Niederuzwil
Den 11 Meter entfernten Stab treffen: An der Qualifikation für die Schweizer Meisterschaft zeigte sich, dass Hufeisenwerfen gar nicht so leicht ist

Am Samstag fand in Niederuzwil die Qualifikation für die Schweizer Meisterschaft im Hufeisenwerfen statt. Wer es schon probiert hat, weiss: Für die Randsportart benötigt man Talent und Taktik.

Christoph Heer
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Das 1,2 Kilogramm schwere Hufeisen muss über verschiedene Distanzen geworfen werden.

Das 1,2 Kilogramm schwere Hufeisen muss über verschiedene Distanzen geworfen werden.

Bild: Christoph Heer

Soeben hat Markus Widmer den Einzug in den Final verpasst. Es ist Samstag und in Niederuzwil findet das Qualifikationsturnier für die Schweizer Meisterschaft im Hufeisenwerfen statt. Widmer zwinkert mit den Augen und freut sich, hat er doch soeben einen Sechspunktewurf in der Disziplin American geschafft. Das heisst, beide Hufeisen umschliessen den Stab im Zielbereich. Distanz: 11,27 Meter. Trotz des Resultats ist der Werfer gut gelaunt und für einen kurzen Schwatz zu haben.

Der erste Hufeisenklub der Schweiz

Als der Hufeisen-Klub 86 St.Gallen im Jahr 1986 von einigen Schriftsetzern gegründet wurde, war er der allererste in der Schweiz. «Offiziell gibt es heute noch drei Vereine in der Schweiz», sagt Präsident Werner Helfenberger. Noch vor einigen Jahren seien es sechs bis sieben gewesen.

Helfenberger schaut an diesem Wochenende für das gute Gelingen des Turniers. Mit dabei sind rund zwölf Werferinnen und Werfer aus Deutschland und 25 Werfer aus der Schweiz.

Hufeisenwerfen verbindet: Hans Enlger, Ehrenpräsident des Hufeisen-Klubs 86 St.Gallen (links) und Vereinspräsident Werner Helfenberger.

Hufeisenwerfen verbindet: Hans Enlger, Ehrenpräsident des Hufeisen-Klubs 86 St.Gallen (links) und Vereinspräsident Werner Helfenberger.

Bild: Christoph Heer

Schwieriger als es aussieht

Der Hufeisen-Klub 86 SG bezweckt die Pflege, Verbreitung sowie die Förderung des Hufeisen-Werfsports. Regelmässige Trainings und Wettkämpfe festigten die Kameradschaft, welche sowieso schon immer grossgeschrieben werde. Helfenberger sagt:

«Hufeisenwerfen ist für jeden geeignet. Nützlich ist dabei aber sicher, wenn man einen guten Wurfarm besitzt.»

Man müsse sich gut konzentrieren können und gewillt sein, die Wurftechnik stets zu verbessern. Schliesslich muss das 1,2 Kilogramm schwere und genau genormte Hufeisen über verschiedene Distanzen geworfen werden.

Konzentration und gute Wurftechnik sind beim Hufeisenwerfen gefragt.

Konzentration und gute Wurftechnik sind beim Hufeisenwerfen gefragt.

Bild: Christoph Heer

Neben Helfenberger steht am Samstag ein verdienstvolles Vereinsmitglied. Hans Engler ist Ehrenpräsident und ist heute noch tatkräftig mit dabei, wenn das Metall in den Sand geworfen wird. Er sagt: «Ich war 20 Jahre lang Vereinspräsident und verbringe heute noch gerne viel Zeit mit den Hufeisen und unseren Kameraden.»

Die Disziplinen German und American

Beim Hufeisenwerfen gibt es zwei Disziplinen: German und American. Im German wirft eine Person 36 Eisen hintereinander. Wer die meisten Punkte erreicht, gewinnt. Im American werfen zwei Personen im Cupsystem. Bei den sogenannten Innings werden abwechslungsweise zwei Eisen viermal hin- und zurückgeworfen. Erzielen beide Werfer einen Dreier, heben sie sich auf und es werden keine Punkte vergeben. Ansonsten zählt das nächstgelegene Eisen, aber nur, wenn es nicht mehr als eine Hufeisenbreite vom Stab entfernt liegt.

Punkte und Normen beim Hufeisenwerfen

3 Punkte: Beim «Ringer» müssen die beiden Schenkelspitzen durch eine Gerade, die hinter dem Stab durchführt, verbunden werden können.

2 Punkte: Das Hufeisen hat Kontakt mit dem Stab.

1 Punkt: Mit einem Punkt gewertet werden Würfe, die im Sandkasten zu liegen kommen.

Das Hufeisen muss 1,190 Kilogramm schwer, 19,368 Zentimeter lang und 18,415 Zentimeter breit sein. Die Öffnung muss 8,890 Zentimeter messen. (che)

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