NIEDERUZWIL: Neuer Standort – neue Chance

Der Gemeinderat beabsichtigt, die Liegenschaft an der Henauerstrasse 20 zu veräussern. Der Verkauf liegt in der Kompetenz der Exekutive. Für die «Galerie zur alten Bank» wird nach einem neuen Standort gesucht.

Philipp Stutz
Drucken
Teilen
Die «Galerie zur alten Bank» besteht seit 40 Jahren. Sie ist aus dem kulturellen Angebot nicht mehr wegzudenken. Unzählige Kunstschaffende haben hier dem Publikum ihre Werke gezeigt. (Bilder: Philipp Stutz)

Die «Galerie zur alten Bank» besteht seit 40 Jahren. Sie ist aus dem kulturellen Angebot nicht mehr wegzudenken. Unzählige Kunstschaffende haben hier dem Publikum ihre Werke gezeigt. (Bilder: Philipp Stutz)

Philipp Stutz

philipp.stutz@wilerzeitung.ch

Der Verkauf der Liegenschaft, in der sich die «Galerie zur alten Bank» und die sozialen Dienste der Gemeinde befinden, ist umstritten. Das zeigte sich in kritischen Voten an der Bürgerversammlung und in Form von Leserbriefen. Der Gemeinderat wurde schliesslich beauftragt, bis zur nächsten Bürgerversammlung Bericht zu erstatten und die Kostenentwicklung aufzuzeigen (die «Wiler Zeitung» berichtete).

Der Verkauf der Liegenschaft fällt nicht in die Kompetenz der Bürgerschaft, was nicht überall verstanden wird. Das Gebäude zählt zum Finanzvermögen. Dazu gehören Vermögenswerte, welche die Gemeinde jederzeit wieder veräussern kann.

Verkauf liegt in Kompetenz des Gemeinderates

Die Aktiven der Gemeinde bestehen aus dem Verwaltungs- und Finanzvermögen. «Während das Verwaltungsvermögen zur unmittelbaren Erfüllung öffentlicher Aufgaben dient, umfasst das Finanzvermögen alle Werte, die veräussert werden können, ohne dass die Erfüllung öffentlicher Ausgaben beeinträchtigt wird», heisst es dazu im Gemeindegesetz. Das Liegenschaftsgeschäft liegt in der Kompetenz des Gemeinderates. Die Exekutive ist aufgrund der Gemeindeordnung beim Kauf und Verkauf von Grundstücken im Finanzvermögen an keine Limiten gebunden.

Die Galeriekommission befindet sich bereits auf der Suche nach einem neuen Standort für die Galerie. Dies bestätigt Gemeinderätin Dora Hadorn, Präsidentin der Kommission: «Wir haben drei mögliche Standorte besichtigt, aber keinen Entscheid gefällt.» Ein neuer Standort bietet ihrer Ansicht nach auch Chancen. «Die Galerie wird weiter bestehen, egal an welchem Standort», betont Dora Hadorn. Noch ist aber nicht definitiv entschieden, ob die Gemeinde das Gebäude verkaufen wird. Trotzdem könne man bei der Suche nach neuen Räumen nicht zuwarten. Man benötige Planungssicherheit, Verträge müssten ausgearbeitet werden, sagt sie. Die Kosten seien Gegenstand von Verhandlungen. Ob der Name «Galerie zur alten Bank» beibehalten werde, sei noch unklar.

In den oberen Stockwerken des Gebäudes sind die sozialen Dienste untergebracht. Weil sie nach Bezug des neuen Gemeindehauses ins bisherige Gemeindehaus an der Flawilerstrasse umziehen, werden diese Räume nicht mehr benötigt. Und deshalb will der Gemeinderat das Gebäude verkaufen. Dora Hadorn verteidigt diesen Entscheid. «Wir haben die Verwaltung nicht zentralisiert, um alle bisherigen Standorte aufrechtzuerhalten.»

Schulische Dienste verlegen?

Vor einigen Jahren war die Liegenschaft einer sanften Fassadenrenovation unterzogen worden. Der rückseitige Hauseingang erhielt eine neue Überdachung, das Haus einen gedeckten Velo-Abstellplatz. «Die oberen Stockwerke sind in schlechtem baulichem Zustand», sagt Dora Hadorn. Diese zu sanieren, wäre mit hohen Kosten verbunden. Die schulischen Dienste – Logopädie und schulpsychologischer Dienst – befinden sich an eher peripherer Lage am Hummelweg 1 in Niederuzwil. Dieses Gebäude gehört ebenfalls der Gemeinde Uzwil. In einem Leserbrief wurde erwogen, die schulischen Dienste könnten an die Henauerstrasse 20 verlegt werden. Das dortige Gebäude befinde sich an zentraler Lage und in Nähe der Schulhäuser.

Dora Hadorn weist darauf hin, dass das Haus am Hummelweg vor sechs Jahren saniert worden ist. So wurde das Mietverhältnis der Wohnung aufgelöst, um Flächen für Büros zu nutzen. Hinzu kamen Unterhaltsarbeiten. Fenster waren undicht und eine Dämmung des Daches teilweise nicht vorhanden. Böden und Elektroinstallationen mussten erneuert werden. Die Kosten dafür waren beträchtlich und beliefen sich auf rund 260 000 Franken.

Aktuelle Nachrichten