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NIEDERSTETTEN: Der Erfolg an der Schreiner-Meisterschaft spornt ihn zusätzlich an

Aus ursprünglich 1300 Teilnehmern erreichte Thomas Schmid an der Schreiner-Meisterschaft den dritten Rang. Für den 19-Jährigen ist es nicht der erste Titel. Und weitere sind in greifbarer Nähe.
Angelina Donati
Ein Beistelltisch, der Thomas Schmid zum Strahlen bringt. (Bild: Angelina Donati)

Ein Beistelltisch, der Thomas Schmid zum Strahlen bringt. (Bild: Angelina Donati)

Beim Holz einmal zu viel abgeschnitten – und schon haben sich auch die Chancen auf den Sieg des Wettbewerbs massiv gekürzt. «Diesen Nachteil wieder wettmachen zu können, ist so gut wie unmöglich», sagt Thomas Schmid. Dann nämlich fehle nicht nur das Material, sondern auch die ohnehin knapp bemessene Zeit reiche dafür kaum mehr aus.

Der 19-Jährige absolviert bei der Schreinerei Egli in Niederstetten das vierte und letzte Lehrjahr zum Schreiner. Für ihn aber lief bei der diesjährigen Austragung der Schreiner-Meisterschaft alles rund. «Ich spürte richtig, dass ich einen guten Tag hatte. Nervös war ich aber trotzdem», sagt der Lehrling aus dem Sonnental.

Allerdings soll das Augenmerk nicht nur auf die Austragung gerichtet sein, sondern auch eine gute Vorbereitung könne einen wesentlichen Teil beitragen. Das weiss Thomas Schmid von seiner letztjährigen Teilnahme. Verpasste er damals mit dem sechsten Rang knapp eine Medaille, glänzte er dieses Mal umso mehr. Er holte sich den dritten Platz an der Schreiner-Meisterschaft in Altstätten. Die Freude über den Erfolg war riesig. Die Jungschreiner hatten die Aufgabe, innert 13 Stunden einen Beistelltisch mit kniffligen Verbindungen und integrierter Schublade herzustellen. Obwohl das vollendete Werk nicht unbedingt Schmids Geschmack trifft, bekommt es bei ihm Zuhause einen würdigen Platz. «Dieses Möbel erfüllt mich mit Stolz. Ich kann mir daher nicht vorstellen, es in den Estrich zu verbannen.»

Anderer Titel bereits in der Tasche

Ein sicheres Gefühl gaben Thomas Schmid die verschiedenen Trainings und auch Tipps seiner Team-Kollegen. Schliesslich durften sich schon mehrmals Lehrlinge der Schreinerei Egli Medaillen umhängen lassen. So holten sich Fabio Holenstein bei der Berufsmeisterschaft World-Skills im vergangenen Jahr Bronze, Prisco Egli wurde 2013 zum Weltmeister gekürt und Luzio Egli reiste aus Kanada mit Bronze zurück. Erfahrungen, die das kleine Team gerne weitergibt, wie Luzio Egli, der Lehrmeister von Thomas Schmid sagt. Auch für den künftigen Werdegang sei alleine schon das Mitmachen von grosser Bedeutung. «Zu sehen, was man erreichen kann, motiviert mich zusätzlich», sagt Thomas Schmid. Waren bei den Sektionsmeisterschaften 1300 Teilnehmer im Rennen gehört der Oberbürer nun mit acht anderen Lehrlingen der Schreiner-Nationalmannschaft an. Damit hat er sich zur Schweizer-Meisterschaft qualifiziert, die im September stattfindet. Wenn er dort den ersten oder zweiten Platz erreicht, winkt ihm eine Reise nach Kasan, Russland, zur Word-Skills.

Wie auch immer es für ihn ausgehen wird – einen anderen Titel hat der angehende Schreiner bereits in der Tasche. Mit einem selber entworfenen Salontisch, aus einem von Ameisen zerfressenen Holz, mit integrierter LED-Beleuchtung, wurde er 2016 an der Offa durch das Publikum auserkoren und erreichte danach an der Holzmesse in Basel den ersten Platz als Nachwuchs-Star. Dass er beim Entwerfen freie Hand hatte und damit auch gleich noch punkten konnte, freut den Jungschreiner doppelt. Ohnehin sagt es Thomas Schmid zu, dass er nach getaner Arbeit ein Ergebnis sieht. Die Tätigkeit bei der Schreinerei Egli reiche von Küchen- bis hin zu Häuserumbau und sei daher sehr vielseitig. Und auch sein eigenes Zuhause ist von seinem Handwerk geprägt. Das liegt in der Familie: «Mein Vater und mein Bruder haben beide Zimmermann gelernt», sagt er. «Für mich stand schon früh fest, dass ich dereinst Schreiner werden möchte. Das Arbeiten mit Holz fasziniert mich und ich arbeite lieber drinnen als draussen in der Kälte.»

Gefahren können überall lauern

Zu viel Holz kann es für den 19-Jährigen kaum sein. «Je nach Kombination mit anderen Materialien wirkt es heimelig oder modern.» Dass im Alltag eines Schreiners einige Gefahren lauern, ist sich Thomas Schmid bewusst. Er habe einen gesunden Respekt davor, und bei heiklen Vorgängen sei er doppelt auf die Sicherheit bedacht. «Passieren kann überall etwas, selbst auf dem Arbeitsweg.» Nur der Lohn, der direkt nach der Lehre nicht überdurchschnittlich ausfalle, gibt seinem Traumberuf einen kleinen Dämpfer. Immerhin: Wettmachen liesse sich das später durch verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten und Berufserfahrung.

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