Niederhelfenschwil
Überraschender Rücktritt: Schulratspräsidentin und Gemeinderätin legt ihre Ämter nieder

Nach bloss einem Jahr tritt Esther Nietlispach von ihren Ämtern zurück. Grund sei der Zeitkonflikt mit der selbstständigen Tätigkeit in ihrer Beratungsfirma. Bis zur Ersatzwahl am 15. Mai wird der Vizepräsident des Schulrates ihre Geschäfte übernehmen.

Lara Wüest, Sabrina Manser
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Esther Nietlispach tritt nach einem Jahr als Schulratspräsidentin und Gemeinderätin von Niederhelfenschwil zurück.

Esther Nietlispach tritt nach einem Jahr als Schulratspräsidentin und Gemeinderätin von Niederhelfenschwil zurück.

PD

Die Ankündigung kam überraschend: Esther Nietlispach, Gemeinderätin und Schulratspräsidentin der Primarschule von Niederhelfenschwil, wird Ende März von ihren Ämtern zurücktreten. Nach nur einem Jahr. Dies teilte die Gemeinde Niederhelfenschwil am Mittwochmorgen mit.

Nur wenige in der Gemeinde dürften damit gerechnet haben. Nietlispach galt in der Gemeinde als kompetent. Sie hatte Führungserfahrung, leitete früher zum Beispiel die Musikschule. Bei der Wahl im Herbst 2020 galt sie als unumstritten und wurde bereits im ersten Wahlgang gewählt. Einziger Kritikpunkt damals: Die Beratungsfirma, die Nietlispach zusammen mit ihrem Mann besitzt, führte die Assessments mit den Kandidierenden für das Gemeindepräsidium durch. Auch der Posten des Gemeindepräsidenten musste bei der Wahl 2020 neu besetzt werden.

Selbstständige Tätigkeit führte zu Zielkonflikten

Bis zur Ersatzwahl am 15. Mai wird der aktuelle Vizepräsident und Schulrat Samuel Konrad die Amtsgeschäfte von Nietlispach übernehmen.

In der Mitteilung der Gemeinde heisst es: Nietlispach trete aus beruflichen und persönlichen Gründen zurück. Auf Anfrage sagt Nietlispach: «Nach einem Jahr als Schulratspräsidentin und Gemeinderätin ist mir klar geworden, dass das Amt und die selbstständige Tätigkeit in der Beratungsfirma zeitlich nicht miteinander aufgehen.» Sie wolle als Schulratspräsidentin und Gemeinderätin einen guten Job machen und die Verantwortung wahrnehmen. Aber:

«In diesem Zeitfenster gelingt mir das nicht.»

Es sei wichtig, dass sie bei der Firma ihren Teil leisten könne. Es habe weder im Schulrat noch im Gemeinderat Konflikte gegeben. «Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen», sagt Nietlispach.

Auch die Pandemie begleitete Nietlispach das ganze Jahr hindurch. Bis Ende Jahr sei es in der Gemeinde betreffend Umsetzung der Coronaschutzmassnahmen so weit gut gelaufen. Die Arbeit sei intensiver geworden, als im Januar an den Schulen eine verschärfte Maskenpflicht eingeführt wurde, sagt Nietlispach und stellt klar, dass ihr Rücktritt mit der Pandemie nichts zu tun habe. Den Entscheid zurückzutreten, habe sie bereits im Dezember getroffen.

Obwohl Nietlispach nach nur einem Jahr zurücktritt, bereue sie es nicht, das Amt angetreten zu haben. «Man weiss jeweils nicht, was auf einen zukommt. Dennoch konnte ich meine Erfahrung einbringen und mitgestalten. Es war eine wertvolle Zeit.»

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