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NIEDERUZWIL: Selbst Gebisse geraten ins Abwasser

Mitglieder der FDP Uzwil und Oberbüren machten einen Rundgang durch die Kläranlage des Abwasserverbands Uzwil. Angesprochen wurde eine zusätzliche Reinigungsstufe zur Elimination der Mikroverunreinigung.
Betriebsleiter Peter Huber zeigt Wasserproben vom Anfang und vom Ende des Reinigungsprozesses. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Betriebsleiter Peter Huber zeigt Wasserproben vom Anfang und vom Ende des Reinigungsprozesses. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Peter Huber, Betriebsleiter der ARA, führte die Gäste mit fachlich versierten Informationen und gewitzten Aussagen durch die Anlage. «Was passiert, wenn wir die WC-Spülung betätigen oder das Abwasser aus Küche und Waschmaschine in die Kanalisation läuft?» Die Kläranlage in Niederuzwil hatte 1970 ihren Betrieb aufgenommen. Von 1995 bis 2000 wurde sie für 18 Millionen Franken vergrössert. Sie hat auch während der Bauzeit ohne Unterbruch funktioniert. Die Abwasserreinigung ist für rund 30000 Einwohner inklusive Gewerbe und Industrie der Gemeinden Uzwil und Oberuzwil ausgelegt. Gereinigt wird auch Wasser vom Brübachtal und von Niederhelfenschwil. Huber, seit 20 Jahren in der Kläranlage beschäftigt, klärte die Gäste auf, dass es in der ARA nicht stinke, sondern «schmecke». Nach dem Zulauf (pro Tag fliessen über 11 Millionen Liter verschmutztes Abwasser in die ARA) werden mit einem Rechen Grobstoffe entfernt. Das ausgepresste Material wird in der KVA Bazenheid verbrannt. Nebst Hygieneartikeln, Esswaren und vielem anderen, das nicht in das Abwasser gehört, haben die Klärmeister auch schon Gebisse gefunden. Eines ist sogar von seinem Besitzer abgeholt worden.

Acht Stunden, um alle Stufen zu durchlaufen

Nebst der mechanischen Reinigung spielt die biologische eine wichtige Rolle. Bakterienstämme finden im Abwasser ihre Nahrung. Dazu muss das Abwasser während der warmen Monate umgerührt werden, im Winter wird das Becken belüftet. Rund acht Stunden dauert es, bis das Wasser alle Stufen durchlaufen hat und gereinigt in die Thur fliesst.

Nicht zu sehen sind im geklärten Wasser die Mikroverunreinigungen und der Hormoncocktail. Substanzen, welche die ARA Uzwil noch nicht eliminieren kann. Um die dazu notwendigen Investitionen für eine mikrobiologische Reinigung vor­nehmen zu können, sind die umliegenden Gemeinden im Gespräch. Diskutiert wird der Bau einer regionalen ARA. Bei der anschliessenden Besichtigung der «ARA-Unterwelt» staunten die Besucher über die vielen Werkleitungskanäle. Die ARA ist ­wärmetechnisch autark, weil die ­Anlage aus dem ausgefaulten Schlamm Methangas produziert. Der Strombedarf kann daraus zu 60 Prozent gedeckt werden. In der ARA Uzwil sind drei Männer vollzeitlich beschäftigt. Huber ­erwähnte, dass ein elektromechanischer Beruf von Vorteil sei. Nebst dem ARA-Betrieb inklusive Laborarbeiten würden sie auch Reparaturen, Umgebungs- und Putzarbeiten ausführen. Das notwendige «ARA-Wissen» werde in berufsbegleitenden Schulungen vermittelt.

Kathrin Meier-Gross

redaktion@wilerzeitung.ch

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