NIEDERUZWIL: Umweltschonendes Kinovergnügen

Das Solarkino St. Gallen gastierte auch in diesen Sommerferien auf dem Begegnungsplatz und bot dem Publikum zwei Filmabende bei angenehmen Temperaturen unter freiem Himmel.

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Die Musiker Stefan Eberhard und Emanuel Reiter stimmen auf dem Begegnungsplatz mit ihrem Konzert die Besucher auf die Filmvorführung ein. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Die Musiker Stefan Eberhard und Emanuel Reiter stimmen auf dem Begegnungsplatz mit ihrem Konzert die Besucher auf die Filmvorführung ein. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Emanuel Reiter, begleitet von Stefan Eberhard am Keyboard, erfreut mit seinen herzerwärmenden Liedern das noch spär­liche Publikum auf dem Nieder-uzwiler Begegnungsplatz. Bequem in Liegestühlen sitzend, folgen die Gäste der charmanten Aufforderung des aus Oberbayern stammenden Sängers und Komponisten und klatschen und singen mit. Ein Grüppchen Kinder hat in der vordersten Reihe Liegestühle reserviert und flitzt zwischen Konzert und Spielwiese hin und her. Wär doch auch was für Erwachsene: vor dem Film eine halbe Stunde Völker- oder Sitzball spielen.

Viel Geld investiert in Energiesparmassnahmen

Trotz bedecktem Himmel füllen sich am Freitag und am Samstag die Liegestühle. Gemeinderätin Renate Graf drückt ihre Freude darüber aus, dass die Vorführungen draussen stattfinden und nicht in die Bibliothek ausweichen müssen. Uzwil habe vergangenes Jahr erneut die Zertifizierung zur Energiestadt erhalten. Seit 2013 seien mit Unterstützung der Gemeinde 111 Fotovoltaikanlagen gebaut worden. Weitere 29 seien in Planung. Das ergebe ein Investitionsvolumen von gut 5 Millionen Franken. Die Gemeinde setze weitere Energiesparmassnahmen um.

Beispielsweise die Umrüstung der Strassenbeleuchtung auf LED, Minergiestandard bei Bauprojekten oder Heizungsersatz durch Wärmepumpen, erläutert Graf. Einen Dank richtet sie an die Organisatoren des Abends, den Verein Solarkino St. Gallen und die Energieagentur St. Gallen. Für die Verpflegung der Gäste hat Andreas Züger inzwischen den Grill aufgeheizt.

Den Organisatoren ist es ein Anliegen, Jung und Alt für Umweltthemen zu sensibilisieren. Der Verein Solarkino beweist bereits im sechsten Sommer, dass Strom gespeichert werden kann.

Eine Kilowattstunde für eine Vorstellung

Für die Filmvorführung haben zwei Solarmodule in zwei bis drei Stunden die Batterien geladen. Eine Vorstellung verbraucht etwa eine Kilowattstunde. Die mobilen Batterien ermöglichen einen unbeschwerten Filmgenuss an einzigartigen Orten wie den Weieren in St. Gallen oder dem Begegnungsplatz in Niederuzwil. Dort haben sich die Filmfreunde ­gemütlich in die Decken eingemummelt. Till Schweigers Filme zeigen lustige Szenen, enthalten aber auch derbe Ausdrücke und Bettszenen. Die Kinder schauen interessiert zu und düsen zwischendurch immer wieder auf den Spielplatz. Die älteren Zuschauer geniessen das Filmspektakel unter freiem Himmel bei angenehmen Temperaturen.

Kathrin Meier-Gross

redaktion@wilerzeitung.ch