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NIEDERHELFENSCHWIL: Das Schaffen der Frauen

Wilhelm Lehmann formte Skulpturen aus dem, was die Erde hergab. Seine Werke haben nie an Aktualität verloren. Im Hintergrund unterstützten ihn Frau und Tochter. Eine Ausstellung würdigt ihr Wirken.
Zita Meienhofer
In der diesjährigen Ausstellung in der Kobesen ist dieser Webteppich von Verena Lehmann in einem Rahmen, den ihr Vater schuf, zu sehen. (Bilder: Zita Meienhofer)

In der diesjährigen Ausstellung in der Kobesen ist dieser Webteppich von Verena Lehmann in einem Rahmen, den ihr Vater schuf, zu sehen. (Bilder: Zita Meienhofer)

Seine Frau stand bedingungslos an seiner Seite. Sie unterstützte ihn bei all seinen Vorhaben. Sie war ausgebildete Arbeits- und Hauswirtschaftslehrerin und hätte eine bedeutende Stelle in diesem Bereich antreten können. Doch dann lernte sie Wilhelm Lehmann, den Künstler und kritischen Zeitgenossen, kennen und ihre «Karriere» wurde für sie unbedeutend. Für Klara Lehmann hatte das Leben in der Kobesenmühle in Niederhelfenschwil mit ihrem Mann Wilhelm und den drei Kindern Verena, Lukas und Urban einen höheren Stellenwert als alles andere. Sie hielt ihrem Mann den Rücken frei und sorgte zugleich dafür, ihre Kinder mit entsprechend handwerklichem wie intellektuellem Rüstzeug zu versehen.

Mutter und Vater würdigten eigenständige Techniken

Ihrem Vater gleich, tat es auch Verena Lehmann. Sie war vielseitig künstlerisch tätig – fertigte Tonarbeiten, Mosaike, Webteppiche und Zeichnungen an. Aber auch sie stellte – wie ihre Mutter – ihr Können in den Hintergrund. «Wohl aus Respekt vor dem Schaffen ihres Vaters», erklärt Markus Lehmann. Markus Lehmann ist Präsident der Stiftung Wilhelm Lehmann. Diese Stiftung ist nicht nur für den Erhalt der künstlerischen Werke von Wilhelm Lehmann verantwortlich, sondern auch für die Pflege der Gebäude und der Umgebung im Bereich der Kobesenmühle in Niederhelfenschwil. Im vergangenen Jahr verstarb Verena Lehmann 98-jährig. Das war ausschlaggebend, die diesjährige Ausstellung in der Kobesenmühle dem Schaffen der Frauen – Verena und ihrer Mutter Klara – zu widmen.

Verena Lehmann absolvierte nach ihrer Schulzeit ein Praktikum in der französischsprachigen Schweiz, um sich die Sprache anzueignen. Anschliessend betreute sie in England Kinder und lernte Englisch. Letztlich reiste sie nach Schweden und befasste sich mit besonderen Webtechniken. Zurück in der Schweiz erteilte sie Werkunterricht in einem Behindertenheim in St. Gallen. Als ihre Mutter starb, kehrte sie in die Kobesenmühle zurück, kümmerte sich um ihren Vater und absolvierte die Ausbildung zur Kindergärtnerin. Diese Tätigkeit übte sie bis zur Pensionierung in Niederhelfenschwil aus. Während all der Jahre war sie künstlerisch tätig, entwickelte eigenständige Techniken. Sechs Webteppiche, verschiedene Marionetten, Skulpturen und Zeichnungen sind im Besitz der Stiftung.

Seit der Kindheit eine Verbindung zur Kobesen

Seit 50 Jahren befasst sich Markus Lehmann mit dem Leben und dem Schaffen der Lehmanns in der Kobesenmühle. Verwandtschaftliche Banden – sein Grossvater und Wilhelm Lehmann waren Cousins – brachten ihn schon früh mit dem Künstler und seiner Familie in Verbindung. Spannend deshalb seine Schilderungen zur Geschichte der Menschen und Räume in der Kobesenmühle. Trotzdem, auch für Markus Lehmann gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Deshalb sagt er: «Für mich ist die Kobesen immer noch so spannend wie als Kind». Er war es auch, der in den Vorjahren die Ausstellungen gestaltet hatte. Die aktuelle Ausstellung, die am Ostersonntag erstmals zu sehen sein wird, wurde von den beiden Stiftungsratsmitgliedern Cornelia Scherrer und Olivier Zobrist geschaffen. Olivier Zobrist und Rahel Eisenring wohnen seit 2015 im Haus von Verena Lehmann und haben im Haus und Garten Hand angelegt, sind sehr interessiert am Schaffen der Familie Lehmann. Cornelia Scherrer wohnt in Niederhelfenschwil und ist seit mehreren Jahren als Stiftungsratmitglied tätig.

Hinweis

Die Ausstellung feiert am Ostersonntag, 1. April, Eröffnung. Sie ist offen jeweils am 1. Sonntag des Monats von 14 bis 17 Uhr: 6. Mai, 3. Juni, 1. Juli, 5. August, 2. Septem­ber, 7. Oktober. Infos: www.niederhelfenschwil.ch/DE/68/Kobesenmuhle.htm.

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