus der Finanzen zum Haus des Sozialen umgewandelt würde.

Nicht ideal für die Musikschule

Schon vor der Kreditabstimmung für den Neubau hatte der Gemeinderat seine Absicht geäussert, das alte Gemeindehaus nicht zu verkaufen. «Das Gebäude mit seiner Parkanlage hat eine prägende, wichtige Funktion im öffentlichen Raum von Nieder-uzwil», begründet Stricker die Haltung der Behörde. Neben einem Verkauf rückt jetzt auch eine Fremdvermietung in weite Ferne. Fallen gelassen wurde zudem die Idee, die Musikschule an der Flawilerstrasse 2 unterzubringen. «So schön und historisch wertvoll die alte Villa auch ist, so wenig eignet sie sich schon alleine wegen der Akustik für ein Haus der Musik. Schätzungen haben ergeben, dass eine derartige Umnutzung auf über zwei Millionen Franken zu stehen kommen würde», sagt Stricker. Die Musikschule soll denn auch in die geplante Schulhauserweiterung im Herrenhof integriert werden.