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NIEDERUZWIL: Fast wie im Märchen

Das mehrfach preisgekrönte Trio Fontane trat im evangelischen Kirchgemeindehaus auf und begeisterte die Zuhörer. Der Funke sprang schon beim ersten Takt über.
Noëlle Grüebler (links), Andrea Wiesli und Jonas Kreienbühl bei ihrem Auftritt in Niederuzwil. (Bild: Vroni Krucker)

Noëlle Grüebler (links), Andrea Wiesli und Jonas Kreienbühl bei ihrem Auftritt in Niederuzwil. (Bild: Vroni Krucker)

Das Trio Fontane mit Andrea Wiesli (Klavier), Noëlle Grüebler (Violine) und Jonas Kreienbühl (Cello) verzückte am vergangenen Sonntagabend das Publikum im evangelischen Kirchgemeindehaus in Niederuzwil. Als Studentin war Andrea Wiesli an Sonntagen übrigens regelmässig im Alterszentrum Sonnenhof in Wil anzutreffen. Dort spielte sie im Café auf dem Klavier und sang mit den Seniorinnen und Senioren bekannte Lieder, besonders auch für ihre dort lebende Grossmutter.

Dass dem Trio die Musik eine echte Herzensangelegenheit war, war sofort zu spüren – in den ausgewählten Stücken und in der Bereitschaft, den Gästen anspruchsvolle Musik zu schenken. Liebevoll erklärten die drei Akteure die Werke. Die drei boten anspruchsvolle, facettenreiche Musik in scheinbarer Leichtigkeit. Der Funke sprang schon bei den ersten Takten aufs Publikum über. Sie spielten in Höchstform, zeigten auf beeindruckende Weise, wie sie und die Instrumente miteinander kommunizieren. Kurze Blicke untereinander, ein Lächeln da, ein Kopfnicken dort reichte aus. Fest steht, dass fast 16 Jahre gemeinsames Spiel vieles zur Selbstverständlichkeit macht und trotzdem braucht es für jeden Auftritt die totale Aufmerksamkeit und das Engagement jedes Einzelnen.

Von Barock bis Neuzeit

Das abwechslungsreiche Programm eröffnete das «Trio B-Dur KV 502» von Mozart mit einem lebhaften Allegro, einem feinen Larghetto und dem fröhlichen Allegretto. Dann ging’s hinüber in die Neuzeit mit dem «Trio über ein Zürichsee-Lied», komponiert von Carl Rütti aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Zentralbibliothek Zürich. Das Finale, eine verspielte «Jig» bildete den fulminanten Schlusspunkt, das der Komponist für das Trio «massgeschneidert» hat.

Die immer wieder gern gehörte «Moldau», von Bedrich Smetana komponiert, ist sein wohl berühmtestes Orchesterwerk. Die Reise des Wassers von den beiden Quellen über die Vereinigung zum Fluss führt durch Wälder und Fluren, vorbei an Jagdszenen mit Hörnerklängen, einer fröhlichen Bauernhochzeit, zarten Elfentänzen, wirbelnden Stromschnellen weiter gegen Prag bis zur Einmündung in die Elbe. Nach dem begeisterten Applaus bot das Trio die wunderschöne «Barcarole» von Jaques Offenbach «Schöne Nacht, oh Liebesnacht».

Vroni Krucker

redaktion

@wilerzeitung.ch

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