NIEDERSTETTEN: Für Fahrzeuge soll es eng werden

Trotz der ländlich-idyllischen Lage zwischen Henau und Schwarzenbach hat Niederstetten mit Verkehrsproblemen zu kämpfen. Ein Lösungsvorschlag ist auf dem Tisch. Jetzt liegt der Ball bei der Bevölkerung.

Andrea Häusler
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Andrea Häusler

andrea.haeusler@xwilerzeitung.ch

Das Anliegen des 140-Seelen-Dorfs ist alt und bekannt: Wohnqualität und Sicherheit leiden unter dem Durchgangsverkehr. Der Gemeinderat hat reagiert und eine Kommission mit der Erarbeitung eines Verkehrs- beziehungsweise Gestaltungskonzepts für die Salenstrasse als Haupt­verkehrsachse und die südlich ­gelegene Oberstrasse beauftragt. Dieses wurde der Bevölkerung vorgestellt und erläutert.

«Es handelt sich um einen Vorschlag, der als Diskussionsgrundlage dienen soll», macht Bauverwalter Christoph Paly klar. Das Projekt – es hängt unter der Linde im Dorfzentrum öffentlich auf – hätte, sollte es so oder ähnlich realisiert werden, noch viele Hürden zu meistern, bevor eine Realisierung ins Auge gefasst werden könnte. Kernstück der Planung ist eine Verengung der Salenstrasse auf 4,20 Meter. «Ist das Kreuzen zweier Fahrzeuge schwierig, wird langsamer gefahren», begründet er. Die bereits heute schmale Oberdorfstrasse soll so ausgestaltet werden, dass hier nur noch Zu- und Wegfahrten von Anstössern stattfinden.

Noch unattraktiver würde, bei einer Umsetzung der Planung, die Durchfahrt für Last­wagen. Kreuzen könnten diese nur auf (noch zu bauenden) 1,40 Meter breiten Ausweichstellen. Oder, sie wenden bereits beim Dorfeingang, wo die Planung einen Kehrplatz vorsieht. «Mit diesen Massnahmen soll der Durchfahrtswiderstand erhöht werden», sagt Christoph Paly.

Dorf zu einem erlebbaren Raum gestalten

Ein zweiter, zentraler Punkt sei die Stärkung des dörflichen Charakters Niederstettens. In diesem Bereich ist auch die Bevölkerung gefordert, sich mit Ideen und persönlichem Engagement einzubringen. Mit der Gestaltung ihrer Vorgärten beispielsweise.

Die dörfliche Ausstrahlung des Ortes soll bewirken, dass sich die Verkehrsteilnehmer in einem «anderen Raum» wähnen, wie sich Paly ausdrückt.

Tempo-30-Signalisation vorderhand kein Thema

Danebst ist auch die Gemeinde Uzwil bereit, sich am Verkehrsprojekt bzw. Gestaltungsvorhaben zu beteiligen. So sieht die Planung beispielsweise vor, dass das Wasser der beiden Dorfbrunnen an der Salen- und Oberstrasse nicht mehr unterirdisch ver­sickert, sondern in schmalen ­Rinnen entlang der Strasse in Richtung Töbeli abfliesst. Dies mit dem Ziel, das Element Wasser erlebbar zu machen. Derselbe Effekt liesse sich auch mit der teilweisen Offenlegung des heute eingedolten Bachs erzielen. Ebenfalls Gegenstand der nun vorliegenden Projektidee ist die Aufwertung des 24 mal 8,5 Meter grossen Areals in der Kurve beim grossen Lindenbau als Ort für Dorfveranstaltungen.

Die Dorfdurchfahrt als Tempo-30-Zone zu signalisieren ist laut Christoph Paly vorderhand nicht geplant. Was die Zukunft bringt, sei allerdings offen. Würde das Bauvorhaben in der vor­liegenden Art umgesetzt, wäre der Umbau der Strasse jedoch Tempo-30-kompatibel.

Bis Ende November soll sich nun die Bevölkerung Niederstettens mit dem Projektvorschlag auseinandersetzen und zu ­diesem Stellung beziehen. Der Gemeinderat will im Verlauf des nächsten Jahres auf der Grundlage der eingegangenen Vorschläge und der Kritik die Detailplanung an die Hand nehmen, die Kosten eruieren und einen Zeitplan für die Bauausführung erstellen.