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NIEDERGLATT: Verteilschlüssel als Zankapfel

In der Region vernetzten sich die Gemeinden immer mehr. Nicht aber, wenn es ums Geld geht. Dies zeigt die Deponie Niederglatt. Uzwils Gemeindepräsident Lucas Keel forderte vergebens eine Grundsatzdiskussion.
Simon Dudle
Die Glatt frass sich links unter dem Wald in die Deponie. Mit einem Naturverbau als Sofortmassnahme wurde die Erosion gestoppt. Doch das genügt noch nicht. (Bild: PD)

Die Glatt frass sich links unter dem Wald in die Deponie. Mit einem Naturverbau als Sofortmassnahme wurde die Erosion gestoppt. Doch das genügt noch nicht. (Bild: PD)

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Zwischen 1964 und 1971 wurde in Niederglatt unter anderem Sperrgut vergraben. Dies geschah unmittelbar neben der Glatt. Nicht eine einzelne Gemeinde machte dies, sondern die ganze Region war beteiligt. Diese Form der Entsorgung war damals gang und gäbe – und rechtens, da Kehrichtverbrennungsanlagen erst später aktuell wurden.

Betreiber der Deponie Niederglatt war aber nicht die ganze Region, sonder die Gemeinde Uzwil. Da die Glatt erodiert und der Deponie immer näher kommt, sind nun Sanierungsmassnahmen zu treffen. So weit, so gut. Doch wie so oft wurde betreffend Kostenbeteiligung der Verteilschlüssel zum Zankapfel. Der Kanton legte schliesslich fest, dass Uzwil in den sauren Apfel beissen und den Löwenanteil der Kosten tragen muss. Knapp 54 Prozent entfallen auf Uzwil, 40 Prozent auf den Bund (Ausgabe von gestern).

Kantonaler Entscheid wird nicht angefochten

In Uzwil nahm man dies zähneknirschend auf. Man hätte gerne eine Mediation mit den anderen Gemeinden gehabt, stiess aber auf taube Ohren. Uzwils Gemeindepräsident Lucas Keel erklärt: «Es wäre bei der Diskussion nicht um diesen konkreten Fall gegangen, sondern um den Grundsatz, wie man mit Sanierungen von Deponien umgeht.» Er ergänzt: «Uzwil ist in einem gewissen Sinne robust und wir können diese Kröte schlucken. Eine grössere Summe würde den Austausch unter den Gemeinden aber auf die Probe stellen.»

Konkret geht es bei der bevorstehenden Teilsanierung um einen Betrag von rund einer Million Franken, wovon Uzwil über die Hälfte bezahlen muss. Eine Steuerfusserhöhung sei dafür nicht nötig. Würde aber, wie einst befürchtet, eine Gesamtsanierung für 18 Millionen Franken an, hätte das Folgen. «Das Risiko sollte minimiert werden. Man stelle sich vor, eine kleinere Gemeinde wie zum Beispiel Niederhelfenschwil müsste mehr als die Hälfte dieser 18 Millionen Franken bezahlen, dann hätte das ernsthafte Konsequenzen», sagt Lucas Keel.

Sein Dilemma ist, dass sich Uzwil nicht zu sehr gegen die anderen Gemeinden auflehnen will, weil auch die Zentrumsgemeinde an der Uze auf eine funktionierende regionale Zusammenarbeit angewiesen ist. Darum wird auf eine Anfechtung des Kostenteilers verzichtet. «Wir haben uns überlegt, den Kantonsrat zu motivieren, einen kantonalen Fonds einzurichten, damit sich die Gemeinden nicht untereinander in die Haare geraten», sagt Keel. Man liess es bleiben.

Kein Rekurs möglich

Als Bewohner von Uzwil gibt es übrigens keine Möglichkeit, sich gegen den Kostenteiler zu wehren. Es handelt sich um eine gebundene Ausgabe.

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