NIEDERUZWIL: Nur noch eingeschränkter Zugriff: Raiffeisenbank Niederuzwil erhöht Sicherheitsmassnahmen

In der Basler Niederlassung von Raiffeisen haben Diebe Schliessfächer im Selbstbedienungssafe ausgeraubt. In der Geschäftsstelle Niederuzwil der Raiffeisenbank Regio Uzwil sind darauf die Sicherheitsmassnahmen verschärft worden.

Philipp Stutz
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Aldo Kopp, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Regio Uzwil, demonstriert den Zugang zu den Bankschliessfächern. (Bild: Philipp Stutz)

Aldo Kopp, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Regio Uzwil, demonstriert den Zugang zu den Bankschliessfächern. (Bild: Philipp Stutz)

Aufgeflogen ist die Tat in Basel, als ein Kunde das Fehlen von Geld und Wertgegenständen bei der Polizei anzeigte. Die Täter hatten sich an mehreren Bank-Schliessfächern bedient. Wie das passieren konnte, weiss bis auf die trickreichen Diebe noch niemand. Der Zugang zum Tresorraum ist nur für Kunden möglich. Und dazu müssen mehrere Sicherheitsvorkehren passiert werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Tresorfachanlagen, wo Kunden vorab von Bankmitarbeitenden identifiziert werden, hat hier jeder Kunde alleine Zugriff auf sein Fach, und zwar rund um die Uhr.

Ein anderer Hersteller als in Basel

Bislang galten Schliessfächer als sicherer und diskreter Aufbewahrungsort. Der Aufwand für Sicherheit ist gross. Dabei weiss die Bank nicht einmal, welche Schätze sich in den Fächern verbergen. Die Raiffeisenbank Regio Uzwil verfügt in Niederuzwil ebenfalls über eine 24-Stunden-Anlage. «Sie wird gut genutzt, und wir hatten bis anhin noch nie Probleme», sagt Aldo Kopp, Vorsitzender der Bankleitung. Nur vereinzelte Kunden hätten sich nach dem Vorfall in Basel nach der Sicherheit der Anlage in Niederuzwil erkundigt. Sie steht seit sieben Jahren in Betrieb und befand sich damals auf dem neusten Stand der Technik. «Bei uns kam ein anderer Hersteller als in Basel zum Zug, und auch die Sicherheitsstandards sind nicht gleich», erklärt Kopp. Die Anlage werde technisch immer auf dem neuesten Stand gehalten und laufend nachgerüstet.

Laut dem Bankleiter bestehen Zugangskarten mit Magnetspur und mit Chips. Aus Sicherheitsgründen wurde nach dem Vorfall in Basel der Zugriff mit Magnetstreifen-Karten in Niederuzwil umgehend eingeschränkt. Der Zugang zum Tresorfach ist für Inhaber solcher Karten zurzeit nur während der Öffnungszeiten der Bank möglich. Kunden können sich am Schalter melden, wenn sie ihr Schliessfach öffnen möchten. Damit sie wieder einen uneingeschränkten Zugang – während 24 Stunden und sieben Tagen in der Woche – geniessen können, werden alle Zugangskarten mit Magnetstreifen ab 23. April gegen neue Chipkarten ausgetauscht. «Diese erfüllen höchste Sicherheitsstandards», sagt Kopp. Kunden, die schon im Besitz einer Chipkarte sind, können die Anlage weiterhin rund um die Uhr benützen.

Feuergefährliche Gegenstände und Waffen nicht erlaubt

In einem Tresorfach werden Wertgegenstände, Dokumente, Datensicherungen, Geld und Schmuck aufbewahrt – auch Sachen, die einen ideellen Wert haben und kaum versicherbar sind, wie Aldo Kopp ausführt. Feuergefährliche Gegenstände oder Waffen sind nicht gestattet. «Das Bedürfnis nach Schliessfächern ist gross», betont er. Hinzu kommt, dass der Safe rund um die Uhr in Betrieb ist. «Die Kunden möchten heute auch ausserhalb der Banköffnungszeiten auf ihre Schliessfächer zugreifen können», ergänzt Kopp. Jedermann, der bei Raiffeisen ein Konto eröffnet, kann auch ein Tresorfach benutzen. Die Bedingungen dazu sind in einem Mietvertrag festgehalten. Die Fächer stehen in verschiedenen Grössen zur Verfügung. Die Anlage befindet sich in der sogenannten 24-Stunden-Zone im geschützten Eingangsbereich der Bank - der Zutritt zur Anlage ist nur mit einer Zugangskarte möglich. Daneben bestehen auch klassische Tresorfächer. Hier haben sich Kunden am Schalter auszuweisen, ehe ihnen Zutritt verschafft wird.

Der Diebstahl in Basel ist umso bemerkenswerter, da Bankschliessfächern ein hohes Sicherheits- und Diskretionslevel zugeschrieben wird. In den vergangenen Jahren haben die zunehmenden Einbrüche in Eigenheime zu einer grossen Nachfrage geführt.