NIEDERUZWIL: Die Aussenfassade bröckelt

Der Verwaltungsrat der Katholischen Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil will das Pfarrhaus renovieren. Die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger befinden nächste Woche über einen Kredit von 1, 4 Millionen Franken.

Urs Bänziger
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Das Pfarrhaus in Niederuzwil steht unter Denkmalschutz. Die Villa wurde 1875 gebaut. (Bild: Julia Mikeladze)

Das Pfarrhaus in Niederuzwil steht unter Denkmalschutz. Die Villa wurde 1875 gebaut. (Bild: Julia Mikeladze)

NIEDERUZWIL. Das Pfarrhaus der katholischen Kirchgemeinde gehört zu den historisch wertvollen Gebäuden in Niederuzwil. Die Fabrikantenfamilie Moser Naef baute die Villa 1875 und nutzte sie als Wohn- und Geschäftshaus. Nach verschiedenen Besitzerwechseln erwarb 1930 der damalige Kirchenbauverein das Herrschaftshaus samt Garten. Heute ist das Pfarreisekretariat der Katholischen Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil in der alten Villa untergebracht, im Ober- und im Dachgeschoss befinden sich drei Wohnungen.

Letzte Renovation vor mehr als 30 Jahren

Das Herrschaftshaus ist in die Jahre gekommen. Die letzte umfassende Renovation erfolgte vor mehr als 30 Jahren. Verputz und Fensterläden sind verwittert, die Fenster veraltet und die Natursteinbänke beschädigt. Der Kirchenverwaltungsrat hat ein Gutachten erstellen lassen. Die Expertise hat ergeben, dass das Pfarrhaus einen grösseren Sanierungsbedarf aufweist. Die Kirchgemeinde habe die Verantwortung, ihre Gebäude zu unterhalten, und wolle deshalb das Pfarrhaus in Niederuzwil substanzerhaltend sanieren, sagt Präsident Paul Gähwiler-Wick. Das letzte Wort haben die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger. Sie befinden am nächsten Montag an einer ausserordentlichen Bürgerversammlung über einen Kredit von 1, 4 Millionen Franken. Die Sanierung soll ohne Steuerfusserhöhung finanziert und die Kosten innert 20 Jahren amortisiert werden. «Aufgrund der aktuellen finanziellen Situation werden die Renovationskosten keinen Einfluss auf die Steuern haben, zumal wir bereits Rückstellungen von 100 000 Franken vorgenommen haben und von der Denkmalpflege einen gleich hohen Beitrag erwarten», sagt der Präsident.

Kirchenverwaltungsrat schliesst Verkauf aus

Ein Verkauf des Pfarrhauses kommt für den Kirchenverwaltungsrat nicht in Frage. «Das Pfarrhaus bildet zusammen mit dem Pfarreizentrum und der Kirche ein Ensemble. Zudem finden zahlreiche Veranstaltungen im Freien statt. Ein Verkauf oder die Vermietung würde das kirchliche Leben deutlich erschweren», sagt Paul Gähwiler-Wick. Neben der Renovation der Aussenfassade sollen das Pfarreisekretariat und das Sitzungszimmer saniert und kundenfreundlicher gestaltet werden. Vorgesehen ist weiter die Sanierung des Treppenhauses sowie die Renovation der Wohnung im Obergeschoss.